POP! BASICS #2 - GEMA-Kalkulator für Muskiker:innen

Immer wieder taucht die Frage auf, ob oder ab wann sich die Mitgliedschaft bei der GEMA eigentlich finanziell lohne. Die Verwertungsgesellschaft liefert dafür einige Rechenbeispiele, die natürlich nicht auf jeden Fall passen und auch reichlich unflexibel sind. Wir haben daher daraus einen Kalkulator erstellt. Achtung: Angaben ohne Gewähr ;).

Der Kalkulator:

Wie funktionierts? Kurz gesagt kommt es darauf an, wie hoch die Eintrittseinnahmen (oder die Produktionskosten bei Eintritt frei) ausgefallen sind. Davon nimmt die GEMA aktuell 5,75%. Das daraus entstehende Inkasso wird in Segmente eingeteilt. Siehe rechts im Kalkulator.
Das Segment bestimmt die Summe, die pro gespieltem Song für dich abfällt. Das heißt je höher die Summe der Einnahmen des Veranstalters und je mehr Songs du gespielt hast, desto mehr Geld erhältst du für dieses Konzert bei der nächsten Ausschüttung. Wenn mehrere "gleichwertige" Acts auftreten, so wird die Ausschüttung entsprechend aufgeteilt. Bei klarer Vor- bzw. Hauptband 10% zu 90%.

Dieses System nennt sich INKA-System.
Hier kannst du dazu mehr nachlesen.

Achtung: Wenn du selbst Veranstalter:in deines eigenen Konzertes bist, musst du das Konzert bei der GEMA anmelden und auch die Gebühren bezahlen, falls bei der Verwertungsgesellschaft gemeldetes Repertoire (Ja, auch dein eigenes!) gespielt wird.  Hier meldet man Veranstaltungen an.

 

Klicke auf ausklappen im Fenster unten rechts oder hier für die Vollbildanzeige.

Wie funktionierts?

Trage zunächst den Eintrittspreis des Konzertes ohne Vorverkaufs- und Systemgebühren in das schwarz umrandete Kästchen. Zwei Felder darunter kannst du die zahlenden Besucher:innen eintragen. Das war's auch eigentlich schon im oberen Kasten. Der Tarif ist mehr oder weniger festgesetzt und den Rabatt von 20% bekommen sehr viele Veranstalter:innen eingeräumt. Im unteren Kasten kannst du noch die Anzahl der gespielten Songs (und ggf. Konzerte) eintragen. Anschließend solltest du ein relativ genaues Ergebnis deiner Tantiemen bekommen. Im Selbstversuch hatten wir allerdings teilweise relativ hohe Abweichungen, da Besucherzahlen geschätzt wurden. Zudem wurden einige Konzerte nicht bzw. zu spät abgerechnet, sodass sie erst in der nächsten Ausschüttung auftauchen. Analog dazu tauchten viele sehr alte Konzerte in der Abrechnung auf. Letztlich ist der Kalkulator also eher ein Hilfsmittel zur Einordnung der Höhe der Tantiemen und keinesfalls ein exaktes Tool. Hier fehlt uns definitiv ein großes Stück Transparenz in der Abrechnung. Mit dem Online-Tool und der graphischen Aufbereitung der Erlöse geht es auf jeden Fall in die richtige Richtung.


Weiterführende Links:

https://www.gema.de/

POP! BASICS - Zusammenhänge in der Musikwirtschaft

POP! BASICS #1 – Die GEMA für Musiker:innen

POP! BASICS #2 – GEMA-Kalkulator für Muskiker:innen

POP! BASICS #3 – Werkanmeldung bei der GEMA – Wer ist Urheber?

POP! BASICS #4 – Cover oder Bearbeitung? Sample? Remix?

 


GEMA-Basics

POP! BASICS #1 - Die GEMA für Musiker:innen

Das Internet ist voll von sehr komplexen und gleichzeitig auch vollständigen Informationen über die GEMA und die Mitgliedschaft bei dieser. Allerdings sieht man dadurch sprichwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr oder hat schon im Voraus keine Lust überhaupt zu suchen. Wir versuchen daher kurz und knapp die (für uns & für euch) wichtigste Eckpunkte zusammenzutragen.

GEMA-Basics

Was bringt mir / uns die GEMA?

  • Wenn du GEMA-Mitglied bist und deine Songs angemeldet hast, bekommst du jedes Mal Geld, wenn deine Songs öffentlich aufgeführt, öffentlich wiedergegeben oder mechanisch vervielfältigt (= auf CD gepresst) werden. Dasselbe gilt für Streams auf Spotify, YouTube etc.
  • Das heißt wenn du einen Auftritt mit deinen eigenen Songs spielst, bekommst du zusätzlich zur Gage sog. GEMA-Tantiemen. Je mehr Songs und je öfter du spielst, desto mehr bekommst du ausgezahlt.
    Hier kannst du kalkulieren, wie viel das ungefähr wäre. POP! BASICS #2 - GEMA-Kalkulator für Muskiker:innen
    Je nach Größe und Art des Auftritts lohnt sich eine Mitgliedschaft also bereits nach einigen wenigen Auftritten. Umgekehrt: Wenn du viele Auftritte mit eigenen Songs spielst, dann lässt du definitiv einiges an Geld liegen, wenn du nicht bei der GEMA angemeldet bist.
  • Wenn deine Musik im Radio, TV oder im Internet gespielt wird, bekommst du ebenfalls Tantiemen. Bei einem Airplay auf Bayern 3 wären das laut Rechenbeispiel mit der freundlichen Mitarbeiterin der GEMA im Jahr 2019 ca. 16€ gewesen. Bei einem Stream auf Spotify liegt die Ausschüttung lediglich im Bereich eines Zehntel-Cents. Auch hier gilt: Die Masse macht’s.
  • Bei Konzerten sind die Veranstalter:innen verpflichtet die GEMA-Gebühren abzuführen, die dann schlussendlich über die GEMA bei dir landen. Wenn du selbst Veranstalter:in bist, musst du das Konzert selbst anmelden und auch abrechnen. Das Gute daran: Man bekommt dank M-Zuschlag zumeist mehr raus, als man zahlt. Denn die GEMA kann viele Zahlungen nicht direkt zuordnen. Viele Geschäfte, Bars und Kneipen zahlen für die öffentliche Musiknutzung Pauschalbeträge und müssen keine Musikfolge-Listen abgeben. Dieses Geld wird dann anteilsmäßig an Urheber:innen ausgeschüttet.

Was muss ich beachten?

  • Die GEMA ist relativ starr in ihrem Ansatz. Musiknutzer:in und Urheber:in sind streng voneinander getrennt. Wenn du beispielsweise deine eigene Musik auf CD pressen lassen willst, wirst du von der GEMA dafür eine Rechnung bekommen. (Hier kannst du sehen, wie viel das ca. wäre: https://online.gema.de/tontraeger/fo/schnellrechner.faces) Ebenso wenn du ein öffentliches Konzert veranstaltest oder Musik auf deine Website stellen möchtest. Ersteres kannst du zu deinem Vorteil nutzen, aber Letzteres eher nicht. Daher im Web lieber mit YouTube-/SoundCloud/Streaming-Dienst Embeddings arbeiten, da diese Verträge mit der GEMA abgeschlossen haben. Achtung: DJ-Sets auf Twitch / FB / IG sind daher offiziell nicht erlaubt, da keine Gebühren an die GEMA abgeführt werden!
    Du kannst also nicht flexibel entscheiden, wann und wie die GEMA die Nutzungsrechte deiner angemeldeten Werke wahrnimmt, also sprich dafür Geld verlangt.
  • Die GEMA schützt keine Werke, sind tritt buchstäblich lediglich als Inkasso-Unternehmen auf, dass nach Nutzung eures Materials Geld eintreibt! Dieser Irrglaube hält sich allerdings bereits seit Ewigkeiten. Ebenso der versiegelte Brief an sich selbst oder der Upload in irgendwelchen Online-Portalen. Lasst euch hier bitte nicht aus Glatteis führen. Der einzig 100% rechtsichere Weg ist die Hinterlegung der Stücke (CD / USB-Stick / Noten) bei einem Notar.
  • Die Mitgliedschaft bei der GEMA ist personen- und nicht bandbezogen. Wenn alle Bandmitglieder am Songwriting beteiligt sind, müssen sich entsprechend auch alle bei der GEMA anmelden. Denkbar wäre natürlich auch, dass sich lediglich nur eine Person anmeldet und die Ausschüttungen danach gerecht mit den anderen Mitgliedern teilt. Dies ist natürlich für die nicht angemeldeten riskant, von der GEMA nicht so vorgesehen und kann daher auch von uns nicht guten Gewissens empfohlen werden. Hier gibt es einige Punkte zum Thema „GEMA-Werkanmeldung? Wer ist eigentlich ein/e Urheber:in?“

Wie funktionieren die Ausschüttungen?

  • Es gibt feste Ausschüttungs-Termine für die einzelnen Bereiche (Live, Online, Ausland, CD-Pressung etc.). Eine Übersicht findest du hier: https://www.gema.de/musikurheber/mitgliedskonto/verteilungstermine/
    Die Verteilung bezieht sich immer auf das Vorjahr. Das hat zur Folge, dass Konzerte die im Januar 2019 stattgefunden haben, erst im Juni 2020 ausgezahlt werden. Im Live-Bereich (Abkürzung U) findet im November immer eine Nachverteilung statt, wo unter anderem Reklamationsmeldungen eingebracht werden. Siehe nächster Punkt.
  • GEMA-Abrechnungen sind häufig unvollständig. Insbesondere wenn Musikfolge-Bögen beim Konzert händisch ausgefüllt werden, können Songs oder Auftritte durchrutschen. Außerdem wird nur abgerechnet, was von den Veranstalter:innen auch angemeldet und bezahlt wurde. Daher ist es sinnvoll die Abrechnungen genau zu überprüfen und fehlende Auftritte/Songs zu reklamieren. Die Formulare dazu findet ihr hier. Tipp: Lasst euch möglichst schnell für die Online-Services freischalten, wenn nicht bei der Anmeldung gleich geschehen. Dort könnt ihr die EA (=Einzelaufstellungen) herunterladen, in welchen ihr Zeile für Zeile sehen könnt, welcher Song an welchem Auftritt abgerechnet wurde. Diese Übersicht könnt ihr dann mit einer Liste eurer Auftritte abgleichen. Es empfiehlt sich daher alle Musikfolgen abzufotografieren oder als PDF abzuspeichern. Im Online-Tool der GEMA können Musikfolgen direkt online abgegeben und ggf. nachträglich heruntergeladen werden.
    Praktisch: Einmal angelegt, könnt ihr ihr die Liste der gespielten Titel bei jeder neuen Konzertmeldung schnell übernehmen. Das spart auch Zeit und vermeidet Fehler beim Eintragen.

Wie kann ich Mitglied werden?

  • Die GEMA ist ein Verein, d.h. jede/r kann Mitglied werden. Den Antrag findest du hier: https://www.gema.de/musikurheber/mitglied-werden/
  • Mitgliedschaft kostet 50€ / Jahr + einmalige Aufnahmegebühr 107,10€ inkl. USt.
  • Mitglieder können sein: Urheber:innen (Komponist:innen, Textdichter:innen, Bearbeiter:innen) & Verlage.
  • Sobald du Mitglied bist, kannst du deine Werke anmelden, egal wann du sie geschrieben hast. Allerdings MÜSSEN alle neuen Lieder, die du schreibst, bei der GEMA angemeldet werden. Du kannst also ab diesem Moment nicht mehr entscheiden, welche Songs gemafrei sein sollen und welche nicht.

Das war's auch schon mit unserer kurzen Zusammenfassung zur GEMA. Bei weiteren Fragen oder Problemen schreibt uns gerne eine Nachricht. Wir helfen euch gerne weiter! Habt ihr noch wichtige Ergänzungen für diese Liste? Gerne durchschicken!


Weiterführende Links:

https://www.gema.de/

POP! BASICS - Zusammenhänge in der Musikwirtschaft

POP! BASICS #1 – Die GEMA für Musiker:innen

POP! BASICS #2 – GEMA-Kalkulator für Muskiker:innen

POP! BASICS #3 – Werkanmeldung bei der GEMA – Wer ist Urheber?

POP! BASICS #4 – Cover oder Bearbeitung? Sample? Remix?


Matthias Bäuerlein zeigt Euch wie man auf dem Pad Schlagzeug übt

Leise Schlagzeug üben macht Dich zum Speedking

Matthias Bäuerlein ist Studiomusiker, Drummer, Produzent, Songwriter und ein sehr freundlicher Mensch. Er war so lieb und hat uns ein Video zur Verfügung gestellt, in dem er easy erklärt, wie man im Lockdown oder an kalten Wintertagen richtig gut Schlagzeug üben kann. Man braucht nur zwei Sticks, ein Pad und Lust. Gerne reinschauen. 😁

https://youtu.be/toMkZHMBxfs


Das Soundsgood Team auf einem Festival

„Was ich schon immer mal tun wollte!“ - To Dos in Zeiten von Corona

Von SOUNDSGOOD alias Friedemann Bauknecht & Ruben Bauer

Das Soundsgood Team auf einem Festival
Friedemann Bauknecht (mitte) und Ruben Bauer (rechts) (c) Micha Roth

Das Coronavirus und seine Auswirkungen hat Alle getroffen und sorgt noch immer für viele (Be)Sonderheiten und Einschränkungen. Besonders hart hat es auch unsere geliebte Musikbranche erwischt.
Neben dem Umstand, dass bis vor kurzem aufgrund des „Social Distancing“ schon an Proben oder gemeinsames Musizieren überhaupt nicht zu denken war, ist es auch schon lange kein Geheimnis und kein „Oh-Nein“ oder „Oh-Weh“ mehr, dass ebenso das komplette Live-Geschäft zusammengebrochen ist.
Schon vor Wochen und inzwischen Monaten mussten neben den großen Konzertveranstalter*innen und Festivalorganisator*innen auch alle kleineren Locations und Clubs ihre Türen schließen. Egal ob Singer-Songwriter*in im soziokulturellen Zentrum, Newcomer-Indie Band im Musikclub oder Sinfonieorchester im Konzertsaal – alle saßen aufgrund der Pandemie bisher im gleichen Boot. Nicht zuletzt aufgrund der großen wirtschaftlichen Bedeutung von Konzerten und Liveauftritten, bringt diese sogenannte „Krise“ für viele Musiker*innen damit existenzielle Fragen mit sich.

Da jedoch bekanntlich „lamentieren nichts hilft“, wie es im Volksmund so schön heißt, stellt sich die Frage nach den Chancen und Möglichkeiten in Zeiten von Corona. Auch wenn die Lage zunächst düster erscheint, eröffnen sich auf den zweiten Blick viele Möglichkeiten an seiner Karriere weiterzuarbeiten und sich für die Zeit nach den Kontaktbeschränkungen ideal aufzustellen. Bestimmt hat jede*r auch schon eigene (neue) Rituale oder einen sinnvollen Zeitvertreib für sich entdeckt (Teilen & weitere Anregungen erwünscht), ein paar Anregungen wollen wir hier jedoch noch geben:

Livestreaming – die Alternative zum analogen Konzert

Die größte Begriff-Konjunktur neben dem „C“-Wort, erlebt im Musikbusiness wohl das: Livestreaming. Es scheint zunächst ein logischer und zeitgemäßer Gedanke zu sein, Livekonzerte statt in den Konzertsaal, auf die virtuelle Bühne zu bringen. Jede*r Nutzer*in eines Sozialen Mediums kommt derzeit nicht an täglichen Mini-Konzerten aus den Clubs der Republik, allem voran aber Wohn- und Schlafzimmern, vorbei. Die aufstrebende Streaming-Kultur hat wie so vieles seine Fans und auch Gegner*innen.
So einfach und praktisch der Insta- oder Facebook-Livestream auch ist, so sehr gibt es auch Hürden zu nehmen und Probleme zu erkennen, will man dieses Medium wirklich nachhaltig nutzen und die zuvor erwähnten Livestream-Gegner*innen minimieren oder gar vom Gegenteil überzeugen.
Die Vorteile liegen aber klar auf der Hand. Man kann weiterhin mit seinen Fans in Verbindung treten, (zusammen) musizieren und auf seinen Social-Media-Kanälen Content liefern.
Zwar gibt es aktuell eine sehr große Fülle an Streaming-Angeboten, sodass es schwer ist wirklich wahrgenommen zu werden, doch geht man dabei mit einem Promoplan, Geschick und den richtigen Partner*innen ans Werk, kann das ganze durchaus einen erfolgreichen Promo-Effekt für die Band und/oder das dahinter stehende Projekt/Festival/Event haben.
Auch wenn die Solidarität von Fans und Kulturliebhaber*innen in den letzten Wochen häufig sehr beeindruckend war, ist es dennoch nicht leicht, einen Livestream zu monetarisieren, je nach Aufwand gar zu finanzieren. Daher und vor Allem auch wegen des notwendigen technisch-filmischen Knowhows (vom Equipment und der zuvor erwähnten Promo ganz zu schweigen), ist die Wahl des oder noch besser der richtigen Partner*innen hier ein wichtiger Punkt.
Recherchiert einfach mal etwas im Netz und startet euer Livestream-Konzert-Booking: . Viele Veranstalter*innen supporten gerne lokale Künstler*innen, sodass dort gute Chancen bestehen einen Slot zu erhalten. In Nürnberg und Umgebung kann hier beispielhaft der Club Stereo und auch Stream Forward vom N2025 Bewerbungs-Büro genannt werden. Bundesweit ist hier zum Beispiel die Plattform Dringeblieben hervorzuheben.

Zukunftsgedanken: Neben tollen neuen Kontakten, die sich so vielleicht auch für die Post-Corona-Zeit ergeben, kann man häufig direkt auch gutes Videomaterial für die zukünftige Promo- und Booking-Arbeit gewinnen. Darüber hinaus lohnt es vermutlich, sich grundsätzlich mal mit der Thematik des Livestreamings beschäftigt zu haben und ein Grundverständnis dafür zu entwickeln, wie Livevideos auf Facebook und Co. funktionieren. Wer weiß, welche Rolle Streaming auch über die Corona-Zeit hinaus spielen wird?

Songwriting/Recording – sich auf Musik besinnen

Für diejenigen, für die Livestreaming nichts ist oder aufgrund technischer oder finanzieller Gründe nicht umsetzbar bleibt, gibt es dennoch auch andere Möglichkeiten die Corona-Zeit zu nutzen.
Wessen Musik nicht per Livestream „funktioniert“, wer seine Show den Bedingungen nicht anpassen will oder kann oder einfach nicht vor Kameras statt sichtbarem Publikum spielen will, kann sich ganz klassisch auf die Zeit „nach“ Corona (oder zumindest nach den aktuellen Einschränkungen) vorbereiten. Das sollte oder kann nicht nur auf musikalischer Ebene geschehen, bietet sich aber gerade vielleicht für die eine oder den anderen an.
Es ist sicher davon auszugehen, dass es wieder Zeiten geben wird, in denen eine gewisse Normalität vorherrschen wird und so kann es bestimmt hilfreich sein, dann auch musikalisch wieder voll dabei zu sein. Wieso also nicht an Texten feilen, neue Songs schreiben, Demos aufnehmen oder gar ein neues Album produzieren? Hört sich „Album-Release Tour“ nicht wie Musik in euren Ohren an?

Merchandise – Fans Möglichkeiten des Supports bieten

Da jedoch Recording, Mixing/Mastering, Artwork und vieles, was mit einem Release zusammenhängt, Kosten verursacht, gibt es auch Möglichkeiten sich mit alternativen Einkünften in Corona-Zeiten zu beschäftigen.
Eine Möglichkeit dabei: Merchandising.
Während CDs und T-Shirts wohl zum Standard-Merch-Repertoire vieler Bands gehören, wird wohl häufig unterschätzt, dass dieses Thema noch viel mehr Potential birgt. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass Fans gerne ihre Lieblingskünstler*innen unterstützen, jedoch in Zeiten der Digitalisierung und dem Verschwinden von PC-Laufwerken nur noch wenige etwas mit einer CD anfangen können und auch das T-Shirt-Fach oft schon voller Band-Shirts ist. Entsprechend bedarf es etwas mehr an Kreativität. Es sollte Merch kreiert werden, der zum Stil der Band und der Lebenswelt der Fans passt. Merch der im besten Fall eine weitere Funktion (als lediglich Band-Merch zu sein) erfüllt, dies aber nicht zwingend muss. Benchmarking lohnt sich, die eigene Kreativität zählt jedoch noch viel mehr.
Dennoch ein paar Beispiele zur Anregung: Die Punkrock-Band Schmutzki verkauft an ihre Fans Bierdeckel, der Indie-Pop-Adventurer Dominik Baer, bietet neben CDs und Vinyl auch Kunstdrucke der Gemälde zu seinen Singles an und das Groove-Trio RSxT, verscherbelt ihr Markenzeichen: Band-eigene Baseball-Caps.
Gutes Merchandise lohnt sich nicht nur während der Corona-Trockenpause, sondern auch dann, wenn es wieder auf die Bühnen der Welt geht.

„(E)PK“ Überarbeiten

Seit dem 15.06 sind auch wieder kleinere Konzerte mit bis zu 50 Zuschauer*innen und entsprechenden Abstandsregeln in Bayern gestattet. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass auch bald wieder das aktive Konzert-Booking an Fahrt aufnehmen wird.
Da empfiehlt es sich doch jetzt besonders - falls noch nicht geschehen - ein aussagekräftiges PK (englisch: Press Kit) oder EPK (englisch: Electronic Press Kit) zusammen zu stellen oder zu überarbeiten.
Ein Press Kit ist eine, in einer Mappe oder zumindest in einem Dokument zusammengestellte (EPK-online zusammengestellte) Ansammlung von Informationen und Links über eine Band. Hier sollen Veranstalter*innen oder Promoter*innen alle nötigen Informationen zu euch finden, ohne sich alles Wissenswertes oder gar Notwendiges mühsam von verschiedensten Plattformen zusammensuchen müssen. Da die meisten Kreativschaffenden häufig sehr beschäftigt sind, sollte alles perfekt und übersichtlich vorbereitet sein. Ein gutes EPK erhöht eure Auftrittschancen und Promo-Erfolge.
In einem guten Press Kit findet man Grundsätzliches zu euch und eurer Musik, unter anderem auch eine Biografie, gute und aktuelle Bilder, Rezensionen und Links zu aktuellen (Live-)Videos und eurem Online-Auftritt.

Weiteres

Neben diesen vier Aspekten gibt es eine große Fülle an weiteren Aufgaben und Möglichkeiten, die in Zeiten von Corona angegangen werden können. Es lohnt sich, kritisch die verschiedenen Bereiche des eigenen Projekts zu analysieren und zu überlegen, was für die individuelle Situation gerade am wichtigsten ist. Das kann neben den hier genannten Dingen auch die Überarbeitung der Homepage, die Erstellung eines Business-Plans oder eine aktive Beschäftigung mit dem Thema Booking sein. Zu den „Dos & Don’ts“ des Themas Booking geht es hier.

 

Soundsgood? Soundsgood!

...das ist was sich die zwei Gründer von SOUNDSGOOD sagten, als sie zusammen über die Idee eines gemeinsamen Unternehmens sprachen. Die Idee: Eine Booking-Agentur mit neuer, innovativer Musik zwischen Pop und Jazz, bei der Künstler*innen im Mittelpunkt stehen und der nachhaltige Erfolg, auch im Zusammenspiel mit Veranstalter*innen, gesucht wird.
Neue Konzerterlebnisse, berauschende Momente und inspirierende Denkanstöße sind, was die Künstler*innen der SOUNDSGOOD-Familie vereint und ganz besonders machen.
Zudem beraten die Kulturmanager Kulturinstitutionen von kreativen Konzeptideen bis hin zu Marketing-Strategien. Auch unterstützt das Jung-Unternehmen Kulturschaffende in ihrer Arbeit und übernimmt Aufgaben in vielen Bereichen, wie der Tourplanung, Produktion, oder Programmation.
Dabei steht im Vordergrund immer der Win-Win-Gedanke und die Bereicherung der Kulturlandschaft. Als Vorbild für die Gesellschaft prägt und weist Kultur auf Missstände hin. Nicht anders verhält es sich für die entsprechenden Kulturinstitutionen, wo Gewinnmaximierungsgedanken keine Rolle spielen sollten. Soundsgood möchte hier einen positiven Trend in eine positive Richtung setzen.
Soundsgood soll am Ende vor allem auch das sein, was das Publikum zu Ohren bekommt.
Mehr Musik - Mehr Künstler*innen - Mehr Spaß

Soundsgood? Soundsgood!

Soundsgood Logo

Booking | Cultural Consulting | B2B Services


Gleb Lasarew gibt Euch eine Einführing in Ableton Live

Ableton Live mit Gleb Lasarew

Ableton Live hat sich in den letzten zwanzig Jahren seit seinem Erscheinen zu einer der wichtigsten Audiosoftwares der Profi-Branche gemausert. Genutzt wird Ableton von Live-Künstler*innen wie Bands oder DJs, aber auch zur Produktion von Musikstücken, wie man es von einer herkömmlichen DAW gewohnt ist. Mit dieser Kombination und der ständigen Weiterentwicklung durch das Berliner Unternehmen Ableton stellt sich das Programm ziemlich einzigartig dar.

Es lohnt sich also, Ableton zumindest in Grundzügen verstanden zu haben. Gleb Lasarew vom Nürnberger Studio Ghost City Recordings hat für Euch einen 60-minütigen Workshop zusammengestellt, der Euch ziemlich schnell erklärt, für was Ihr Ableton Live nutzen könnt, wie das geht und welche Schritte Ihr als Anfänger nehmen solltet.

https://youtu.be/dEnuFjWObYw


Singen ist auch nur Übungssache

Warum klingt meine Stimme nicht gut? Wie kann ich schön singen? Warum flattert meine Stimme bei Aufregung?

Singen ist was Schönes. Eine tolle Möglichkeit, die eigene Kreativität auszudrücken, es ist beliebt und angeblich soll es dem Körper nicht möglich sein, Angst zu spüren, während man singt. Aber – oh schreck – die eigene Stimme gefällt mir ja gar nicht. Ich treffe keinen Ton und fühle mich sehr unsicher und peinlich berührt, wenn ich singen muss.

Die gute Nachricht: Bis auf ein paar wenige Menschen, die genetisch bedingt nichts mit Tönen anfangen können, kann jede*r Singen lernen. Wenn die Eltern nun aber nicht gerade die musikalischste Umgebung geboten haben, fällt das oft gar nicht leicht. Klar, denn Singen ist Übungssache. Wer ein bisschen Mut und Zeit darin investiert, wird bald Fortschritte bemerken. Und auch der Sprechstimme kann das nur gut tun. Here we come, Morgan Freeman.

Aga Labus ist Gesangslehrerin und Musikerin, hat an der HfM Nürnberg studiert und zeigt Dir in einem knappen Video leichte, aber wichtige Einstiegsübungen für eine schöne Gesangsstimme.

https://www.youtube.com/watch?v=QtZ-cLvY6cs&feature=emb_title

Aga Labus befreit Deine Stimme.

 

Linda Rum (c) Sophie Adamski

Wie schreibe ich Songs mit Aussage?

Songwriting ist wohl eine der schwierigsten künstlerischen Herausforderungen. Kreativität, Selbstausdruck, Authentizität und Gefälligkeit wollen perfekt ausbalanciert werden und neu sein. Sowohl auf textlicher als auch musikalischer Ebene.

Linda Rum, Singer-Songwriterin aus Nürnberg wohnt momentan in Hamburg und hat viele viele gute Tipps und Einblicke für Euch. Sie hat ihr Wissen in einem Video zusammengefasst. Reinschauen, wer schöne Songs schreiben möchte.

Linda Rum (c) Sophie Adamski
Linda Rum ist Singer-Songwriterin aus Nürnberg und lebt in Hamburg (c) Sophie Adamski.

https://www.youtube.com/watch?v=GBJLxEJUgdU&feature=emb_title

Hier ihre Buchempfehlungen:

Kenny Werner: Effortless Mastery
Frank Berzbach: Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen
Masen Abou-Dakn: Songtexte schreiben: Handwerk und Dramaturgie

Social Media:

Linda auf Facebook: https://www.facebook.com/LindaRumMusic

Linda auf Instagram:https://www.instagram.com/linda_rum_official/


Titelbild Dos und Donts

Wie werde ich öfter gebucht? Die Dos & Don'ts beim Anschreiben

Raus aus dem Proberaum, rauf auf die Bühne! Leichter gesagt als getan. Veranstalter*innen bekommen jeden Tag zig Anfragen für Ihre Clubs und Festivals. Dieser Guide führt Dich durch die Dos und Don’ts der Anschreiben für Booker*innen.

Wir haben einige Booker*innen und Veranstalter*innen aus der Region gefragt, was sie sich wünschen, wenn Bands und Künstler*innen sie anschreiben. Die witzigsten Zitate und Kernaussagen ihrer Antworten haben wir in kleine Bildchen gepackt.

Hier findet Ihr noch einen Link zu einer Vorlage für ein Anschreiben, an der Ihr Euch orientieren könnt. Mille Grazie an dieser Stelle an Chris von innerlichelvis.de, der sich auf Bandmarketing- und Booking-Beratung spezialisiert hat. Er bietet übrigens auch Online Booking Bootcamps an. Schaut Euch bei ihm um.

1. Bevor Du Dich an den PC, den Füllfederhalter oder die Spracheingabe setzt, solltest Du den ersten grundlegenden Tipp beherzigen: Erst Gitarre stimmen, dann Anschreiben verfassen.

Hinter dieser siebengescheiten Aussage steckt die Erkenntnis, dass manche Künstler*innen sich ein bisschen zu sehr auf das Live-Game freuen. Manchmal achten sie dabei nicht auf die Feinheiten des eigenen Auftritts. Zuerst solltest Du Dir also ganz sicher sein in dem, was Du präsentieren möchtest.

2. Die richtige Person adressieren

Zuerst einmal musst Du Mailadressen suchen und finden. Hast Du schon einen Verteiler, achte darauf, dass er aktuell ist. Einige Veranstalter*innen ändern aufgrund der vielen Anfragen immer wieder ihre Mailadressen. Google lieber ein bisschen mehr, am Ende sparst Du Dir die Frustration, ein Anschreiben umsonst verfasst zu haben.

Danke Hendrik Meier @Primaprima Booking

3. Welche Stadt

Wenn Du Dich nicht gerade auf Festivals oder als Support für eine bestimmte Band bewirbst, gibt es Sinn zu überlegen, in welcher Stadt Du spielen möchtest. Wichtig dabei: Überspiel Dich nicht. Auch nicht in Deiner Homebase. Da besteht die Gefahr, immer das gleiche Publikum zu bespielen. Bleib spannend und such Dir Venues an anderen Orten. Dann spielst Du auch viel lieber wieder zu Hause.

Danke Sarah Lohr @Luise und @Arsch und Friedrich

4. Welche Läden

Wenn Du einen Club anschreibst, sei Dir sicher, dass Deine Musik auch zum Genre passt. Manche Veranstalter*innen haben sich auf Metal spezialisiert, während andere eher Indie-Pop buchen. Man kann zwar auch zu Indie-Pop eine Wall of Death einreißen, aber es ist einfach nicht das Gleiche.

Danke Sabine Tipp @Kopf und Kragen

5. Für was bewirbst Du Dich? Sei spezifisch und informiert.

Klar. Du willst spielen. Diese Info allein ist aber oft nicht ausreichend. Mach’s deinem Gegenüber leicht und such Dir Konzertreihen raus, in die Du passen könntest. Oder frag gezielt nach Bands aus dem Programm, für die Du gerne Vorband sein würdest. Überlege Dir, wie Du in den jeweiligen Veranstaltungsort passen könntest. Booker*innen ersparst Du damit Zeit zu überlegen, was sie mit Dir anstellen könnten. Und jeder weiß, Zeit ist knapp im Booking-Business.

Kümmere Dich auch früh genug um Konzerte. Viele Veranstalter*innen buchen 6-9 Monate im Voraus. Und wenn die Slots voll sind, wird es meistens schwierig, noch eine Band unterzubringen. Der frühe Vogel… naja. Aber hier kann das teilweise stimmen.

Danke Lorena Seipp @Kulturzentrum E-Werk

6. Der Ton macht die Musik

Dieser Punkt scheint selbsterklärend. Trotzdem neigt man bei Anschreiben oft dazu, zu arschkriechend oder zu übertrieben zu sein. Üb Dich darin, ziemlich genau über Deine Musik sprechen zu können. Vergiss die Floskeln der Musikpresse, finde Deine eigenen Worte. Bleib freundlich, konzentriere Dich auf Deine Stärken und versuche sie so gut es geht in Worte zu fassen.

Danke Andreas Klenk @Musikzentrale MUZ

7. Seid Euch Eurer Position bewusst

Setze am besten Deine Ansprechpartner*innen nicht unter Druck. Selbst wenn Du glaubst, dass Du wie die Faust auf’s Auge in den Club passt. Am Ende müssen die Veranstalter*innen Dich gut und passend finden. Nicht andersrum. Das gibt auch Sinn, da sie ihre Locations und Gäste am besten kennen. Lass Deine Uniqueness und Deine Kunst für Dich sprechen. Das sollte Dein Aushängeschild sein. Wenn Du Dir nicht ganz sicher bist, was das ist, finde es heraus. Am Ende kann das zur fruchtbarsten Quelle in deinem Musiker*innendasein werden.

Danke @Kunstkeller o27

8. Die Metapher ist ein zweischneidiges Schwert

Du bist Künstler*in. Die Veranstalter*innen tun sich aber schwer in einer E-Mail den philosophischen Überbau Deiner Musik zu verstehen. Das können sie auch, nachdem sie Dich gebucht haben. Pack alle Deine Infos übersichtlich, knapp und leicht verständlich in eine ansprechende Nachricht.

Praktisch ist ein sogenanntes EPK – ein Electronic Press Kit. Das ist eine Landingpage, die übersichtlich Eure aktuelle Musik zeigt, eingebettete Videos und Bandinfo/Pressetext beinhaltet. Gerne auch die bisher gebuchten Konzerte. Packt diesen Link in Eure Mail und verzichtet auf Anhänge und tausend Weiterleitungen, die am Ende verlorengehen oder verwirrend sein können.

Danke Jan Bratenstein @Sing In uvm.

9. Präsentiert Euer Produkt bestmöglich

Bilder sind die Währung unserer Zeit. Je schneller der visuelle Eindruck Dein Gegenüber anspricht, desto besser. Natürlich kann es ein Stilmittel sein, viel Trashfaktor in seinen Videos zu verwenden. Meistens merkt man aber, ob dahinter fehlende Professionalität steckt oder ein genialer Gedanke. Habt also ein paar repräsentative Videos Eurer liebsten Songs auf YouTube parat. Gute Videos lassen sich auch hervorragend auf Facebook, Instagram oder in einem Newsletter teilen – wahrscheinlich die wichtigsten Marketingtools der Veranstalter*innen.

Danke Lorena Seipp @s. o. und Sebastian Vieth @Vorstadt Sound Festival und Obacht!

10. Bemüht Euch wie ein*e ehrenhafte*r Onna-bugeisha/Samurai

Disziplin ist selten als Schriftzug auf Armen von Musiker*innen tätowiert. Booking hat aber eher wenig mit Musik zu tun, sondern mit viel Fleiß, guter Vorbereitung und Durchführung. Erinnert Euch also grade in diesem Bereich an Einfachheit, Struktur und Ästhetik. Ein*e Booker*in möchte gerne in kurzer Zeit Eure beste Seite sehen. Das Aussehen Eures Texts kann also dazu verleiten, sich mit Eurer Musik zu beschäftigen, aber auch davon abhalten. Den Vergleich mit japanischen Idealen von Ganzheitlichkeit habe ich hier also nicht ganz zu Unrecht bemüht.

Danke Michael Beigel @Weinturm Open Air


Zwei Flaschen Wein Podcast Tutorial

Zwei Flaschen Wein – DEIN Podcast Pt. II

Podcasten hat einen frechen Vorteil, den viele Kunstformen leider nicht (mehr) haben. Es ist ein relativ neues Medium, das sich rasant an alle Geschmäcker angepasst und in allen Generationen etabliert hat. So rasant, dass sich glücklicherweise keinerlei Grenzen, Vorschriften oder wahnwitzige Erfolgsrezepte etablieren konnten. Diesen frechen Vorteil nutze ich für meinen Podcast „Zwei Flaschen Wein“ seit der ersten Folge schamlos aus, in dessen Entstehung ich dir, hoffentlich als Inspiration selbst einen Podcast zu starten, einen Einblick geben möchte.

Von Anfang an steht fest: Ich muss mir ernsthaft Hilfe holen.

Ich möchte eine Plattform für all diejenigen bieten, die ihre Geschichte erzählen wollen. Und ich will mit ihnen Wein trinken. Wenn ich dabei zeitgleich ihren Projekten und Ideen Gehör verschaffen kann, die interessant sind und mehr Aufmerksamkeit verdienen, dann habe ich mein Ziel mit diesem Projekt erreicht. In einer relativ frühen Ausgabe habe ich im Intro den Satz gebracht: „Jede Folge ein neuer Gast aus Kunst, Kultur, Musik und purer Sympathie“. Plötzlich hatte ich einen festen Opener der mein Konzept bisher ganz gut beschreibt. Gleich geblieben sind nur ein paar wenige Dinge, die sich glücklicherweise durch die Diversität der mitwirkenden Charaktere als feste Bestandteile entwickelt haben. Zum Beispiel die öffentliche Fragerunde über Instagram, die jeder*m Zuhörer*in die Möglichkeit bietet, aktiv am Inhalt der Folge mitzuwirken. Oder Rubriken und alberne Spiele, die ich mir im Vorfeld zusammen mit den Gästen ausdenke (bspw. „90s Sitcom Generator“ oder „Dinge, die mir scheißegal sind“). Der gesamte Inhalt, mit Ausnahme der Fragen natürlich, entsteht in Vorgesprächen absolut transparent, da aus meiner Sicht mit dem Gefühl der Ungewissheit, weder Interesse noch Vertrauen erzeugt werden kann. Vermutlich würde ich noch heute über meinem finalen Konzept brüten, wenn mir Kinan Sabbagh, Mitbegründer des Mahagoni Festivals und in unzähligen Kollektiven Nürnbergs aktiv, nicht schneller als mir vielleicht recht war für die Pilotfolge zugesagt hätte. Mein Mensch gewordener Arschtritt hat mir nicht nur mit seiner Kippe das erste Loch in den Popschutz meines nagelneuen Mikrofons gebrannt, sondern direkt die weitere Entwicklung des Podcasts geprägt.

Rote Weine und Fäden

Ein eingespieltes Podcast-Duo mit Running-Gags und Geschichten, die sich über mehrere Folgen aufbauen, muss möglicherweise weniger Zeit in die Vorbereitung stecken als ich. Das ist einerseits der Reiz, andererseits auch eine Herausforderung. Ich erstelle im Vorfeld der Aufzeichnung eine Art roten Faden, der jedoch keine strikte Reihenfolge oder ein festes Skript vorgibt, sondern lediglich mir und vor allem meinen Gesprächspartner*innen bei der Entwicklung eines authentischen Gesprächs helfen soll. Dafür recherchiere ich im Vorfeld über deren Kunst, Musik oder Arbeit, sowie für mich relevante Themen, meist aus dem Bereich der Subkultur. Bisher ist nur eine einzige Frage, die zugleich immer die erste ist, bei jeder Aufzeichnung gleich: „Wenn du ein Wein wärst, welcher wärst du?“ Ich versuche stets viel mehr ein Gespräch als ein Interview zu führen. Bei einem Podcast finde ich die Perspektive, die man als Zuhörer*in eingeht darüber entscheidend, ob man anderen beim Reden gerne zuhört oder nicht. Wenn eine Folge entsteht, die vollgepackt ist mit Statements und kontroversen Aussagen, auf die nicht weiter eingegangen wird, hätte ich das Gefühl, als Gesprächspartner versagt zu haben. Wenn ich selbst Podcasts höre, sind die unterhaltsamsten Momenten die, in denen ich den Drang verspüre, meinen Senf dazugeben zu müssen. Ob man die Aufmerksamkeit der Zuhörer*innen für eine Story erregt, kann oftmals schon davon abhängen, wie man einen Satz einleitet. „Gestern war ich in der Sauna“, bietet beispielsweise viel weniger Raum zur Identifikation mit der Situation als: „Kennst du das, wenn du in der Sauna bist?“ An der Stelle Grüße an meine alte Sozialkundelehrerin.

Kein Wein gleicht dem anderen

Zwei Flaschen Wein Podcast Tutorial interviewt The marching coronaband.
Spontanes Straßeninterview mit The marching coronaband.

In der aktuellen Folge ist Reinhard „Lampe“ Lamprecht, Gründer und Chefredakteur des CURT Magazins bei mir zu Gast, mit dem ich mich über die Entstehung seiner Zeitschrift, seine redaktionelle Arbeit sowie über Projekte und Förderinitiativen in Zeiten der Corona-Krise unterhalte. Wie Pop! Rot Weiss bietet auch das CURT Magazin volle Unterstützung sowie Mitarbeit an kreativen Projekten an. Zudem habe ich mich mit „The marching coronaband“ auf dem Bürgersteig vor meiner Wohnung für ein kurzes Interview getroffen.

Für diese Folge ist mir erneut sehr viel Support und Mithilfe entgegengebracht worden, was mir das beruhigende Gefühl der Gewissheit gibt, dass man gemeinsam ein unterhaltsames und informatives Endergebnis gestalten wollte. Ohne diese Sicherheit wäre mein Projekt in dieser Form nicht möglich. Vielen Dank an alle Hörer*innen, Unterstützer*innen und vor allem an alle bisherigen und zukünftigen Gäste, die mir ihr Vertrauen schenken und deren Geschichten ich erzählen darf.

Wer steckt hinter “Zwei Flaschen Wein”?

Matze redet gerne. Und er lernt gerne neue Leute kennen. Am allerliebsten auf Konzerten, Festivals und der bunten Kulturlandschaft Nürnbergs. Und da die Karriere als Pausenclown nach der Schule vorbei war und er zwar viele Musiker*innen kennt, aber selbst keine*r ist, musste er seinem kreativen Wahnsinn zwangsläufig ein neues Ventil geben: Podcasten. Im Zuge seines Projekts „Zwei Flaschen Wein“ durfte er in mittlerweile über 20 Folgen die unterschiedlichsten Charaktere aus Kunst, Kultur, Musik und purer Sympathie vor dem Mikrofon begrüßen und mit ihnen die Weingläser kreuzen. Ein konkretes Ziel und Konzept hat er dabei nicht. Letztlich ist ihm nur eines wichtig: Einen Einblick in Projekte und Persönlichkeiten geben, die Gehör verdient haben – egal aus welchem Hintergrund. Getreu seinem Motto: Jede*r hat eine Geschichte zu erzählen.

Für uns hat er zwei Artikel zum Podcasten geschrieben. Teil I zum Thema "eigenen Podcast starten" liest du hier.


Logo Podcast Zwei Flaschen Wein

„Ey, lass bidde einen Podcast starten!“ Pt. I

Hast du diesen Satz schon mal gehört? Dann zählst du vermutlich nicht nur zu dem einen Viertel der deutschen Bevölkerung, das regelmäßig Podcasts hört, sondern auch zu dem kleinen Teil, der selbst bereits mit dem Gedanken gespielt hat, ein eigenes Format zu produzieren. Ich möchte dir hier ein paar Tipps geben, die für den Start deines eigenen Podcasts hilfreich sein können. Weiter nach der Werbung.

Matze Gründl steht vor einem Mikrofon und grinst in die Kamera.
Matze Gründl spricht gerne vor einem Mikrofon mit Leuten.

Wer steckt hinter "Zwei Flaschen Wein"?

Matze redet gerne. Und er lernt gerne neue Leute kennen. Am allerliebsten auf Konzerten, Festivals und der bunten Kulturlandschaft Nürnbergs. Und da die Karriere als Pausenclown nach der Schule vorbei war und er zwar viele Musiker*innen kennt, aber selbst keine*r ist, musste er seinem kreativen Wahnsinn zwangsläufig ein neues Ventil geben: Podcasten. Im Zuge seines Projekts „Zwei Flaschen Wein“ durfte er in mittlerweile über 20 Folgen die unterschiedlichsten Charaktere aus Kunst, Kultur, Musik und purer Sympathie vor dem Mikrofon begrüßen und mit ihnen die Weingläser kreuzen. Ein konkretes Ziel und Konzept hat er dabei nicht. Letztlich ist ihm nur eines wichtig: Einen Einblick in Projekte und Persönlichkeiten geben, die Gehör verdient haben – egal aus welchem Hintergrund. Getreu seinem Motto: Jede*r hat eine Geschichte zu erzählen.

Seine aktuelle Folge mit Lampe vom Curt Magazin hört ihr hier.

Podcast ist wie Club-Mate

Die unzähligen Podcast-Kategorien sind mittlerweile vergleichbar mit der unendlich erscheinenden Menge an Musik-Genres. Angefangen bei Fernseh- und Rundfunksendern, über renommierte Fachzeitschriften und letztlich jeder*m aus der Unterhaltungsbranche: Jede*r hat einen verdammten Podcast. Also warum nicht auch du? Für jede*n gibt es das richtige und letztlich erfolgreiche Format. Die Aussicht, auf diesem Gebiet noch etwas Neues erfinden und veröffentlichen zu können war auch für mich der finale Anreiz „Zwei Flaschen Wein“ zu starten. Doch vor Veröffentlichung der ersten Folge kamen die Fragen und Zweifel. Wer zum Teufel soll sich das anhören? Was habe ich schon Interessantes zu erzählen? Wird das nicht peinlich, wenn sich das am Ende keine Sau anhört? Die gleichen Fragen stellt sich auch jede*r junge Musiker*in. Und am Ende stehen sie*er und ihre*seine erste Band trotzdem mit eigenen Songs im Gepäck auf den Kleinkunstbühnen dieser Welt. In beiden Fällen braucht es eine kleine Portion Selbstbewusstsein und Übung, kann jedoch von Beginn an ein unfassbar vielfältiges Ventil für die eigene Kreativität sein, sowie absolute, künstlerische Narrenfreiheit bieten. Podcast ist aber auch wie Club Mate. Es ist schwer jemanden davon zu überzeugen, wenn klar ist, dass es ein wenig dauert bis man sich daran gewöhnt.

Ob alleine, zusammen mit einer*m Partner*in oder als Gruppe mit wechselnden Gästen. Egal ob Comedy, Wissenschaft oder Sport – jedes Format hat seine Besonderheiten, für die es kein allgemeingültiges Erfolgsrezept gibt. Und woran misst man als Freizeit-Podcaster*in überhaupt Erfolg? Ich habe beispielsweise in jeder Folge neue Gäste, die meist in den Bereichen Musik und Subkultur tätig sind und mir Geschichten aus ihren Projekten und Kollektiven erzählen. Neue Kontakte, Freundschaften und Einblicke in diese Bereiche sind für mich daher deutlich größerer Erfolg als jegliche Klick-Zahlen oder Follower. Ein solches Projekt mit der Intention zu gründen, dadurch mal eben reich und berühmt zu werden, ist keine sonderlich aussichtsreiche Idee. Doch letztlich geht es doch darum, sich mit seinen kreativen Ideen auf eine besondere Art und Weise Gehör zu verschaffen und sich selbst zu verwirklichen. Wenn jemand lauthals lacht, lacht man mit. Und dieses Prinzip der Begeisterung ist auch beim Podcasten übertragbar.

Hörst du dir eigentlich manchmal selbst zu?

Entgegen all den Expert*innenmeinungen die man im Internet findet, benötigst du kein vollständig durchgeplantes Konzept. Setzte dich nicht gleich zu Beginn unter Druck, indem du dich mit festen Rubriken und Regeln begrenzt. Eine langanhaltende Leidenschaft für ein Projekt kann sich sonst nur schwer entwickeln. Ich habe mich zu Beginn dagegen entschieden, den Hörer*innen zu versprechen, dass die Folgen regelmäßig im gleichen Rhythmus erscheinen. Ich produziere nur dann, wenn ich auch wirklich kreativ und motiviert bin. Lass dir und deiner Idee die nötige Zeit sich zu entfalten, denn nur dann entsteht ein authentischer Inhalt, mit dem du dich dauerhaft identifizieren kannst.

Bei der Wahl des perfekten Namens und Logos gibt es letztlich nur ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Nimm dir die nötige Zeit und recherchiere, ob es schon Podcasts mit identischen oder ähnlichen Titeln gibt. Vor Allem bei der Erstellung deines Logos (idealerweise quadratisch) solltest du dich nicht mit Übergangslösungen zufriedengeben, auch wenn du am liebsten direkt recorden und veröffentlichen willst. Mit einem treffenden Namen im Rücken, der dir auch nach langer Zeit noch gefällt und einem Logo, das du ohne viel zusätzlichen Aufwand direkt für deine ersten Sticker verwenden kannst, lässt es sich entspannter in dein Projekt starten. Eine Instagram- oder Facebook-Seite bietet dir die Möglichkeit, mit deinen Hörer*innen zu interagieren und Feedback zu kriegen. Außerdem kannst du über solche Kanäle deine Releases ankündigen oder dich mit anderen Künstler*innen und Institutionen verknüpfen. Dadurch entstehen Möglichkeiten und du sammelst Erfahrungen im Austausch mit anderen. Unbedingt nötig ist eine Social-Media-Präsenz natürlich nicht, bietet aber viele Vorteile.

Für wen Recording, Mikrofonierung und Schnittprogramme komplettes Neuland sind, den kann ich beruhigen. An diesen Punkten muss dein Weg zum eigenen Podcast nicht scheitern. Zum Glück hat mittlerweile nahezu jedes große Musikgeschäft Starter-Bundles mit Mikrofon, Stativ, Kabel und Software für den kleinen Geldbeutel fest im Sortiment. USB-Kondensatormikrofone der unteren Preiskategorie, die man direkt mit dem Laptop verbinden kann, erzeugen mit ein wenig Feingefühl und Erfahrung bereits eine gute Soundqualität. Das erzeugt bei jeder*m neuen Hörer*in direkt einen professionellen Eindruck. Kurz gesagt gilt hierbei: Man hört dir nur dann gerne regelmäßig zu, wenn man dich auch problemlos versteht. An den Klang der eigenen Stimme gewöhnt man sich übrigens sehr schnell, selbst wenn du bisher nicht einmal die eigenen Sprachaufnahmen am Handy nochmal anhören wolltest. Bevor du eine Folge veröffentlichst, solltest du diese nicht nur auf dem Laptop mit geschlossenen Kopfhörern, sondern auch über das Handy oder im Auto anhören. Nicht jedes Setup bietet automatisch das beste Sprachverständnis für alle Geräte. Frag einfach Freund*innen, ob sie deine ersten Folgen Probehören können und lass dir ehrliches Feedback geben. Damit sammelst du am schnellsten Erfahrungen und die nötige Sicherheit. Auch wenn mir jetzt bei den folgenden beiden Sätzen ein klein wenig Kotze hochkommt, passen sie leider zu gut. Fragen kostet nix und Übung macht nun mal die*den Meister*in.

Spotify oder iTunes?

Die erfolgreichsten Podcasts sind meistens professionell produzierte, zum Teil geskriptete und mit langjähriger Erfahrung ausgestattete Formate. Eines haben diese und dein eigener immer gemeinsam. Es wird letztlich einfach nur geredet. Deutschlands erfolgreichster Comedy-Podcast „Gemischtes Hack“ startet bis heute mit einem Rap-Zitat an Stelle eines musikalischen Intros und orientiert sich nebenbei nur an sehr wenigen, festen Strukturen. Und dennoch hat das Konzept nach Jahren noch Erfolg. Das zeigt deutlich, dass es am Ende viel mehr auf den eigentlichen Inhalt und seinen Unterhaltungswert, als auf eine glitzernde Verpackung ankommt. Trotzdem macht ein kurzes, knackiges Intro zu Beginn natürlich etwas her und schenkt deinem Format einen persönlichen Charakter mit Wiedererkennungswert. Ich habe mein Intro damals als Freeware von einer Homepage für Beat-Produzent*innen heruntergeladen und um ein paar Sprach-Samples von Navigationsgerät-Stimmen erweitert. Frag bei Freund*innen, die sich mit Musik- und Beatproduktion auskennen oder spiel selbst etwas ein. Kurz, prägnant und charakteristisch sollte dein Intro direkt für Aufmerksamkeit bei den Hörer*innen sorgen. Denk hierbei jedoch unbedingt daran, grundsätzlich jede*n Künstler*in explizit um Erlaubnis zu bitten, bevor du deren Werke verwendest. Selbst wenn es sich um Freeware aus dem Internet handelt. Eine kurze Erwähnung in deiner Beschreibung auf Spotify oder iTunes ist den meisten Produzent*innen Gegenleistung genug und du bist gleichzeitig auf der sicheren Seite.

Für die Veröffentlichung benötigst du einen sogenannten Host. Dabei handelt es sich um eine Homepage, auf der du deine Audiodateien, Folgenbeschreibungen und Titelbilder hochlädst. Dein Host verarbeitet diese nach deinen Vorgaben und stellt sie für die Streaming-Dienste zur Verfügung, auf denen du dein Format veröffentlichen willst. Die meisten Anbieter*innen haben zusätzlich einen Service zur Auswertung und Analyse jeder Folge eingerichtet. Bei Spotify nennt sich dieser beispielsweise „Spotify for Podcasters“ und bietet einen übersichtlichen Einblick über deine Klick-Zahlen, Reichweite und Follower. Nutze direkt von Beginn an die Funktionen, die dir dein Host bietet, um jede Folge kurz zu beschreiben. Wechselnde Groß- und Kleinschreibung, ähnliche Struktur der Episodennamen und Folgennummer sind mittlerweile zum Standard geworden.

Egal für welches Konzept du dich letztlich entscheidest. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen Struktur und Spontanität hält deinen Podcast lebendig und spannend. Wichtig ist, dass du deiner eigenen Idee, deiner persönlichen Meinung und dem Charakter deines Projekts treu bleibst.

Teil II folgt.

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