„Was ich schon immer mal tun wollte!“ – To Dos in Corona

Von SOUNDSGOOD alias Friedemann Bauknecht & Ruben Bauer

Das Soundsgood Team auf einem Festival
Friedemann Bauknecht (mitte) und Ruben Bauer (rechts) (c) Micha Roth

Das Coronavirus und seine Auswirkungen hat Alle getroffen und sorgt noch immer für viele (Be)Sonderheiten und Einschränkungen. Besonders hart hat es auch unsere geliebte Musikbranche erwischt.
Neben dem Umstand, dass bis vor kurzem aufgrund des „Social Distancing“ schon an Proben oder gemeinsames Musizieren überhaupt nicht zu denken war, ist es auch schon lange kein Geheimnis und kein „Oh-Nein“ oder „Oh-Weh“ mehr, dass ebenso das komplette Live-Geschäft zusammengebrochen ist.
Schon vor Wochen und inzwischen Monaten mussten neben den großen Konzertveranstalter*innen und Festivalorganisator*innen auch alle kleineren Locations und Clubs ihre Türen schließen. Egal ob Singer-Songwriter*in im soziokulturellen Zentrum, Newcomer-Indie Band im Musikclub oder Sinfonieorchester im Konzertsaal – alle saßen aufgrund der Pandemie bisher im gleichen Boot. Nicht zuletzt aufgrund der großen wirtschaftlichen Bedeutung von Konzerten und Liveauftritten, bringt diese sogenannte „Krise“ für viele Musiker*innen damit existenzielle Fragen mit sich.

Da jedoch bekanntlich „lamentieren nichts hilft“, wie es im Volksmund so schön heißt, stellt sich die Frage nach den Chancen und Möglichkeiten in Zeiten von Corona. Auch wenn die Lage zunächst düster erscheint, eröffnen sich auf den zweiten Blick viele Möglichkeiten an seiner Karriere weiterzuarbeiten und sich für die Zeit nach den Kontaktbeschränkungen ideal aufzustellen. Bestimmt hat jede*r auch schon eigene (neue) Rituale oder einen sinnvollen Zeitvertreib für sich entdeckt (Teilen & weitere Anregungen erwünscht), ein paar Anregungen wollen wir hier jedoch noch geben:

Livestreaming – die Alternative zum analogen Konzert

Die größte Begriff-Konjunktur neben dem „C“-Wort, erlebt im Musikbusiness wohl das: Livestreaming. Es scheint zunächst ein logischer und zeitgemäßer Gedanke zu sein, Livekonzerte statt in den Konzertsaal, auf die virtuelle Bühne zu bringen. Jede*r Nutzer*in eines Sozialen Mediums kommt derzeit nicht an täglichen Mini-Konzerten aus den Clubs der Republik, allem voran aber Wohn- und Schlafzimmern, vorbei. Die aufstrebende Streaming-Kultur hat wie so vieles seine Fans und auch Gegner*innen.
So einfach und praktisch der Insta- oder Facebook-Livestream auch ist, so sehr gibt es auch Hürden zu nehmen und Probleme zu erkennen, will man dieses Medium wirklich nachhaltig nutzen und die zuvor erwähnten Livestream-Gegner*innen minimieren oder gar vom Gegenteil überzeugen.
Die Vorteile liegen aber klar auf der Hand. Man kann weiterhin mit seinen Fans in Verbindung treten, (zusammen) musizieren und auf seinen Social-Media-Kanälen Content liefern.
Zwar gibt es aktuell eine sehr große Fülle an Streaming-Angeboten, sodass es schwer ist wirklich wahrgenommen zu werden, doch geht man dabei mit einem Promoplan, Geschick und den richtigen Partner*innen ans Werk, kann das ganze durchaus einen erfolgreichen Promo-Effekt für die Band und/oder das dahinter stehende Projekt/Festival/Event haben.
Auch wenn die Solidarität von Fans und Kulturliebhaber*innen in den letzten Wochen häufig sehr beeindruckend war, ist es dennoch nicht leicht, einen Livestream zu monetarisieren, je nach Aufwand gar zu finanzieren. Daher und vor Allem auch wegen des notwendigen technisch-filmischen Knowhows (vom Equipment und der zuvor erwähnten Promo ganz zu schweigen), ist die Wahl des oder noch besser der richtigen Partner*innen hier ein wichtiger Punkt.
Recherchiert einfach mal etwas im Netz und startet euer Livestream-Konzert-Booking: . Viele Veranstalter*innen supporten gerne lokale Künstler*innen, sodass dort gute Chancen bestehen einen Slot zu erhalten. In Nürnberg und Umgebung kann hier beispielhaft der Club Stereo und auch Stream Forward vom N2025 Bewerbungs-Büro genannt werden. Bundesweit ist hier zum Beispiel die Plattform Dringeblieben hervorzuheben.

Zukunftsgedanken: Neben tollen neuen Kontakten, die sich so vielleicht auch für die Post-Corona-Zeit ergeben, kann man häufig direkt auch gutes Videomaterial für die zukünftige Promo- und Booking-Arbeit gewinnen. Darüber hinaus lohnt es vermutlich, sich grundsätzlich mal mit der Thematik des Livestreamings beschäftigt zu haben und ein Grundverständnis dafür zu entwickeln, wie Livevideos auf Facebook und Co. funktionieren. Wer weiß, welche Rolle Streaming auch über die Corona-Zeit hinaus spielen wird?

Songwriting/Recording – sich auf Musik besinnen

Für diejenigen, für die Livestreaming nichts ist oder aufgrund technischer oder finanzieller Gründe nicht umsetzbar bleibt, gibt es dennoch auch andere Möglichkeiten die Corona-Zeit zu nutzen.
Wessen Musik nicht per Livestream „funktioniert“, wer seine Show den Bedingungen nicht anpassen will oder kann oder einfach nicht vor Kameras statt sichtbarem Publikum spielen will, kann sich ganz klassisch auf die Zeit „nach“ Corona (oder zumindest nach den aktuellen Einschränkungen) vorbereiten. Das sollte oder kann nicht nur auf musikalischer Ebene geschehen, bietet sich aber gerade vielleicht für die eine oder den anderen an.
Es ist sicher davon auszugehen, dass es wieder Zeiten geben wird, in denen eine gewisse Normalität vorherrschen wird und so kann es bestimmt hilfreich sein, dann auch musikalisch wieder voll dabei zu sein. Wieso also nicht an Texten feilen, neue Songs schreiben, Demos aufnehmen oder gar ein neues Album produzieren? Hört sich „Album-Release Tour“ nicht wie Musik in euren Ohren an?

Merchandise – Fans Möglichkeiten des Supports bieten

Da jedoch Recording, Mixing/Mastering, Artwork und vieles, was mit einem Release zusammenhängt, Kosten verursacht, gibt es auch Möglichkeiten sich mit alternativen Einkünften in Corona-Zeiten zu beschäftigen.
Eine Möglichkeit dabei: Merchandising.
Während CDs und T-Shirts wohl zum Standard-Merch-Repertoire vieler Bands gehören, wird wohl häufig unterschätzt, dass dieses Thema noch viel mehr Potential birgt. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass Fans gerne ihre Lieblingskünstler*innen unterstützen, jedoch in Zeiten der Digitalisierung und dem Verschwinden von PC-Laufwerken nur noch wenige etwas mit einer CD anfangen können und auch das T-Shirt-Fach oft schon voller Band-Shirts ist. Entsprechend bedarf es etwas mehr an Kreativität. Es sollte Merch kreiert werden, der zum Stil der Band und der Lebenswelt der Fans passt. Merch der im besten Fall eine weitere Funktion (als lediglich Band-Merch zu sein) erfüllt, dies aber nicht zwingend muss. Benchmarking lohnt sich, die eigene Kreativität zählt jedoch noch viel mehr.
Dennoch ein paar Beispiele zur Anregung: Die Punkrock-Band Schmutzki verkauft an ihre Fans Bierdeckel, der Indie-Pop-Adventurer Dominik Baer, bietet neben CDs und Vinyl auch Kunstdrucke der Gemälde zu seinen Singles an und das Groove-Trio RSxT, verscherbelt ihr Markenzeichen: Band-eigene Baseball-Caps.
Gutes Merchandise lohnt sich nicht nur während der Corona-Trockenpause, sondern auch dann, wenn es wieder auf die Bühnen der Welt geht.

„(E)PK“ Überarbeiten

Seit dem 15.06 sind auch wieder kleinere Konzerte mit bis zu 50 Zuschauer*innen und entsprechenden Abstandsregeln in Bayern gestattet. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass auch bald wieder das aktive Konzert-Booking an Fahrt aufnehmen wird.
Da empfiehlt es sich doch jetzt besonders – falls noch nicht geschehen – ein aussagekräftiges PK (englisch: Press Kit) oder EPK (englisch: Electronic Press Kit) zusammen zu stellen oder zu überarbeiten.
Ein Press Kit ist eine, in einer Mappe oder zumindest in einem Dokument zusammengestellte (EPK-online zusammengestellte) Ansammlung von Informationen und Links über eine Band. Hier sollen Veranstalter*innen oder Promoter*innen alle nötigen Informationen zu euch finden, ohne sich alles Wissenswertes oder gar Notwendiges mühsam von verschiedensten Plattformen zusammensuchen müssen. Da die meisten Kreativschaffenden häufig sehr beschäftigt sind, sollte alles perfekt und übersichtlich vorbereitet sein. Ein gutes EPK erhöht eure Auftrittschancen und Promo-Erfolge.
In einem guten Press Kit findet man Grundsätzliches zu euch und eurer Musik, unter anderem auch eine Biografie, gute und aktuelle Bilder, Rezensionen und Links zu aktuellen (Live-)Videos und eurem Online-Auftritt.

Weiteres

Neben diesen vier Aspekten gibt es eine große Fülle an weiteren Aufgaben und Möglichkeiten, die in Zeiten von Corona angegangen werden können. Es lohnt sich, kritisch die verschiedenen Bereiche des eigenen Projekts zu analysieren und zu überlegen, was für die individuelle Situation gerade am wichtigsten ist. Das kann neben den hier genannten Dingen auch die Überarbeitung der Homepage, die Erstellung eines Business-Plans oder eine aktive Beschäftigung mit dem Thema Booking sein. Zu den „Dos & Don’ts“ des Themas Booking geht es hier.

 

Soundsgood? Soundsgood!

…das ist was sich die zwei Gründer von SOUNDSGOOD sagten, als sie zusammen über die Idee eines gemeinsamen Unternehmens sprachen. Die Idee: Eine Booking-Agentur mit neuer, innovativer Musik zwischen Pop und Jazz, bei der Künstler*innen im Mittelpunkt stehen und der nachhaltige Erfolg, auch im Zusammenspiel mit Veranstalter*innen, gesucht wird.
Neue Konzerterlebnisse, berauschende Momente und inspirierende Denkanstöße sind, was die Künstler*innen der SOUNDSGOOD-Familie vereint und ganz besonders machen.
Zudem beraten die Kulturmanager Kulturinstitutionen von kreativen Konzeptideen bis hin zu Marketing-Strategien. Auch unterstützt das Jung-Unternehmen Kulturschaffende in ihrer Arbeit und übernimmt Aufgaben in vielen Bereichen, wie der Tourplanung, Produktion, oder Programmation.
Dabei steht im Vordergrund immer der Win-Win-Gedanke und die Bereicherung der Kulturlandschaft. Als Vorbild für die Gesellschaft prägt und weist Kultur auf Missstände hin. Nicht anders verhält es sich für die entsprechenden Kulturinstitutionen, wo Gewinnmaximierungsgedanken keine Rolle spielen sollten. Soundsgood möchte hier einen positiven Trend in eine positive Richtung setzen.
Soundsgood soll am Ende vor allem auch das sein, was das Publikum zu Ohren bekommt.
Mehr Musik – Mehr Künstler*innen – Mehr Spaß

Soundsgood? Soundsgood!

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