Musikmachen in der Krise?

"Zwischen den Wellen - Musikmachen in der Krise" lautete der Titel unserer Talkrunde während der Nürnberg Pop Konferenz am 10.10.2020. Auch wenn kein Publikum körperlich anwesend war, konnten wir das Gespräch streamen und stellen es Euch heute auch über unsere Kanäle zur Verfügung.

Das Thema ist aktueller denn je. Wie ist es momentan überhaupt noch sinnvoll möglich Musik zu machen, etwas zu veranstalten oder einfach mal meiner künstlerisch-musikalischen Leidenschaft zu folgen? Die ungewisse Zukunft für die Kulturbranche trifft viele hart.

Wir haben mit vier hochkarätigen Personen aus der Nürnberger Gegend gesprochen und uns ausgetauscht, wie eine Zukunft der Musikbranche mit und nach Corona aussehen kann. Sehr gefreut haben wir uns über Alba Wilczek (NBGHIPHUB, BR), Sarah Lohr (Luise - The Cultfactory, Akne Kid Joe), Wolfram Kellner (J.B.O.) und Kolja Pribbernow (Ferge x Fisherman, Backyard Jazz Weeks).

Das Gespräch gibt es auch als Audiopodcast.

https://youtu.be/an-vI4tVYG8


Bayerische Popkulturpreise gehen an unsere Nominierten

Zweimal Preise nach Mittelfranken

Zweimal geht der Bayerische Popkulturpreis vom Verband für Popkultur in Bayern e.V. nach Nürnberg. Beide Institutionen hat Bezirkstagspräsident Armin Kroder in Absprache mit uns vorgeschlagen.
Lokale Leidenschaften / Radio Z haben sich in der Kategorie Nachhaltigkeit mit jahrelanger Arbeit u. a. von Andreas Basner und Lisa Hübner für die hiesige Musiklandschaft empfohlen. Danke dafür.

Andreas Basner, Lisa Hübner von Lokale Leidenschaften, Radio Z
Andreas Basner und Lisa Hübner (von links) von Lokale Leidenschaften, Radio Z

Auszeichnung für ausgezeichnete Inklusionsbemühungen

Unsere langjährigen Kooperationspartner*innen von der Initiative Barrierefrei Feiern werden im Bereich Inklusion ausgezeichnet. Unsere Kampagne Pop! für Alle und viele weitere Projekte wären ohne sie nie denkbar. Danke für Eure Arbeit.

Das Team der Initiative Barrierefrei Feiern
Das Team der Initiative Barrierefrei Feiern

Wir sind sehr glücklich über so eine tolle Jury, die sich voll hinter unsere Argumentation für die Preisträger*innen stellen konnte:

Ein Teil der Jury des Popkulturpreises
V.l.n.r.: Bernd Schweinar (VPBy), Michael Zirnstein (SZ), MdL Kerstin Radler (FDP), Andreas Jäger (Popularmusikberater Bezirk Mittelfranken), Dietmar Schwenger (Musikwoche), Axel Ballreich (LiveKomm), Oliver Alexander (41065 Musikverlag), Claudia Appel (Beastie Butterfly), MdL Sanne Kurz ((B'90/Grüne) Nicht auf dem Bild: Prof. Dr. Julia Lehner (2. Bürgermeisterin der Stadt Nürnberg), MdL Arif Tasdelen (SPD), Michaela-Susan Pollok (freie Journalistin), Barbara Friedrichs (Büro für Popkultur Augsburg), Julia Viechtl (Feierwerk Fachstelle Pop München), Tom Büscher (F.A.M.E. Artist Recording GmbH), Thomas Moser (ROCK ANTENNE), Stefan Schnabel (München Ticket GmbH), Edi van Beek (BAYERN 3), MdL Christoph Skutella (FDP), Bernd Strieder (VPBy) und Alisa Weixelbaum (VPBy)

Matthias Bäuerlein zeigt Euch wie man auf dem Pad Schlagzeug übt

Leise Schlagzeug üben macht Dich zum Speedking

Matthias Bäuerlein ist Studiomusiker, Drummer, Produzent, Songwriter und ein sehr freundlicher Mensch. Er war so lieb und hat uns ein Video zur Verfügung gestellt, in dem er easy erklärt, wie man im Lockdown oder an kalten Wintertagen richtig gut Schlagzeug üben kann. Man braucht nur zwei Sticks, ein Pad und Lust. Gerne reinschauen. 😁

https://youtu.be/toMkZHMBxfs


Menschen auf der Bühne. Musikerinnen und Dolmetscherinnen

Die mit den Händen tanzen

Hallo, ich bin Hristo aus München. Meine Muttersprache ist die Deutsche Gebärdensprache, ich bin taub. Ich habe einen Abschluss als Tauber Dolmetscher für Gebärdensprache. Ich dolmetsche unter anderem von der deutschen Schriftsprache in die Gebärdensprache.

Menschen auf der Bühne. Musikerinnen und Dolmetscherinnen
Im Kopf & Kragen wurde ordentlich gefeiert. (c) Kopf & Kragen

Im vergangenen Jahr stand ich mit dem Team #DieMitDenHändenTanzen auf der Bühne im Kopf & Kragen in Fürth und habe ein Live-Konzert in Gebärdensprache gedolmetscht. So konnte auch das taube Publikum alles verstehen und mitfeiern. In der Vorbereitung habe ich mich durch alle Texte gearbeitet und zusammen mit dem Team die Verdolmetschung und den Stil der Band besprochen. Am Abend stand ich dann neben der Band auf der Bühne und meine hörende Kollegin Jana Blume saß mir gegenüber. Jana und das Team arbeiten schon länger als Dolmetscher*innen für Konzerte. Sie war an dem Abend meine Feederin und unterstützte mich beispielsweise beim Rhythmus oder beim richtigen Einsatz durch kurze Signale. Alles hat wunderbar geklappt und kam auch beim Publikum super an. Das war wirklich interessant und gleichzeitig eine neue Herausforderung für mich. Eine ganz neue Erfahrung! Ich wünsche mir, dass es weiterhin so gut läuft.

Auch die Zusammenarbeit im Team mit hörenden und tauben Dolmetscher*innen war wirklich spitzenmäßig!

Hristo performt als tauber Gebärdensprachendolmetscher mit der Band
Hristo performt als tauber Gebärdensprachendolmetscher mit der Band. (c) Kopf & Kragen

Mehr zu DMDHT (Die mit den Händen tanzen) findet ihr auf Facebook oder Instagram.


Freude über leichte Sprache

Was ist leicht verständliche Sprache?

Wir freuen uns über leichte Sprache

In Zusammenarbeit mit capito Nordbayern

Leichte Sprache, einfache Sprache, leicht verständliche Sprache: All diese Begriffe bezeichnen Texte und Inhalte, die für Menschen mit Lernschwierigkeiten gut verständlich sind. Texte, die in leicht verständlicher Sprache verfasst sind, tragen zur Barrierefreiheit bei.

Bei capito sind die Inhalte, die in leicht verständlicher Sprache verfasst sind, in drei Schwierigkeitsstufen eingeteilt: A1, A2 und B1.

Warum ist leicht verständliche Sprache wichtig?

In Österreich, Deutschland und der Schweiz können rund 24 Millionen Menschen nicht richtig lesen. Die meisten Informationen von Firmen und Behörden sind für diese Menschen nicht verständlich. Diese Menschen können deswegen an unserer Gesellschaft nicht gleich­berechtigt teilhaben. Denn das Lesen und Verstehen von Texten sind wesentliche Voraussetzungen für ein selbstständiges Leben.
capito möchte, dass niemand in der Gesellschaft ausgeschlossen wird.
capito möchte, dass in Zukunft alle Menschen sagen können: ,,Ich habe verstanden!".

www.capito-nordbayern.de

Unser Icon für Leichte Sprache
Unser Icon für Leichte Sprache

Daniel ist Tätowierer und hat eine unsichtbare Behinderung

Ich habe was, was Du nicht siehst

Daniel ist Tätowierer und hat eine unsichtbare Behinderung
Daniel hat eine "unsichtbare Behinderung" (c) Patricia Mort

Ich bin Daniel, Tätowierer, 33 Jahre alt und fühle mich in der Hardcore/Punk Szene zuhause.

Im Erwachsenenalter wurde bei mir eine eher "unsichtbare Behinderung" diagnostiziert. Rückblickend betrachtet verstehe ich mich mittlerweile selbst ein bisschen mehr. Zum Beispiel fiel es mir schon immer super schwer einfach mal unter Menschen, die mir fremd sind, zu gehen oder gar Veranstaltungen als Gast zu besuchen. Simple Dinge wie „small talk" bringen mich schnell an meine Grenzen und überfordern mich. Ich nehme Menschen meistens wörtlich und nehme sie wie Bäume wahr. Das bringt mich des öfteren in ziemlich unangenehme Situationen und führt nicht selten zu einem mentalen Totalausfall.

Bei Veranstaltungen ist die Gefahr in solche Situationen zu geraten natürlich erhöht. Deshalb besuche ich sie fast ausschließlich nur noch, wenn ich selbst als Musiker auf der Bühne stehe und mich in den Backstage flüchten kann oder meine Freunde mich begleiten. Ich liebe Konzerte, besonders bei Hardcore ist da eine tolle Dynamik und Energie zu spüren.

Für die Zukunft wünsche ich mir eigentlich nur, dass es für Menschen, die still leiden, vermehrt sensibilisiertes Personal oder es gar Ruheräume auf Veranstaltungen gibt. Das würde vieles einfacher gestalten und Konzerte zu einem tollen Erlebnis für alle machen.

Unser Icon für sensible Umgebung und Ruheräume
Unsere Icons für sensible Umgebung und Ruheräume

POP FÜR ALLE! 2020 Der Film

Der Trailer zu unserem Magazin POP FÜR ALLE!

Zusammen mit Akteuren, Institutionen und Menschen aus der Community haben wir 2020 ein Magazin über kulturelle Teilhabe und barrierefreies Feiern veröffentlicht.

Ihr könnt es auch kostenfrei bei uns in Printform bestellen: inklusion@pop-rot-weiss.de

Danke an alle, die mitgewirkt haben!

https://youtu.be/gD6whupq6Hw


Icon und Gebärde für Dometscher

Die Deutsche Gebärdensprache

Quelle: Deutscher Gehörlosen-Bund e. V.

Icon und Gebärde für Dometscher
Unser Icon für Gebärdensprachendolmetscher beruht auf der Gebärde für Dolmetscher

Was ist Gebärdensprache?

Gebärdensprachen sind visuell-manuelle Spra­chen, die natürlich entstanden sind. Gebärden­sprachen bestehen neben Handzeichen aus Mimik und Körperhaltung. Sie verfügen über ein umfas­sendes Vokabular und eine eigenständige Gram­matik, die grundlegend anderen Regeln folgt als die Grammatik gesprochener Sprachen. Gebärdensprachen sind ebenso komplex wie gesprochene Sprachen, auch wenn sie anders aufgebaut sind. Von der Sprachwissenschaft sind Gebärdensprachen als eigenständige, vollwertige Sprachen anerkannt.

Was bedeutet DGS?

Die Abkürzung DGS bedeutet Deutsche Gebärden­sprache. Die DGS verfügt über ein eigenständiges und komplexes Sprachsystem, das sich in seiner Grammatik grundlegend von der Deutschen Laut- ­und Schriftsprache unterscheidet. Sie ist als voll­wertige Sprache in Deutschland seit 2002 anerkannt.
Die DGS ist eine innerhalb der deutschen Gehör­losengemeinschaft gewachsene Sprache. Sie ist in ihrem Vokabular nicht bundesweit einheitlich, sondern verfügt über etliche Dialekte, vergleichbar mit der Deutschen Lautsprache (in Bayern spricht man z. B. anders als in Nordrhein Westfalen und gebärdet auch anders). Deshalb kann es in einigen Regionen Vokabeln geben, die in anderen nicht angewandt werden.

Ist die Gebärdensprache international?

Die Gebärdensprache ist nicht international. Wie die DGS über Dialekte verfügt, besitzt jedes Land seine eigene Gebärdensprache, in der sich auch regionale Dialekte entwickelt haben.
In der Kommunikation mit Gehörlosen, die andere nationale Gebärdensprachen benutzen, verwenden Gehörlose „International Signs". Dabei handelt es sich nicht um ein einheitliches System, wie bspw. „Gestuno", das gebärdensprachliche Pendant zur internationalen Lautsprache „Esperanto".

Kann man mit Gebärdensprache alles ausdrücken?

Ja. Gebärdensprachen sind zwar visuelle Sprachen, aber sie sind keine Pantomime. Gebärdensprachen verfügen über eine eigene, vollständige Grammatik und konventionelle Zeichen. Man kann sehr wohl auch abstrakte Sachverhalte damit ausdrücken. Die Vollwertigkeit von Gebärdensprachen wurde im Zuge sprachwissenschaftlicher Forschungen bereits in den 1960er Jahren festgestellt. Trotzdem wurde die Gebärdensprache in Deutschland erst durch das Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes 2002 anerkannt.

Wo können Kurse zur Deutschen Gebärdenspra­che besucht werden und wie finde ich entspre­chende Anlaufstellen?

Eine Übersicht finden Sie online unter:
gehoerlosen-bund.de/gebaerdensprachschulen

 

Es gibt auch regionale Anlaufstellen. Hier ein Beispiel:

"Ihr seid hörbehindert oder gehörlos? Ihr habt Lust gemeinsam gegen Barrieren, die hörbehinderte Menschen betreffen, zu arbeiten und kommt aus dem Großraum Erlangen? Dann meldet euch bei uns. Entweder per E-Mail an ina.fischer@erlangen-inklusiv.de oder per Fax an 091319166757 oder auf unserem Anrufbeantworter 091319166756.
Die Kommune Inklusiv Erlangen setzt sich gegen Teilhabeeinschränkungen ein und sucht Experten in eigener Sache. Mehr über das Projekt auf www.erlangen-inklusiv.de"

https://www.facebook.com/ina.fischer.7549/videos/3215428985146444/


Ina Fischer und Felicitas Keefer

Meine Lieblingsband gibt ein Konzert!

Von Ina Fischer

Ina Fischer und Felicitas Keefer
Betreuen die Kommune Inklusiv: Felicitas Keefer und Ina Fischer

... ich möchte hingehen. Für viele Menschen ist das einfach. Sie kaufen eine Karte und gehen hin.

Ich bin blind. Für mich ist das nicht so einfach. Ich kann nicht allein auf ein Konzert gehen. Da kenne ich mich meistens nicht aus. Deshalb brauche ich eine Begleitperson.

Viele Menschen mit Behinderung brauchen eine Begleitperson. Auch für sie gibt es Hindernisse, wenn sie zu einem Konzert möchten. Die Schrift im Programmheft ist oft nicht groß genug geschrieben. Die Sprache ist für manche schwer und der Kartenverkauf im Internet ist oft nicht gut zu bedienen.

Beim Konzert gibt es auch viele Hindernisse. Oft gibt es Stufen, manchmal auch zu wenige Plätze für behinderte Menschen. Es gibt viele Leute, die helfen, solche Hindernisse abzubauen.

In Erlangen gibt es das ZSL und das Projekt "Kommune Inklusiv". Im ZSL gibt es Beratung, wie man Hilfe bekommt.

 

 

Ich arbeite mit Frau Keefer bei "Kommune Inklusiv". Wir helfen besonders Menschen, die schwerhörig oder gehörlos sind und ältere Menschen. Wir reden mit vielen Menschen z. B. mit Politiker*innen. Wir sagen ihnen, was Hörbehinderte und ältere Menschen brauchen. Wir machen auch jeden Monat ein Treffen. Das heißt "Erlangen erzählt". Da kann jeder kommen und mitmachen.

Wann die nächsten Treffen sind, steht auf unserer Homepage erlangen-inklusiv.de

Logo Kommune Inklusiv


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Digitale Barrierefreiheit

Maximilian Reymann treibt digitale Barrierefreiheit voran
Maximilian Reymann treibt digitale Barrierefreiheit voran.

Für junge Menschen stellen digitale Medien oft keine Herausforderung dar.
Sie sind damit aufgewachsen.
Aber viele Menschen finden digitale Medien schwer.
Das kann viele Gründe haben.
Manche Menschen besitzen keinen Computer oder kein Handy.
Andere Menschen können nicht ins Internet.

Aber oft liegt es nicht an den Menschen.
Die Informationen in den digitalen Medien sind schlecht vorbereitet.
Oft sind Webseiten unübersichtlich.
Oft sind Webseiten in einer anderen Sprache.

Solche Barrieren müssen wir vermeiden.
Es gibt Regeln, an die sich Entwickler*innen halten können.
Das schwere Wort für diese Regeln ist: Richtlinien für Barrierefreie Webinhalte.

 

Eine Regel ist: Es soll Informationen immer in verschiedenen Formen geben.
Zum Beispiel gleichzeitig als Text, Bild und Ton.
Ein tauber Mensch kann die Information lesen und ein blinder Mensch die Information hören.
Das schwere Wort dafür ist: Mehr-Sinne-Prinzip.

Der Verein BIRNE7 arbeitet daran, digitale Barrieren loszuwerden.
Dafür gibt der Verein Vorträge und leitet Arbeits-Gruppen.
Der Verein programmiert auch technische Anwendungen.
Wie zum Beispiel für den Computer oder das Handy.
BIRNE7 möchte Barrieren im Internet abbauen und Menschen mit Behinderung helfen.

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