Open Stage "DEINE BÜHNE"

Endlich ist es wieder so weit. Ihr könnt auf die Bühne (zurück). Am Freitag, den 10.09. bieten wir eine Open Stage auf dem Gelände der Kulturoasis auf AEG in der Muggenhofer Straße 32. Eintritt erfolgt auf Spendenbasis. Nehmt Eure Instrumente mit!

https://www.pop-rot-weiss.de/events/pop-rot-weiss-deine-buehne/

Du willst endlich spielen. Musik machen. Leute damit begeistern. Spaß am Mikrofon haben. Vielleicht ist es Dein erstes Mal, vielleicht Dein tausendstes. Eins ist sicher: Es ist Deine Bühne.
Egal ob mit Lampenfieber oder ohne. Du bist hier herzlich willkommen. Wir von POP! ROT WEISS und die Kulturoasis stellen Dir alles zur Verfügung, was Du brauchst. Wenn Du Dich bis Mittwochabend anmeldest, dann gehen wahrscheinlich sogar besondere Wünsche.
Wenn nicht, komm einfach am Freitag und spiel, sing oder schrei Deine Musik raus. Wir freuen uns!
Der Open Stage Abend wird von einem professionellen Technikteam betreut. Du bekommst zwei Freigetränke und hast 20 Minuten Zeit, etwas von Dir zu präsentieren. Nach der Veranstaltung gibt’s eine Abrechnung von Einnahmen an der Bar und Eintrittsspenden. Davon bekommst Du im Nachgang Deinen Anteil. Gib uns also Deinen Kontakt.
Bring gerne Instrumente mit und melde Dich beim Technikteam oder an der Bar. Wir kümmern uns dann um Dich.
Gerne vorher ne Mail an kontakt@pop-rot-weiss.de
Oder per DM an @pop_rot_weiss auf Insta
Oder @pop.rot.weiss auf Facebook
Einlass 17:00
Beginn 18:00
Musik aus 22:00
Platz verlassen 23:00
Eintritt frei oder Spende
Eine Grafik auf der der titel der Veranstaltung steht und eine Hand ein Mikro ergreift.

Das Logo des GEMA-Stipendiums.

30 Millionen für Musiker*innen

30 Millionen hat die GEMA im Rahmen des Neustarts Kultur zur Verfügung gestellt bekommen. Das Geld soll Musiker*innen zuteil werden, die sich bei der GEMA dafür bewerben. Genannt wird die Förderung „Stipendium“, da man projektbezogen 5000€ für einen Zeitraum von vier Monaten bekommt. Maximal vergibt die GEMA damit also 6000 Stipendien. Die Bewerbungsphase hat Anfang August begonnen und endet am 29.08. Aber bitte schnell sein: Sind die Mittel schon vorher ausgeschöpft, wird das Antragsformular auch vorzeitig geschlossen.

Das Logo des GEMA-Stipendiums.
(c) GEMA

Es gibt ein paar Hürden zur Teilnahme. Man sollte GEMA-Mitglied sein. Eigentlich ist es Voraussetzung, aber in Ausnahmefällen scheinen auch Nicht-GEMA-Angehörige antragsberechtigt zu sein. Zum Beispiel, wenn man in einem anderen Branchenverband organisiert ist. Da die Künstlersozialkasse (KSK) eine Pflichtversicherung für hauptberuflich freiberufliche Künstler*innen ist, wird auch die Mitgliedschaft dort vorausgesetzt. Einzelfallentscheidungen soll es trotzdem geben.

Die GEMA möchte also einen KSK-Nachweis in Form einer Jahresbescheinigung und einen Einkommensnachweis. Den liefert man am besten mit dem aktuellen Steuerbescheid. Der Kern der Bewerbung besteht aber aus der Schilderung eines „Entwicklungsvorhabens“. Also einer Erklärung, warum man das Geld verdient hat und wofür man es braucht. 2000 Zeichen stehen dafür zur Verfügung. Das Stipendium soll eben nicht nur den Status Quo erhalten, sondern Kunst zukunftsweisend unterstützen.

Habt Ihr Fragen? Schaut Euch die recht übersichtliche Seite bei der GEMA an oder schreibt uns an kontakt@pop-rot-weiss.de

Stipendienseite der GEMA: https://www.gema.de/musikurheber/corona-hilfe-fuer-mitglieder/stipendienprogramm-2021/

 


Eine taubblinde Person ertastet die Gebärden ihres Gegenübers.

Mit den Händen sehen, hören und sprechen

Eine taubblinde Person ertastet die Gebärden ihres Gegenübers.
Eine taubblinde Person ertastet die Gebärden ihres Gegenübers. Fotos: Stiftung taubblind leben

Kommunikation ohne zu hören und ohne zu sehen, erscheint vielen unmöglich. Doch es gilt: geht nicht, gibt’s nicht. Wem hören und sehen vergeht, dem bleibt die taktile Welt.

Viele taubblinde Menschen sind gehörlos geboren und mit der Gebärdensprache aufgewachsen. Mit zunehmender Erblindung können diese Menschen die Gebärden zwar nicht mehr sehen, sehr wohl aber fühlen. Man nennt das taktiles Gebärden. Eine Person gebärdet, eine andere legt die Hände auf die Hände der gebärdenden Person und ertastet die Gebärden.

 

 

 

Eine Person schreibt mit den Fingern Lorm-Buchstaben in die Hand einer anderen Person.
Eine Person schreibt mit den Fingern Lorm-Buchstaben in die Hand einer anderen Person. Fotos: Stiftung taubblind leben

Eine weitere Verständigungsform ist das Lormen. Es handelt sich um ein Alphabet, das in die Hand hineingeschrieben wird. Für jeden Buchstaben gibt es eine spezifische Berührung. Für den „Sprecher“ ist das sehr leicht zu erlernen. Dies sind nur zwei von vielen Kommunikationsformen.

Klickt auf den folgenden Link, wenn Ihr wissen möchtet, wie Lormen funktioniert: https://www.pop-rot-weiss.de/lormen-lernen/

 

 

 

 

Was immer und für jeden geht: Das Schreiben von Blockbuchstaben in die Hand. Es dauert etwas länger als das Lormen, ermöglicht aber eine sehr einfache direkte Verständigung, auch ohne dass etwas „gelernt“ werden muss. Wer sich diese Verständigungsformen einmal sehen möchte, der kann auf der Homepage des Gebärdensprachdozenten Uwe Zelle ein Video anschauen: www.uwezelle.de/?p=256


Ein Foto von einem Lormen-Handschuh. Auf dem Stoff sind die Linien und Punkte abgebildet, die man für die jeweiligen Buchstaben machen muss.

Lormen - Kommunikation durch Berührung der Hände

Das Lorm-Alphabet von Hieronymus Lorm

Die einzelnen Buchstaben werden auf den Fingern und der Handfläche mit punkt- oder strichförmigen Berührungen dargestellt. Ein Abstrich, ob kurz oder lang, läuft immer in der Richtung Fingerspitze-Handwurzel, ein Aufstrich entgegengesetzt.

Mit freundlicher Unterstützung von: www.stiftung-taubblind-leben.de

Ein Foto von einem Lormen-Handschuh. Auf dem Stoff sind die Linien und Punkte abgebildet, die man für die jeweiligen Buchstaben machen muss.
Ein Lormen-Handschuh.

A Punkt auf die Daumenspitze

E Punkt auf die Zeigefingerspitze

I Punkt auf die Mittelfingerspitze

O Punkt auf die Ringfingerspitze

U Punkt auf die Kleinfingerspitze

Ä Zwei Punkte auf die Daumenspitze

Ö Zwei Punkte auf die Ringfingerspitze

Ü Zwei Punkte auf die Kleinfingerspitze

J Zwei Punkte auf die Mittelfingerspitze

B Kurzer Abstrich auf die Mitte des Zeigefingers

D Kurzer Abstrich auf die Mitte des Mittelfingers

G Kurzer Abstrich auf die Mitte des Ringfingers

H Kurzer Abstrich auf die Mitte des Kleinfingers

T Kurzer Abstrich zur Mitte des Daumens

L Langer Abstrich von den Fingerspitzen des Mittelfingers zum Handgelenk

P Langer Aufstrich an der Außenseite des Zeigefingers

St Langer Aufstrich am Daumen, Außenseite

Q Langer Aufstrich an der Außenseite der Hand (Kleinfingerseite)

Z Schräger Strich vom Daumenballen zur Kleinfingerwurzel

Ch X-förmiges Kreuz auf dem Handteller

Y Querstrich über die Mitte der Finger

X Querstrich über das Handgelenk

K Punkt mit vier Fingerspitzen auf den Handteller

M Punkt auf die Kleinfingerwurzel

N Punkt auf die Zeigefingerwurzel

V Punkt auf den Daumenballen, etwas außen

W Zwei Punkte auf den Daumenballen, etwas außen

C Punkt auf das Handgelenk

R Leichtes Trommeln der Finger auf dem Handteller

S Kreis auf dem Handteller

F Leichtes Zusammendrücken der Spitzen von Zeige- und Mittelfinger

Sch Leichtes Umfassen der vier Finger


Ein Porträtfoto von Rod Stewart. Er hat hinten und auf der Seite langes blondes Haar. Vorne ein Pony.

Einfachstars

Was ist Einfachstars?
Einfachstars ist eine Internet-Seite.
Hier findet Ihr sie:
www.einfachstars.info

Einfachstars ist eine Internet-Seite über Stars.
Sie ist in Leichter Sprache geschrieben.
Hier gibt es Neuigkeiten über Film-Stars.
Über Musiker und Musikerinnen.
Oder bekannte Sportler.
Über Mode.
Und über andere spannende Themen.

In diesem Text geht es um Rod Stewart:
Rod Stewart verrät das Geheimnis seiner Frisur.
Rod Stewart ist Sänger.
Er ist 76 Jahre alt.
Rod Stewart hat schon seit sehr langer Zeit dieselbe Frisur.
Für seine Frisur ist er sehr bekannt.
Hier sieht man seine Frisur:

Ein Porträtfoto von Rod Stewart. Er hat hinten und auf der Seite langes blondes Haar. Vorne ein Pony.
Rod Stewart 1972 (c) Allen Warren

Jetzt hat Rod Stewart verraten:
Wie macht er sich die Haare?
Benutzt er Haar-Spray?
Wie halten seine Haare?

Rod Stewart hat jetzt verraten:
Er benutzt dafür Mayonnaise.
Er tut sie in ein Hand-Tuch und wickelt es um seine Haare.
Danach kann er sie gut frisieren.

Wünschst Du Dir einen bestimmten Text auf Einfachstars?
Fehlt ein Star im Star-Lexikon?

Dann schreib gerne eine Nachricht an:
anne@einfachstars.info


Francesca Di Nato steht vor einer Marktbude am Jakobsplatz in Nürnberg und lächelt in die Kamera.

Inklusion beginnt im Kopf

Mein Name ist Francesca Di Nato.
Mich nennen aber alle Franci.
Ich bin von Geburt an blind. Außerdem arbeite ich bei DATEV und programmiere dort Software.

Francesca Di Nato steht vor einer Marktbude am Jakobsplatz in Nürnberg und lächelt in die Kamera.
"Inklusion geht uns alle etwas an", findet Franci.

In meiner Freizeit höre und mache ich gerne Musik oder gehe gerne wandern.
Was ich immer sage: Inklusion geht uns alle etwas an, nicht nur Betroffene.
Viele denken das leider. Aber Inklusion ist nicht getan, wenn beispielsweise ein Unternehmen Inklusionsbeauftragte hat.
Für mich beginnt Inklusion im Kopf. Das bedeutet für mich, dass jede:r uneingeschränkt die Möglichkeit haben muss, auf ein Festival oder in ein Café zu gehen, ohne dass ich mir als rollstuhlfahrende Person Sorgen machen muss, ob das Café Stufen hat oder ich eine Begleitperson für das Festival organisieren muss, weil ich blind bin.

Für mich persönlich ist das Thema der digitalen Barrierefreiheit wichtig. Viele Seiten oder Apps sind für Menschen, die nicht gut sehen können und mit einer Sprachausgabe arbeiten, nicht gut zugänglich.
Es ist wichtig, bei diesem Thema noch mehr Aufklärungsarbeit zu machen, weil viele Entwickler:innen nicht wissen, wie man barrierefrei programmiert.
Bessere Inklusion – das schaffen wir nur, wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten.
Dabei ist wichtig, dass sich auch Menschen angesprochen fühlen, die keine direkte Berührung mit dem Thema haben. Zum Beispiel, weil sie keine Behinderung haben.

Das TV-Magazin Galileo hat einen Beitrag über Franci gedreht: https://youtu.be/FZQ0bwLKGrk

Ihr findet Franci unter: https://www.instagram.com/francidinato/


Natalie Dedreux steht vor der Kamera und lacht, um ihren Hals hängen Kopfhörer.

Ja das Down-Syndrom ist cool

Ja ich bin Natalie Dedreux und habe das Down-Syndrom und bin 22 Jahre alt und komme aus Köln. Ich bin Aktivistin für Menschen mit Down-Syndrom und ich schreibe für das Magazin OHRENKUSS und bin auf Instagram und auch auf Facebook unterwegs, wo ich zeige, dass ein Leben mit Down-Syndrom cool ist.

Natalie Dedreux steht vor der Kamera und lacht, um ihren Hals hängen Kopfhörer.
Natalie Dedreux hat Social Media griffbereit (c) Michaela Dedreux

Es wichtig ist, dass Menschen mit Behinderung gesehen werden und auch zu Wort kommen.

Musik bedeutet sehr viel für mich. Es ist mir wichtig, dass wir zur Musik wieder richtig abrocken können, weil ohne Musik geht nichts. Ich liebe die Musik aus meiner Heimat Köln und höre auch gerne Rock-Musik und Reggae-Musik. Festivals machen mir Spaß. Deshalb finde es schade, dass die Musiker wegen Corona nicht mehr auftreten können. Was man noch besser machen kann bei Festivals ist, dass es inklusiver gemacht wird. Zum Beispiel, dass auch die Menschen im Rollstuhl eine Möglichkeit haben nach vorne zu kommen. Und da kann man für die Menschen die gehörlos sind einen Dolmetscher haben, der die Musik in Gebärdensprache übersetzt. Und die Schilder mit den Informationen sollen in Leichter Sprache sein, damit ich da mal alleine mit Freunden hingehen kann, ohne Assistenz.

Sie spricht am 14.06. auf unserem Workshop "Barrierefreie Kommunikation". Der Workshop ist kostenlos für alle und online. Meldet Euch gerne unter kontakt@pop-rot-weiss.de an.

Hier findet Ihr Natalies Homepage: https://www.nataliededreux.de/

Hier Natalies Facebook: https://web.facebook.com/natalie.dedreux

Und Natalies Instagram: https://www.instagram.com/natalie.dedreux/


Itje alias Käthe deKoe im Porträt

Perspektivwechsel mit Käthe deKoe

Da mein Name Itje noch nicht außergewöhnlich genug war, habe ich beschlossen vor 12 Jahren unter dem Namen Käthe deKoe unter anderem Konzerte zu fotografieren. Ich bin kleinwüchsig, 1,23 m groß und 36 Jahre alt. Also die ideale Konzertfotografin, da ich den Zuschauer:innen nicht die Sicht nehme. Viele Menschen sagen mir, ich hätte in meinen Bildern eine ganz andere Perspektive als andere Fotograf:innen. Ich kenne nur meine Sicht durch die Kamera und so ist es vielleicht ganz gut, dass ich mich nicht vergleichen lassen muss.

Auch mache ich künstlerische Fotos und hatte schon ein paar Ausstellungen. Dort werden die Bilder dann für „normal“-große Menschen auf deren Höhe ausgestellt. Bei meinen eigenen Bildern ist es mir nicht wichtig, aber wenn ich selbst ein Museum oder eine Ausstellung besuche, muss ich meistens ganz weit von den Werken weg stehen, um die Bilder ohne Verzerrung anschauen zu können. Und meistens stehen auch noch Menschen davor und versperren mir die Sicht. Dann nehme ich mir die Geduld und warte bis sie gehen und ich die Bilder von der Ferne anschauen kann. Neulich habe ich ein Bild gemalt, das von vorne ziemlich langweilig aussieht, aber wenn man es von unten betrachtet, sieht es so aus, als ob es ein Foto ist. Vielleicht sind die unterschiedlichen Perspektiven ja auch ganz praktisch, da ich den Menschen eine andere kreative Sichtweise vom Leben geben kann – indem ich einfach so bin, wie ich bin.

Besucht Itjes Website hier: https://www.kaethedekoe.com/

Oder ihr Facebook hier: https://www.facebook.com/kaethedekoe

Oder schaut Euch ihr Instagram hier an: https://www.instagram.com/itje_/


Boran Colak spielt ein Stück auf dem Flügel

Musik ist mein Leben

Ich bin Boran und möchte Euch über das Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte Nürnberg – bbs nürnberg – berichten. Dort gibt es auch eine Berufsfachschule für Musik.

Boran Colak sitzt am Flügel und blickt in die Kamera
Boran Colak hat eine Ausbildung zum Musiker gemacht. (c) Petra Ondrusek

Ich bin 20 Jahre alt und gerade im dritten Ausbildungsjahr. Ich bin von Geburt an blind und habe das absolute Gehör. Im Alter von drei Jahren habe ich begonnen Klavier zu spielen. Ich konnte die Melodien, die ich hörte, sofort auf dem Piano nachspielen. Letztes Schuljahr habe ich den Abschluss zum staatl. geprüften Ensembleleiter gemacht. Jetzt bin ich in der Künstlerischen Zusatzqualifizierung und bereite mich auf ein Studium an einer Musikhochschule vor. Die Berufsfachschule für Musik an der bbs nürnberg ist im deutschsprachigen Raum die einzige Schule, in welcher blinde und sehbehinderte Schüler:innen professionell musikalisch unterrichtet werden. In der bbs gibt es noch vieles mehr, wie das Freizeitzentrum und das Internat für die Schüler:innen, die weit weg wohnen. An der bbs gefällt es mir, weil man auf individuelle Bedürfnisse sofort eingehen kann. Alle sind nett und cool. Ich spiele Klassik, Pop, Jazz, Rock, bin praktisch überall zu hause. Ich komponiere auch mit Leidenschaft und improvisiere gerne.

Facebook: https://www.facebook.com/bbsnuernberg

Instagram: https://www.instagram.com/bbsnuernberg/

https://www.xn--bbs-nrnberg-xhb.de/index.php/bf/ausbildungen/musik


Christian Ohrens trägt einen Kopfhörer und genießt die Musik.

Nicht besonders

Wenn ich als DJ auftrete, staunen Leute einerseits über die Bewältigung der Technik, andererseits finden sie es selbstverständlich, denn Blinde machen ja alle irgendetwas mit Musik. So sagt es das immer noch vorherrschende Klischee.

Christian Ohrens trägt einen Kopfhörer und genießt die Musik.
Christian Ohrens ist nicht nur DJ sondern auch Fotograf. (c) Christian Ohrens

Jedoch bin ich kein besserer DJ, nur weil ich blind bin. Menschen sollen mich wegen meiner Fähigkeiten buchen. Gerne auch, weil sie mich sympathisch finden. Aber bitte nicht, weil ich blind bin.

Leider war es genau das, was vielen Aufträgen in den letzten zehn Jahren im Wege stand. War ich zu offen und habe meine Blindheit im Vorgespräch gleich angesprochen, wurde ich in eine Schublade gesteckt und die Buchung kam nicht zustande. Natürlich wurde immer gesagt, dass es nicht an meiner Blindheit liegt. Und verschwieg ich die Blindheit, fühlten sich viele überrumpelt, ja sogar hintergangen. Dabei habe ich meinen Job zu aller Zufriedenheit erledigt, aber trotzdem stand die Behinderung wie ein bitterer Nachgeschmack im Raum. Man hätte sich doch auf meine „besonderen Bedürfnisse“ einstellen müssen. Wie ich dieses „besonders“ hasse, das viele ja gern als Behinderungs-Synonym verwenden. Denn wenn ich eines definitiv nicht sein möchte als DJ, dann ist es „besonders“, also in Hinblick auf meine Blindheit.

Anmerkung der Redaktion:

Christian ist nicht nur DJ, sondern auch Fotograf. Klingt erstmal widersprüchlich für einen Blinden? Christians Homepage klärt Euch auf:

Homepage: https://www.christian-ohrens.de/

Facebook: https://www.facebook.com/christian.ohrens

Instagram: https://www.instagram.com/christianohrens/