Logo Podcast Zwei Flaschen Wein

„Ey, lass bidde einen Podcast starten!“ Pt. I

Hast du diesen Satz schon mal gehört? Dann zählst du vermutlich nicht nur zu dem einen Viertel der deutschen Bevölkerung, das regelmäßig Podcasts hört, sondern auch zu dem kleinen Teil, der selbst bereits mit dem Gedanken gespielt hat, ein eigenes Format zu produzieren. Ich möchte dir hier ein paar Tipps geben, die für den Start deines eigenen Podcasts hilfreich sein können. Weiter nach der Werbung.

Matze Gründl steht vor einem Mikrofon und grinst in die Kamera.
Matze Gründl spricht gerne vor einem Mikrofon mit Leuten.

Wer steckt hinter "Zwei Flaschen Wein"?

Matze redet gerne. Und er lernt gerne neue Leute kennen. Am allerliebsten auf Konzerten, Festivals und der bunten Kulturlandschaft Nürnbergs. Und da die Karriere als Pausenclown nach der Schule vorbei war und er zwar viele Musiker*innen kennt, aber selbst keine*r ist, musste er seinem kreativen Wahnsinn zwangsläufig ein neues Ventil geben: Podcasten. Im Zuge seines Projekts „Zwei Flaschen Wein“ durfte er in mittlerweile über 20 Folgen die unterschiedlichsten Charaktere aus Kunst, Kultur, Musik und purer Sympathie vor dem Mikrofon begrüßen und mit ihnen die Weingläser kreuzen. Ein konkretes Ziel und Konzept hat er dabei nicht. Letztlich ist ihm nur eines wichtig: Einen Einblick in Projekte und Persönlichkeiten geben, die Gehör verdient haben – egal aus welchem Hintergrund. Getreu seinem Motto: Jede*r hat eine Geschichte zu erzählen.

Seine aktuelle Folge mit Lampe vom Curt Magazin hört ihr hier.

Podcast ist wie Club-Mate

Die unzähligen Podcast-Kategorien sind mittlerweile vergleichbar mit der unendlich erscheinenden Menge an Musik-Genres. Angefangen bei Fernseh- und Rundfunksendern, über renommierte Fachzeitschriften und letztlich jeder*m aus der Unterhaltungsbranche: Jede*r hat einen verdammten Podcast. Also warum nicht auch du? Für jede*n gibt es das richtige und letztlich erfolgreiche Format. Die Aussicht, auf diesem Gebiet noch etwas Neues erfinden und veröffentlichen zu können war auch für mich der finale Anreiz „Zwei Flaschen Wein“ zu starten. Doch vor Veröffentlichung der ersten Folge kamen die Fragen und Zweifel. Wer zum Teufel soll sich das anhören? Was habe ich schon Interessantes zu erzählen? Wird das nicht peinlich, wenn sich das am Ende keine Sau anhört? Die gleichen Fragen stellt sich auch jede*r junge Musiker*in. Und am Ende stehen sie*er und ihre*seine erste Band trotzdem mit eigenen Songs im Gepäck auf den Kleinkunstbühnen dieser Welt. In beiden Fällen braucht es eine kleine Portion Selbstbewusstsein und Übung, kann jedoch von Beginn an ein unfassbar vielfältiges Ventil für die eigene Kreativität sein, sowie absolute, künstlerische Narrenfreiheit bieten. Podcast ist aber auch wie Club Mate. Es ist schwer jemanden davon zu überzeugen, wenn klar ist, dass es ein wenig dauert bis man sich daran gewöhnt.

Ob alleine, zusammen mit einer*m Partner*in oder als Gruppe mit wechselnden Gästen. Egal ob Comedy, Wissenschaft oder Sport – jedes Format hat seine Besonderheiten, für die es kein allgemeingültiges Erfolgsrezept gibt. Und woran misst man als Freizeit-Podcaster*in überhaupt Erfolg? Ich habe beispielsweise in jeder Folge neue Gäste, die meist in den Bereichen Musik und Subkultur tätig sind und mir Geschichten aus ihren Projekten und Kollektiven erzählen. Neue Kontakte, Freundschaften und Einblicke in diese Bereiche sind für mich daher deutlich größerer Erfolg als jegliche Klick-Zahlen oder Follower. Ein solches Projekt mit der Intention zu gründen, dadurch mal eben reich und berühmt zu werden, ist keine sonderlich aussichtsreiche Idee. Doch letztlich geht es doch darum, sich mit seinen kreativen Ideen auf eine besondere Art und Weise Gehör zu verschaffen und sich selbst zu verwirklichen. Wenn jemand lauthals lacht, lacht man mit. Und dieses Prinzip der Begeisterung ist auch beim Podcasten übertragbar.

Hörst du dir eigentlich manchmal selbst zu?

Entgegen all den Expert*innenmeinungen die man im Internet findet, benötigst du kein vollständig durchgeplantes Konzept. Setzte dich nicht gleich zu Beginn unter Druck, indem du dich mit festen Rubriken und Regeln begrenzt. Eine langanhaltende Leidenschaft für ein Projekt kann sich sonst nur schwer entwickeln. Ich habe mich zu Beginn dagegen entschieden, den Hörer*innen zu versprechen, dass die Folgen regelmäßig im gleichen Rhythmus erscheinen. Ich produziere nur dann, wenn ich auch wirklich kreativ und motiviert bin. Lass dir und deiner Idee die nötige Zeit sich zu entfalten, denn nur dann entsteht ein authentischer Inhalt, mit dem du dich dauerhaft identifizieren kannst.

Bei der Wahl des perfekten Namens und Logos gibt es letztlich nur ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Nimm dir die nötige Zeit und recherchiere, ob es schon Podcasts mit identischen oder ähnlichen Titeln gibt. Vor Allem bei der Erstellung deines Logos (idealerweise quadratisch) solltest du dich nicht mit Übergangslösungen zufriedengeben, auch wenn du am liebsten direkt recorden und veröffentlichen willst. Mit einem treffenden Namen im Rücken, der dir auch nach langer Zeit noch gefällt und einem Logo, das du ohne viel zusätzlichen Aufwand direkt für deine ersten Sticker verwenden kannst, lässt es sich entspannter in dein Projekt starten. Eine Instagram- oder Facebook-Seite bietet dir die Möglichkeit, mit deinen Hörer*innen zu interagieren und Feedback zu kriegen. Außerdem kannst du über solche Kanäle deine Releases ankündigen oder dich mit anderen Künstler*innen und Institutionen verknüpfen. Dadurch entstehen Möglichkeiten und du sammelst Erfahrungen im Austausch mit anderen. Unbedingt nötig ist eine Social-Media-Präsenz natürlich nicht, bietet aber viele Vorteile.

Für wen Recording, Mikrofonierung und Schnittprogramme komplettes Neuland sind, den kann ich beruhigen. An diesen Punkten muss dein Weg zum eigenen Podcast nicht scheitern. Zum Glück hat mittlerweile nahezu jedes große Musikgeschäft Starter-Bundles mit Mikrofon, Stativ, Kabel und Software für den kleinen Geldbeutel fest im Sortiment. USB-Kondensatormikrofone der unteren Preiskategorie, die man direkt mit dem Laptop verbinden kann, erzeugen mit ein wenig Feingefühl und Erfahrung bereits eine gute Soundqualität. Das erzeugt bei jeder*m neuen Hörer*in direkt einen professionellen Eindruck. Kurz gesagt gilt hierbei: Man hört dir nur dann gerne regelmäßig zu, wenn man dich auch problemlos versteht. An den Klang der eigenen Stimme gewöhnt man sich übrigens sehr schnell, selbst wenn du bisher nicht einmal die eigenen Sprachaufnahmen am Handy nochmal anhören wolltest. Bevor du eine Folge veröffentlichst, solltest du diese nicht nur auf dem Laptop mit geschlossenen Kopfhörern, sondern auch über das Handy oder im Auto anhören. Nicht jedes Setup bietet automatisch das beste Sprachverständnis für alle Geräte. Frag einfach Freund*innen, ob sie deine ersten Folgen Probehören können und lass dir ehrliches Feedback geben. Damit sammelst du am schnellsten Erfahrungen und die nötige Sicherheit. Auch wenn mir jetzt bei den folgenden beiden Sätzen ein klein wenig Kotze hochkommt, passen sie leider zu gut. Fragen kostet nix und Übung macht nun mal die*den Meister*in.

Spotify oder iTunes?

Die erfolgreichsten Podcasts sind meistens professionell produzierte, zum Teil geskriptete und mit langjähriger Erfahrung ausgestattete Formate. Eines haben diese und dein eigener immer gemeinsam. Es wird letztlich einfach nur geredet. Deutschlands erfolgreichster Comedy-Podcast „Gemischtes Hack“ startet bis heute mit einem Rap-Zitat an Stelle eines musikalischen Intros und orientiert sich nebenbei nur an sehr wenigen, festen Strukturen. Und dennoch hat das Konzept nach Jahren noch Erfolg. Das zeigt deutlich, dass es am Ende viel mehr auf den eigentlichen Inhalt und seinen Unterhaltungswert, als auf eine glitzernde Verpackung ankommt. Trotzdem macht ein kurzes, knackiges Intro zu Beginn natürlich etwas her und schenkt deinem Format einen persönlichen Charakter mit Wiedererkennungswert. Ich habe mein Intro damals als Freeware von einer Homepage für Beat-Produzent*innen heruntergeladen und um ein paar Sprach-Samples von Navigationsgerät-Stimmen erweitert. Frag bei Freund*innen, die sich mit Musik- und Beatproduktion auskennen oder spiel selbst etwas ein. Kurz, prägnant und charakteristisch sollte dein Intro direkt für Aufmerksamkeit bei den Hörer*innen sorgen. Denk hierbei jedoch unbedingt daran, grundsätzlich jede*n Künstler*in explizit um Erlaubnis zu bitten, bevor du deren Werke verwendest. Selbst wenn es sich um Freeware aus dem Internet handelt. Eine kurze Erwähnung in deiner Beschreibung auf Spotify oder iTunes ist den meisten Produzent*innen Gegenleistung genug und du bist gleichzeitig auf der sicheren Seite.

Für die Veröffentlichung benötigst du einen sogenannten Host. Dabei handelt es sich um eine Homepage, auf der du deine Audiodateien, Folgenbeschreibungen und Titelbilder hochlädst. Dein Host verarbeitet diese nach deinen Vorgaben und stellt sie für die Streaming-Dienste zur Verfügung, auf denen du dein Format veröffentlichen willst. Die meisten Anbieter*innen haben zusätzlich einen Service zur Auswertung und Analyse jeder Folge eingerichtet. Bei Spotify nennt sich dieser beispielsweise „Spotify for Podcasters“ und bietet einen übersichtlichen Einblick über deine Klick-Zahlen, Reichweite und Follower. Nutze direkt von Beginn an die Funktionen, die dir dein Host bietet, um jede Folge kurz zu beschreiben. Wechselnde Groß- und Kleinschreibung, ähnliche Struktur der Episodennamen und Folgennummer sind mittlerweile zum Standard geworden.

Egal für welches Konzept du dich letztlich entscheidest. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen Struktur und Spontanität hält deinen Podcast lebendig und spannend. Wichtig ist, dass du deiner eigenen Idee, deiner persönlichen Meinung und dem Charakter deines Projekts treu bleibst.

Teil II folgt.

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Matthias Bäuerlein am Schlagzeug

Zwei Mikros und ein Schlagzeug

Überraschend guter Sound und noch dazu sehr lehrreich: Das eigene Schlagzeug hat zwar viel mehr Teile, aber zwei Mikrofone reichen für eine Aufnahme oft aus. Außerdem überprüfst Du so ziemlich gut, wie Dein Sound im Raum klingt, was am Ende für Bandkolleg*innen oder Zuschauer*innen ja ganz wichtig sein könnte. :)

In manchen Kontexten macht es natürlich Sinn, Bassdrum, Snare, Toms, Hi-Hat und Becken jeweils einzeln zu mikrofonieren. Eine große Bühne mit vielen lauten Gitarrenverstärkern zum Beispiel. Im Proberaum, auf einer intimeren Bühne und für viele Aufnahmen reicht es aber oft sich auf zwei Frequenzen zu beschränken: Die tiefen und die hohen. Während ein Mikro sich also eher auf die Tiefen im Bereich der Bassdrum konzentriert, nimmt das andere von oben die hohen Frequenzen von Snare und Becken ab. Der Trick liegt in einer guten Abstimmung der verwendeten Equalizer und einem ausgewogenen Schlagzeugspiel.

Matthias Bäuerlein am Schlagzeug.
Matthias Bäuerlein begnügt sich auch mal mit nur zwei Mikros. (c) Kalle Linkert

Matthias Bäuerlein zeigt Dir in seinem Video, wie einfach das alles eigentlich ist. Direkt nach dem Laufen lernen hat er sich lieber wieder hingesetzt und spielt seit früher Kindheit deshalb die Trommeln. Er ist Studio- und Livemusiker für viele Künstler*innen und gleichzeitig Produzent. Er spielt sehr gut!

Hier sein Video und sein Kontakt. Schreib ihm einfach, wenn Du Fragen hast.

https://www.youtube.com/watch?v=KfnUdkuLKBw&fbclid=IwAR1885JHAfQ7bl5YP9ndi_CKHKAN55sjuLcGZeLUx_4ZH6XoEHT0oPQEeI0

Matthias Bäuerlein
contact@soundandgroove.de
www.facebook.com/matthiasbaeuerlein www.instagram.com/matthiasbaeuerlein
www.soundandgroove.de
+49 171 48 77 423

Bist Du auch Musiker*innen, Künstler*innen (Licht, Ton, etc.) aus dem Pop-Bereich? Melde Dich unter der kontak@meandreas.com für Beiträge in Text-, Video- oder Sprachform. Honorar gibt es dafür auch.


Jamming Dave zeigt Euch Geige spielen in Pop/Rock/Dance

Wie spiele ich Geige in Rock/Pop/Dance? mit Jamming Dave

Jamming Dave spielt und lehrt Geige. Der blinde Musiker beschränkt sich dabei nicht nur auf ein Genre, sondern hat für jede Stilrichtung den Bogen raus. Wortwitze sind wieder in. Genauso wie Geigensolos über E-Gitarrenriffs oder Electro-/Dance-Beats. Checkt Daves Video aus und kontaktiert ihn für Unterricht oder einen Jam.

Habt Ihr auch solche Talente, die Ihr gerne in Video-, Schrift oder Tonform mit uns teilen wollt? Wir wollen die lokale Musikszene unterstützen, indem wir bezahlte Fachbeiträge ausschreiben. Schickt uns einfach einen Vorschlag, eine Idee oder ein fertiges Video an die kontakt@meandreas.com

https://www.youtube.com/watch?v=DE5n8XWHn-c&feature=youtu.be&fbclid=IwAR2jUQ4UborYIpOa9GZ73n6sSwYtfgj_xGyxUt6n03dcbFKm_v4DCbND600

Coronavirus: Soforthilfe! 23.04.

 

Leere Bühnen, Studios, Proberäume ...

Liebe Musikszene,

wir tragen hier - in Zusammenarbeit mit der Musikzentrale - einige Links zusammen, die uns alle hoffentlich gut durch die Corona-Krise bringen. Wir werden die Liste stetig aktualisieren, sobald wir Neuigkeiten und Updates haben.

Zuletzt geupdated: 23.04.

Soforthilfe

Markus Söder hat in seiner zweiten Regierungserklärung zur Corona-Krise eine Hilfszahlung für KünstlerInnen von 1000€ pro Monat (wohl vorerst für 3 Monate) in Aussicht gestellt. Die Zahlung ist aber scheinbar an eine KSK-Mitgliedschaft gebunden.

Der Freistaat stellt zum Schutz der bayerischen Wirtschaft vor den Folgen der Corona-Krise bis zu zehn Milliarden Euro Sondervermögen bereit. Oberstes Ziel ist die Sicherung der Liquidität – auch jener der Kultur- und Kreativschaffenden. Alles weitere:
https://www.stmwi.bayern.de/soforthilfe-corona/

NEU: Soforthilfeprogramm für Kulturschaffende in Nürnberg.
Weitere Informationen und Antragsformular hier.

Außerdem nochmal der Hinweis auf der Stream Forward-Angebot von N2025.

Die KfW-Bank vergibt Kredite mit angepassten Konditionen
https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

Der Zinssatz für einen KfW Kredit liegt zwischen 1% und 1,46% p.a. und soll durch eine extreme Verschlankung des Antragsprozesses schneller ausgezahlt werden als bisher.

Initiative Musik

Die Initiative Musik ist mit ihrem Hilfsprogramm online gegangen. Ab Freitag, 24.04, 10 Uhr könnten die Anträge gestellt werden. 1000€ pro Musiker soll es max. geben.

Weitere Infos dazu gibt's auf der Website.

GEMA

Update vom 14.04.

Die GEMA-Hilfsprogramme sind jetzt online. Das erste richtet sich insbesondere an selbst performende SongwriterInnen.

https://www.gema.de/musikurheber/nothilfe-programm-fuer-gema-mitglieder/

GVL

Die GVL gewährt Mitgliedern eine Soforthilfe von 250€.
Weitere Informationen hier.

Steuerliche Liquiditätshilfe

  • Die Gewährung von Stundungen wird erleichtert
  • Vorauszahlungen können leichter angepasst werden
  • Auf Vollstreckungsmaßnahmen & Säumniszuschläge wird bis Ende 2020 verzichtet

Weitere Informationen dazu hier.

Handlungsleitfaden

Bayernkreativ hat einen Handlungsleitfaden in der Krise zusammengestellt:
https://bayern-kreativ.de/aktuelles/handlungsleitfaden-corona-virus/

Wichtig: Anpassungen bei KSK etc. vornehmen!

Musikzentrale Nürnberg

Unsere Kolleginnen und Kollegen von der Musikzentrale Nürnberg haben einige wichtige Infos und Links zusammengetragen:
https://www.musikzentrale.com/news/musikszene-soforthilfe-corona-virus/

FAQ für Solo-Selbstständige

FAQ von ver.di

Petitionen

Bleibt gesund! Schreibt uns, falls euch etwas einfällt oder wir euch helfen können!

kontakt@meandreas.com


Spotify for Artists Profil Pflege Artist's pick

Spotify richtig pflegen

Spotify for Artists Profil Pflege Artist's pick
(c) Marco Verch https://foto.wuestenigel.com/ CC2.0

Seit sich Spotify fest in unseren AirPods und Sonos-Systemen etabliert hat, hat sich Musikkonsum stark geändert. Nicht nur die Menge der gehörten Tracks und Genres hat sich erhöht. Auch die Art und Weise, wie wir auf Neues aufmerksam werden funktioniert anders als in dieser merkwürdigen Zeit von CDs, MP3-Dateien und eDonkey2000. Wenn wir Musik nicht aus Netflix-Serien shazamen oder von den besten Freund*innen empfohlen bekommen, ist es der geniale Spotify-Algorithmus, der uns Ungehörtes serviert. Genial ist dabei vielleicht das falsche Wort. Zuverlässig trifft es eher. Denn Spotify wagt sich bei seinen Recommendations kaum in Terrain, das nicht unserer musikalischen comfort zone entspricht. Wir bekommen eben das geboten, was uns mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso gefällt. Das gibt nur Sinn. Anderenfalls würden wir schnell die Lust an Playlisten verlieren, die Spotify für uns maßschneidert.

Algorithmische Playlist sind automatisch generierte Sammlungen von Songs. Diese Automatismen sind natürlich streng geheim. Doch gibt es ein paar Anhaltspunkte, ein paar Brotkrumen anhand derer man zumindest bessere Chancen hat, in so eine Playlist zu kommen. Und die findet man meistens in den Features von Spotify. Immerhin möchte das Programm, dass wir seine Funktionen nutzen.

Nutzt alle Spotify-Funktionen regelmäßig

Fangen wir beim Offensichtlichen an: Dem eigenen Künstler*innen-Profil Spotify for Artists. Über Euren Browser und den Zauberspruch https://artists.spotify.com/ gelangt Ihr zu Eurem Back-End, das Euer Erscheinungsbild auf Spotify bestimmt. Hier könnt Ihr vom Profilbild bis zu neuen Playlists alles ändern, was relevant ist. Und das solltet Ihr auch. In regelmäßigen Abständen.

1. Bilder

Algorithmen lieben es, wenn wann los ist. Stillstand ist absolut uninteressant für sie. Mal wieder Lust gute Fotos im herrlichen Frühlingswetter zu machen? Perfekt! Macht ein aktuelles Foto und ladet es hoch. Eure Fotografin kann dabei sogar den empfohlenen Mindestabstand von eineinhalb Metern einhalten. Die Fotos schickt man sich hernach eh digital zu. Corona-safe also. Pimpt Euer Profil mit einem schönen neuen Headerbild. Schaut Euch mal bei Euren Lieblingen um. Die meisten werden richtig gute Pics drin haben. Plus: Zeigt Eure coolsten Bilder in Eurer Image Gallery. Am besten alle paar Wochen neue.

2. Bio

Direkt unter der Image Gallery frägt Spotify nach Eurer Bio. Füllt sie aus. Nutzt die Zeit aktuell und fuchst Euch richtig rein, was es heißt eine geile Bio/Bandinfo zu verfassen. Ihr habt knapp 1500 Zeichen zur Verfügung (inklusive Leerzeichen!), also verwendet Ihr auch die komplette Länge und liefert eine Bio ab, die so klar auf den Punkt bringt, was Ihr seid, dass hinterher ganze Marketinglehrbücher darüber geschrieben werden. No pressure.

Bei More Info verlinkt Ihr zu Euren Accounts bei Facebook, Insta und – falls vorhanden – Twitter, das Alte-Besserwisser-Tool. Und natürlich auf Eure Homepage. TIPP: Holt Euch Listeners indem Ihr regelmäßig Playlisten oder Songs aus der Spotfy-App heraus direkt in Eure Instagram-Story teilt. Das gibt einerseits Inhalte für Euer vorrangiges Bildmedium und bringt Euch im besten Fall Streams und ein paar Menschen, die sehr gern Eure Musik hören.

3. Konzerte

Im Reiter Concerts müssen auf jeden Fall Eure kommenden Shows stehen, sollten Veranstaltungen ab drei Personen mal wieder in sein. Über Songkick oder Eventbrite ist es zum Beispiel möglich, Konzertdaten auf Spotify einzubinden. TIPP: Nutzt andersrum Eure Analyse-Daten von Spotify dazu, eine Tour anhand der Städte zu planen, in denen Ihr am meisten gehört werdet. Booker*innen lieben dieses Argument!

4. Artist’s Pick

Und jetzt kommen wir vielleicht zur wichtigsten Maßnahme: Euren Artist’s Pick aktuell und spannend halten. Im Reiter Overview lässt sich ein kleiner Ausschnitt gestalten, den Eure Hörerinnen sehr prominent präsentiert bekommen. Im Desktop-Player oben rechts und in der App gleich unter Euren Top 5. Was sollte da rein? Das können Eure Tourdaten sein, falls in naher Zukunft noch Tickets verkauft werden sollen, aber auch ein neues Bild. Sinnvoll aber ist es hier auf die eigene Playlist zu verweisen. Diese Playlist beinhaltet all Eure Songs. Oben stehen die stärksten und aktuellsten Songs, denn die erreichen am ehesten kritische Klickzahlen, um den Algorithmus zu kitzeln. Spielt immer wieder mit der Reihenfolge der Songs, um Spotify zu zeigen, dass sich was bewegt.

Playlisten kann man auch selbst erstellen

Generell ist Marketing mit Playlisten eine vielbeachtete Kunst dieser Tage. Erstellt euch zwei, drei Playlisten. Die eben erwähnten Greatest Hits und noch ein paar mit Songs anderer Bands. Das können Künstler*innen sein, die Euch ähnlich sind oder von Euren Fans gehört werden. Das kann aber auch die Topauswahl des Drummers sein oder eine elaborierte Kuration von nordsaharischem Gitarrenblues. Wichtig dabei ist die regelmäßige Pflege. Vergesst nie, dass Ihr Aufmerksamkeit auf Eure Musik lenken wollt. Leute sollen Euch hören. Wenn Leute Euch hören, juckt das in der Spürnase des Algorithmus und es könnte sein, dass der Kerl vorbeikommt und Euch gut platziert. Sei es als Empfehlung oder gar in einer automatisch generierten Playlist.

Stellt sicher, dass Ihr im Netz vorkommt

Aktuelle Bilder, eine gute Biographie. All das sollte auch auf Eurem EPK vorkommen. Im besten Fall habt Ihr nämlich ein Electronic Press Kit nicht nur als Ordner-Struktur à la Google Drive. Sondern in Form einer unverlinkten Homepage. Mittlerweile ist es sehr einfach, Websites zu basteln. Verwendet eine einfache Anbieterin und packt Eure Infos komplett, aber übersichtlich auf einen One-Pager. Die Seite ist eher ein B2B-Tool. Also wichtig für Presseleute und Bookerinnen. Verlinkt nicht öffentlich auf sie, aber richtet auch kein Passwort ein. Vielleicht überlegt Ihr Euch eine nicht ganz so leichte URL.

Was hat das mit Spotify zu tun? Nun, scheinbar durchsucht Spotify auch das Internetz nach Musikblogs und Artikeln über den neuesten Scheiß. Über Euch hat aber noch kein Musikblog geschrieben? Egal, macht es selbst! Lasst dem Spotify-Crawler ein bisschen Futter da, indem Ihr zum Beispiel via EPK Blogbeiträge verfasst. Über Eure Band, das aktuelle Album, neue Songs etc. Zudem freuen sich Journalistinnen immer, wenn der Großteil ihrer Arbeit schon erledigt ist und sie bei ner Story über Euch ziemlich umfassend und schnell was raushauen können. Win-win, oder?

Gewöhnt Euch an Spotify

Algorithmen auf sich aufmerksam zu machen geht in den allermeisten Fällen nicht von heute auf morgen. Das ist ein langer Prozess und erfordert kontinuierliche Arbeit und Informationsbeschaffung. Aber Spotify wird noch einige Zeit Marktführer bleiben. Also geduldet Euch und baut es in Eure Routine ein.


Live-Streaming für Bands in Zeiten von Corona

Streaming vs. Corona

In Zeiten ohne Live-Konzerte und fette Partys am Wochenende greifen Bands und Künstler*innen momentan auf ihre Sozialen Netzwerke zurück. Im Live-Stream lässt sich mit den Fans Kontakt halten und sogar ganze Konzerte übertragen. Ganz ohne Ansteckungsgefahr. Livestreaming kann man völlig unkompliziert aber auch sehr ausgeklügelt und hochqualitativ betreiben. Hier ein klitzekleiner Überblick mit Links zu sinnvollen Tutorials.

Live-Streaming für Bands in Zeiten von Corona
(c) Christian Dahlqvist https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en

Easy Streamen mit dem Handy

Numero Uno geht ziemlich einfach: Loggt Euch mit einem Handy bei Facebook, IGTV oder YouTube ein und klickt Euch zur Livestreaming-Funktion durch. Start drücken und los geht’s. Das ist technisch absolut machbar, dafür aber eben soundtechnisch nicht der Oberhammer.

Aufwändigere Live-Streams mit OBS Studio

Möglichkeit Nummer Zwei bis Unendlich besteht immer aus mehr Geräten, Software und Verschaltungen. Zentrum dabei ist ein PC oder Mac, der als Verarbeitungsmaschine für digitale Audiodaten fungiert und auf dem eine Streaming-Software läuft, die alle Daten bündelt, schickt macht und schließlich an die jeweilige Online-Plattform liefert.

OBS Studio ist eine kostenlose, einfache und weit verbreitete Software für genau solche Zwecke. Den Download auf deren Homepage gibt es in verschiedenen Ausführungen für die gängigsten Betriebssysteme: https://obsproject.com/de/download

Dazu brauchen wir eine Bildquelle. Das kann eine Web-Cam, Kamera oder ein Handy sein. Sie muss per USB mit den PC verbunden und von dem durch einen passenden PC-Treiber für die Kamera erkannt werden können. Aufwändigere Technik erlaubt auch, mehrere Bildsignale an den PC zu schicken.

Als Eingangssignal kann entweder nur ein USB-Mikrophon dienen oder ein USB-Interface, das mehrere Signale gleichzeitig an den PC überträgt. Viele Mischpulte haben mittlerweile einen USB-Ausgang, der für genau diese Zwecke benutzt werden kann. Vom Singer-Songwriter-Aufbau bis hin zur zehnköpfigen Brassband mit 32 Spuren ist also alles möglich.

Schaut Euch diese fünfteilige Einführung auf YouTube an. Das dauert gar nicht lange und erklärt einige technische Grundlagen.


Titelbild Vorlage Anschreiben

Booking Anschreiben: Die Vorlage

Die folgende Vorlage soll Euch einen groben Rahmen geben, wie Ihr Booker*innen und Veranstaler*innen anschreiben könnt. Danke an Chris von innerlichelvis.de, der sich auf Bandmarketing- und Booking-Beratung spezialisiert hat. Er bietet übrigens auch Online Booking Bootcamps an.

Lest Euch begleitend auch unsere Dos und Don'ts zum Thema Booking Anschreiben durch.

Hallo [Name Ansprechpartner*in],

ich bin [Name] und suche für die [Genre] Band [Bandname] am [Termin 1 oder Alternativtermin 2] noch einen Tourstop in [Stadt].

Video zur aktuellen Single: [falls vorhanden, dann hier der Link]
Livevideo: [Link zu Eurem besten Livevideo]
Link zu Spotify: [Am besten hier eine Playlist mit max. 3-5 der stärksten Songs vorbereiten]
Link zu Facebook: [Bzw. Eurer meist genutzten Social Media Seite mit den meisten Likes und Reaktionen]
Alle wichtigen Infos/Videos/Fotos in unserem Press Kit: [Link zum EPK]

Die x-köpfige Band bewegt sich zwischen [Genre 1 und Genre 2. Hier zwei passende Genres einfügen, um etwas mehr ins Detail zur Band zu gehen und dabei in eine vorhandene Rezension oder ähnliches überleiten. Wenn Du bereits richtig große Erfolge hattest, wie große gewonnene Bandcontests, gute Rezensionen oder Videopremieren in großen Magazinen etc., kannst Du diese hier knapp(!) erwähnen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, lass es im Zweifel lieber weg.]

[Sollte es Tourpräsentatoren geben, können die hier erwähnt werden.]

[Optional: Bereits gebuchte Tourdaten kannst Du hier einfügen, aber nur wenn es wirklich ordentliche Locations oder Festivals sind. Kein Hobbykeller, Jugendzentrum oder sonstiges.]

Danke fürs Reinhören und ich freue mich, wenn wir im [Name der Venue] einen Tourstop hinbekommen.

Viele Grüße,

[Dein Name]


Festivalliste

Festivalliste

Liebe Bands, Musikerinnen und Musiker,

unsere Kolleginnen und Kollegen vom Feierwerk in München haben euch da etwas sehr feines zusammengebastelt, was wir nur allzu gern mit euch teilen möchten.

Wir zitieren ganz frei:

"Der Bewerbungsmarathon für Festivals steht vor der Tür und die Liste an Festivals ist – glücklicherweise - unendlich lang.  Was es alles gibt und wo man sich bewerben kann? Wir haben für euch recherchiert.

Ab sofort könnt ihr HIERkostenfrei auf unsere Festivalliste zugreifen, mit knapp 400 Festivals und Open-Airs!
Wir erheben natürlich keinen Anspruch auf Allwissenheit und Vollständigkeit. Falls ihr Anmerkungen oder Ergänzungen habt, schickt uns eine E-Mail an pop(at)feierwerk(dot)de"

 


GEMA-Mitgliedschaft – Lohnt sich das für mich?

In der Öffentlichkeit sieht sich die GEMA häufig lautstarker Kritik ausgesetzt. Insbesondere der mittlerweile ausgeräumte Streit zwischen YouTube und GEMA und die damit verbundenen Sperrtafeln auf der Videoplattform sind auch Nicht-Musikern ein Begriff. Darüber hinaus beklagen sich viele Veranstalter über jährlich steigende und teils intransparente Tarife. Auch die regelmäßigen organisatorischen Umstrukturierungen bei der GEMA selbst sorgen gerade bei Kleinveranstaltern für Kopfschütteln. Allerdings darf bei all der Kritik nicht vergessen werden, wofür die GEMA eigentlich eintritt und dass die Institution für komponierende Künstler und Künstlerinnen eine extreme und zugleich existenzielle Wichtigkeit besitzt bzw. besitzen kann. Oft kommen hier sofort die Fragen: „Wieso? Lohnt sich eine Mitgliedschaft auch für meine Band?“ 

Daher hier ohne Umschweife gleich eine Beispielrechnung:

Prämissen

  • Band/Solokünstler/Combo
  • komponiert Musik und Texte zu 100% selbst
  • spielt im Jahr 10 Auftritte
  • Eintrittspreis ca. 5
  • 50-100 Besucher
  • pro Auftritt werden 10 eigene Songs gespielt

 

Die Konzerte werden wie üblich (soweit nicht anders festgelegt) vom Veranstalter bei der GEMA angemeldet und letztlich auch bezahlt. Laut Tarif U-K, welcher für Live-Konzerte greift, muss der Veranstalter 7,0% (Stand 2017) der Brutto-Eintrittseinnahmen (inkl. z. Zt. 7 % Umsatzsteuer) abführen. Das heißt bei 100 Besuchern x 5€ Eintritt = 500€  Bruttoeinnahmen; davon 7% GEMA = 35€ Zahlung an die GEMA (ohne die üblichen Rabatte). Übrigens, Mindestsatz für Veranstaltungen mit unter 150 Besuchern ist aktuell 23,30€. Das kann interessant sein, für Bands die gerne selbst veranstalten.

Letztlich werden also alle beschriebenen Konzerte im Segment 2 (unter 50€) der GEMA eingestuft. Hier die Übersicht über die Einteilung:

 

image007Quelle: Newsletter der GEMA

Diese Daten geben wir nun in den sehr hilfreichen GEMA-Kalkulator von Bernd Schweinar (Geschäftsführer des VPBY) ein, den ihr euch übrigens per Anmeldung zum Newsletter hier selbst herunterladen könnt.

 

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Hier seht ihr einen Ausschnitt des Kalkulators im Segment 2. Lediglich die grünen Felder - Anzahl der Auftritte und gespielten Songs - sind variabel. Der Rest wird von der GEMA jedes Jahr festgelegt und soll der Einfachheit halber hier nicht weiter diskutiert werden. Für interessierte gibt es hier weitere Information zum Ausschüttungssystem der GEMA „INKA“.

Mit den eingegeben Daten erhält der oder die Urheber also letztlich 504,54€ von der GEMA. Das heißt, die GEMA-Mitgliedschaft lohnt sich also schon weitaus früher, wenn man bedenkt, dass die Aufnahme einmalig 107,10€ inkl. USt. und die jährliche Mitgliedschaft 50€ kostet.

 

Wenn man die Zahlen noch ein wenig nach oben schraubt (20 Auftritte, je 15 Songs) und dazu noch einen Auftritt in Segment 3 gespielt hat (Release-Show o.ä.), zeigt sich sogleich folgendes Bild:

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Insgesamt 1610,89€. Darüber freut sich natürlich die Bandkasse.

 

 

Fakt ist:

Bei vollständiger und 100% Abrechnung der Auftritte lohnt sich eine Mitgliedschaft bei obigen Beispielen definitiv.

In der Realität sieht es aber oft anders aus. Jeder kennt den lieblos ausgefüllten Musikfolgebogen der GEMA, den keiner mehr lesen kann, und auch Veranstalter vergessen bei mehreren Bands im Eifer des Gefechts durchaus einmal die Abgabe einer Musikfolge. Manche Veranstalter melden Shows „illegalerweise“ gar nicht erst an, wodurch sie natürlich auch nicht abgerechnet werden können. Und so weiter und so fort.

Um dem Schwund entgegen zu wirken, empfiehlt es sich die Online-Services der GEMA zu nutzen. Dort müsst ihr euch zwar erst einmal zusätzlich registrieren und dann noch darauf warten, dass die Zugangsdaten via Post kommen. Seid ihr aber dann erst einmal drin, könnt ihr dort bequem die Musikfolgen selbst abschicken und letztlich auch überprüfen, ob alles richtig abgerechnet wurde. Auch die Werkanmeldungen und Reklamationen könnt ihr über das Online-Portal steuern. Mehr zu diesem Thema gibt es demnächst auch auf www.pop-rot-weiss.de


Technical Rider? Was, wieso und wie?

    1. Was ist ein Technical Rider?

      Der Technical Rider (oder Tech Rider) ist der technische Steckbrief einer Band / eines Solo-Acts. Dieser dient dem Veranstalter und dessen Ton-, Licht- und Bühnen-Technikern als Anleitung für euren Auftritt. Daher ist die Abgabe eines Technical Riders oftmals Voraussetzung für einen Auftritt. Es empfiehlt sich also auch bei kleinen Bandgrößen einen Technical Rider zu erstellen.

      Eine Word-Vorlage findet ihr hier: Technical Rider Vorlage

    2. Was beinhaltet der Tech Rider?

      • Besetzung und Travelparty (Wie groß ist die gesamte Travelparty und wie gliedert sich diese auf? D.h. wie viele Musiker (und deren Funktionen), Ton- bzw. Lichtechniker, Manager und sonstige Personen habt ihr dabei?)
      • Kanalbelegung (Was muss wie verstärkt bzw. abgenommen werden?)image008
        Üblicherweise in entsprechender Reihenfolge (Schlagzeug, Bass, Keys, Gitarre, Vocals … ). Angaben wie „Mic“ oder „Insert“ können optional bzw. Wunschangaben sein. Es handelt sich zumeist um das maximale Setup, ggf. muss sich an den Veranstaltungsort und die vorhandene Technik angepasst werden.
      • Stageplan (Wo befindet sich was auf der Bühne? Wie groß muss Bühne mindestens sein?)

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      • Neben den Instrumenten-, Mikrofon- und Verstärkerpositionen können noch die Anzahl und Position der Monitore und Steckdosen bestimmt werden. Falls Lampen oder zusätzliche Bühnenaufbauten vorgesehen sind, sollten diese samt Mindestgröße der Bühne ebenfalls vermerkt werden. Zumeist genügt eine simple Grafik wie oben gezeigt. Es gibt allerdings auch professionelle Software (siehe unten).
      • Telefonnummer für Rücksprachen mit dem örtlichen Techniker.
      • Falls notwendig: Informationen zur Lichtshow, eigener Lichttechnik, speziellen Effekten usw.
      • Mittlerweile ist es bei kleineren Produktionen nicht unüblich zusammen mit dem Tech Rider eine Art Band Rider zu verschicken. Darin werden noch weitere Details und Anforderungen geklärt. Zu den wichtigsten Informationen zählt hier der Catering Rider. Dieser sollte realistische (!) Verpflegungswünsche für die Crew Mitglieder beinhalten. Außerdem Informationen über Allergien, Anzahl an Vegetariern und Veganern. Darüber hinaus können im Vorfeld noch Übernachtungssituation, Parkplätze sowie weitere Backstage-Anforderungen (Duschen, WLAN, etc.) geklärt werden. Je nach Länge und Ausführlichkeit werden diese Dokumente auch gerne getrennt.
    3. Generell

  • Der Tech Rider ist eine Art Maximalvorstellung, um die bestmöglichen Bedingungen für euren Auftritt zu schaffen. Allerdings muss man sich gerade bei kleineren Club kompromissbereit zeigen und an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen.
  • Je genauer und übersichtlicher euer Rider gestaltet ist, desto einfacher macht ihr es dem Veranstalter. Dadurch erhöht ihr natürlich die Chance, dass eure Anforderungen erfüllt werden. D.h. schön designte Rider mögen ansprechend aussehen, aber von den wichtigen Informationen ablenken.
  • Den Rider im Vorfeld immer mit dem Veranstalter besprechen und absegnen lassen!
  • Es macht Sinn, den Rider in Papierform zum Auftritt mitzubringen.
  • Der TR muss regelmäßig aktualisiert werden. Es ist sehr undankbar für den Techniker vor Ort, wenn er unnötige Vorarbeit erbringt und dann bei der Ankunft der Band feststellt, dass sich das Setup komplett geändert hat.
  • Im Internet kursieren viele Tech Rider, die einen interessanten Input für den eigenen Rider liefern können.
  • Zudem gibt es mittlerweile einige kostenfreie Online-Tools, die bei der Erstellung helfen können:
  • Eine gewisse Dankbarkeit und „Demut“ schadet oft nicht :).

 

Fällt euch etwas zu diesem Thema ein oder würdet ihr gerne etwas hinzufügen? Braucht ihr Hilfe bei der Erstellung eines Technical Riders? Meldet euch :).