Zwei Flaschen Wein Podcast Tutorial

Zwei Flaschen Wein – DEIN Podcast Pt. II

Podcasten hat einen frechen Vorteil, den viele Kunstformen leider nicht (mehr) haben. Es ist ein relativ neues Medium, das sich rasant an alle Geschmäcker angepasst und in allen Generationen etabliert hat. So rasant, dass sich glücklicherweise keinerlei Grenzen, Vorschriften oder wahnwitzige Erfolgsrezepte etablieren konnten. Diesen frechen Vorteil nutze ich für meinen Podcast „Zwei Flaschen Wein“ seit der ersten Folge schamlos aus, in dessen Entstehung ich dir, hoffentlich als Inspiration selbst einen Podcast zu starten, einen Einblick geben möchte.

Von Anfang an steht fest: Ich muss mir ernsthaft Hilfe holen.

Ich möchte eine Plattform für all diejenigen bieten, die ihre Geschichte erzählen wollen. Und ich will mit ihnen Wein trinken. Wenn ich dabei zeitgleich ihren Projekten und Ideen Gehör verschaffen kann, die interessant sind und mehr Aufmerksamkeit verdienen, dann habe ich mein Ziel mit diesem Projekt erreicht. In einer relativ frühen Ausgabe habe ich im Intro den Satz gebracht: „Jede Folge ein neuer Gast aus Kunst, Kultur, Musik und purer Sympathie“. Plötzlich hatte ich einen festen Opener der mein Konzept bisher ganz gut beschreibt. Gleich geblieben sind nur ein paar wenige Dinge, die sich glücklicherweise durch die Diversität der mitwirkenden Charaktere als feste Bestandteile entwickelt haben. Zum Beispiel die öffentliche Fragerunde über Instagram, die jeder*m Zuhörer*in die Möglichkeit bietet, aktiv am Inhalt der Folge mitzuwirken. Oder Rubriken und alberne Spiele, die ich mir im Vorfeld zusammen mit den Gästen ausdenke (bspw. „90s Sitcom Generator“ oder „Dinge, die mir scheißegal sind“). Der gesamte Inhalt, mit Ausnahme der Fragen natürlich, entsteht in Vorgesprächen absolut transparent, da aus meiner Sicht mit dem Gefühl der Ungewissheit, weder Interesse noch Vertrauen erzeugt werden kann. Vermutlich würde ich noch heute über meinem finalen Konzept brüten, wenn mir Kinan Sabbagh, Mitbegründer des Mahagoni Festivals und in unzähligen Kollektiven Nürnbergs aktiv, nicht schneller als mir vielleicht recht war für die Pilotfolge zugesagt hätte. Mein Mensch gewordener Arschtritt hat mir nicht nur mit seiner Kippe das erste Loch in den Popschutz meines nagelneuen Mikrofons gebrannt, sondern direkt die weitere Entwicklung des Podcasts geprägt.

Rote Weine und Fäden

Ein eingespieltes Podcast-Duo mit Running-Gags und Geschichten, die sich über mehrere Folgen aufbauen, muss möglicherweise weniger Zeit in die Vorbereitung stecken als ich. Das ist einerseits der Reiz, andererseits auch eine Herausforderung. Ich erstelle im Vorfeld der Aufzeichnung eine Art roten Faden, der jedoch keine strikte Reihenfolge oder ein festes Skript vorgibt, sondern lediglich mir und vor allem meinen Gesprächspartner*innen bei der Entwicklung eines authentischen Gesprächs helfen soll. Dafür recherchiere ich im Vorfeld über deren Kunst, Musik oder Arbeit, sowie für mich relevante Themen, meist aus dem Bereich der Subkultur. Bisher ist nur eine einzige Frage, die zugleich immer die erste ist, bei jeder Aufzeichnung gleich: „Wenn du ein Wein wärst, welcher wärst du?“ Ich versuche stets viel mehr ein Gespräch als ein Interview zu führen. Bei einem Podcast finde ich die Perspektive, die man als Zuhörer*in eingeht darüber entscheidend, ob man anderen beim Reden gerne zuhört oder nicht. Wenn eine Folge entsteht, die vollgepackt ist mit Statements und kontroversen Aussagen, auf die nicht weiter eingegangen wird, hätte ich das Gefühl, als Gesprächspartner versagt zu haben. Wenn ich selbst Podcasts höre, sind die unterhaltsamsten Momenten die, in denen ich den Drang verspüre, meinen Senf dazugeben zu müssen. Ob man die Aufmerksamkeit der Zuhörer*innen für eine Story erregt, kann oftmals schon davon abhängen, wie man einen Satz einleitet. „Gestern war ich in der Sauna“, bietet beispielsweise viel weniger Raum zur Identifikation mit der Situation als: „Kennst du das, wenn du in der Sauna bist?“ An der Stelle Grüße an meine alte Sozialkundelehrerin.

Kein Wein gleicht dem anderen

Zwei Flaschen Wein Podcast Tutorial interviewt The marching coronaband.
Spontanes Straßeninterview mit The marching coronaband.

In der aktuellen Folge ist Reinhard „Lampe“ Lamprecht, Gründer und Chefredakteur des CURT Magazins bei mir zu Gast, mit dem ich mich über die Entstehung seiner Zeitschrift, seine redaktionelle Arbeit sowie über Projekte und Förderinitiativen in Zeiten der Corona-Krise unterhalte. Wie Pop! Rot Weiss bietet auch das CURT Magazin volle Unterstützung sowie Mitarbeit an kreativen Projekten an. Zudem habe ich mich mit „The marching coronaband“ auf dem Bürgersteig vor meiner Wohnung für ein kurzes Interview getroffen.

Für diese Folge ist mir erneut sehr viel Support und Mithilfe entgegengebracht worden, was mir das beruhigende Gefühl der Gewissheit gibt, dass man gemeinsam ein unterhaltsames und informatives Endergebnis gestalten wollte. Ohne diese Sicherheit wäre mein Projekt in dieser Form nicht möglich. Vielen Dank an alle Hörer*innen, Unterstützer*innen und vor allem an alle bisherigen und zukünftigen Gäste, die mir ihr Vertrauen schenken und deren Geschichten ich erzählen darf.

Wer steckt hinter “Zwei Flaschen Wein”?

Matze redet gerne. Und er lernt gerne neue Leute kennen. Am allerliebsten auf Konzerten, Festivals und der bunten Kulturlandschaft Nürnbergs. Und da die Karriere als Pausenclown nach der Schule vorbei war und er zwar viele Musiker*innen kennt, aber selbst keine*r ist, musste er seinem kreativen Wahnsinn zwangsläufig ein neues Ventil geben: Podcasten. Im Zuge seines Projekts „Zwei Flaschen Wein“ durfte er in mittlerweile über 20 Folgen die unterschiedlichsten Charaktere aus Kunst, Kultur, Musik und purer Sympathie vor dem Mikrofon begrüßen und mit ihnen die Weingläser kreuzen. Ein konkretes Ziel und Konzept hat er dabei nicht. Letztlich ist ihm nur eines wichtig: Einen Einblick in Projekte und Persönlichkeiten geben, die Gehör verdient haben – egal aus welchem Hintergrund. Getreu seinem Motto: Jede*r hat eine Geschichte zu erzählen.

Für uns hat er zwei Artikel zum Podcasten geschrieben. Teil I zum Thema "eigenen Podcast starten" liest du hier.


Logo Podcast Zwei Flaschen Wein

„Ey, lass bidde einen Podcast starten!“ Pt. I

Hast du diesen Satz schon mal gehört? Dann zählst du vermutlich nicht nur zu dem einen Viertel der deutschen Bevölkerung, das regelmäßig Podcasts hört, sondern auch zu dem kleinen Teil, der selbst bereits mit dem Gedanken gespielt hat, ein eigenes Format zu produzieren. Ich möchte dir hier ein paar Tipps geben, die für den Start deines eigenen Podcasts hilfreich sein können. Weiter nach der Werbung.

Matze Gründl steht vor einem Mikrofon und grinst in die Kamera.
Matze Gründl spricht gerne vor einem Mikrofon mit Leuten.

Wer steckt hinter "Zwei Flaschen Wein"?

Matze redet gerne. Und er lernt gerne neue Leute kennen. Am allerliebsten auf Konzerten, Festivals und der bunten Kulturlandschaft Nürnbergs. Und da die Karriere als Pausenclown nach der Schule vorbei war und er zwar viele Musiker*innen kennt, aber selbst keine*r ist, musste er seinem kreativen Wahnsinn zwangsläufig ein neues Ventil geben: Podcasten. Im Zuge seines Projekts „Zwei Flaschen Wein“ durfte er in mittlerweile über 20 Folgen die unterschiedlichsten Charaktere aus Kunst, Kultur, Musik und purer Sympathie vor dem Mikrofon begrüßen und mit ihnen die Weingläser kreuzen. Ein konkretes Ziel und Konzept hat er dabei nicht. Letztlich ist ihm nur eines wichtig: Einen Einblick in Projekte und Persönlichkeiten geben, die Gehör verdient haben – egal aus welchem Hintergrund. Getreu seinem Motto: Jede*r hat eine Geschichte zu erzählen.

Seine aktuelle Folge mit Lampe vom Curt Magazin hört ihr hier.

Podcast ist wie Club-Mate

Die unzähligen Podcast-Kategorien sind mittlerweile vergleichbar mit der unendlich erscheinenden Menge an Musik-Genres. Angefangen bei Fernseh- und Rundfunksendern, über renommierte Fachzeitschriften und letztlich jeder*m aus der Unterhaltungsbranche: Jede*r hat einen verdammten Podcast. Also warum nicht auch du? Für jede*n gibt es das richtige und letztlich erfolgreiche Format. Die Aussicht, auf diesem Gebiet noch etwas Neues erfinden und veröffentlichen zu können war auch für mich der finale Anreiz „Zwei Flaschen Wein“ zu starten. Doch vor Veröffentlichung der ersten Folge kamen die Fragen und Zweifel. Wer zum Teufel soll sich das anhören? Was habe ich schon Interessantes zu erzählen? Wird das nicht peinlich, wenn sich das am Ende keine Sau anhört? Die gleichen Fragen stellt sich auch jede*r junge Musiker*in. Und am Ende stehen sie*er und ihre*seine erste Band trotzdem mit eigenen Songs im Gepäck auf den Kleinkunstbühnen dieser Welt. In beiden Fällen braucht es eine kleine Portion Selbstbewusstsein und Übung, kann jedoch von Beginn an ein unfassbar vielfältiges Ventil für die eigene Kreativität sein, sowie absolute, künstlerische Narrenfreiheit bieten. Podcast ist aber auch wie Club Mate. Es ist schwer jemanden davon zu überzeugen, wenn klar ist, dass es ein wenig dauert bis man sich daran gewöhnt.

Ob alleine, zusammen mit einer*m Partner*in oder als Gruppe mit wechselnden Gästen. Egal ob Comedy, Wissenschaft oder Sport – jedes Format hat seine Besonderheiten, für die es kein allgemeingültiges Erfolgsrezept gibt. Und woran misst man als Freizeit-Podcaster*in überhaupt Erfolg? Ich habe beispielsweise in jeder Folge neue Gäste, die meist in den Bereichen Musik und Subkultur tätig sind und mir Geschichten aus ihren Projekten und Kollektiven erzählen. Neue Kontakte, Freundschaften und Einblicke in diese Bereiche sind für mich daher deutlich größerer Erfolg als jegliche Klick-Zahlen oder Follower. Ein solches Projekt mit der Intention zu gründen, dadurch mal eben reich und berühmt zu werden, ist keine sonderlich aussichtsreiche Idee. Doch letztlich geht es doch darum, sich mit seinen kreativen Ideen auf eine besondere Art und Weise Gehör zu verschaffen und sich selbst zu verwirklichen. Wenn jemand lauthals lacht, lacht man mit. Und dieses Prinzip der Begeisterung ist auch beim Podcasten übertragbar.

Hörst du dir eigentlich manchmal selbst zu?

Entgegen all den Expert*innenmeinungen die man im Internet findet, benötigst du kein vollständig durchgeplantes Konzept. Setzte dich nicht gleich zu Beginn unter Druck, indem du dich mit festen Rubriken und Regeln begrenzt. Eine langanhaltende Leidenschaft für ein Projekt kann sich sonst nur schwer entwickeln. Ich habe mich zu Beginn dagegen entschieden, den Hörer*innen zu versprechen, dass die Folgen regelmäßig im gleichen Rhythmus erscheinen. Ich produziere nur dann, wenn ich auch wirklich kreativ und motiviert bin. Lass dir und deiner Idee die nötige Zeit sich zu entfalten, denn nur dann entsteht ein authentischer Inhalt, mit dem du dich dauerhaft identifizieren kannst.

Bei der Wahl des perfekten Namens und Logos gibt es letztlich nur ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Nimm dir die nötige Zeit und recherchiere, ob es schon Podcasts mit identischen oder ähnlichen Titeln gibt. Vor Allem bei der Erstellung deines Logos (idealerweise quadratisch) solltest du dich nicht mit Übergangslösungen zufriedengeben, auch wenn du am liebsten direkt recorden und veröffentlichen willst. Mit einem treffenden Namen im Rücken, der dir auch nach langer Zeit noch gefällt und einem Logo, das du ohne viel zusätzlichen Aufwand direkt für deine ersten Sticker verwenden kannst, lässt es sich entspannter in dein Projekt starten. Eine Instagram- oder Facebook-Seite bietet dir die Möglichkeit, mit deinen Hörer*innen zu interagieren und Feedback zu kriegen. Außerdem kannst du über solche Kanäle deine Releases ankündigen oder dich mit anderen Künstler*innen und Institutionen verknüpfen. Dadurch entstehen Möglichkeiten und du sammelst Erfahrungen im Austausch mit anderen. Unbedingt nötig ist eine Social-Media-Präsenz natürlich nicht, bietet aber viele Vorteile.

Für wen Recording, Mikrofonierung und Schnittprogramme komplettes Neuland sind, den kann ich beruhigen. An diesen Punkten muss dein Weg zum eigenen Podcast nicht scheitern. Zum Glück hat mittlerweile nahezu jedes große Musikgeschäft Starter-Bundles mit Mikrofon, Stativ, Kabel und Software für den kleinen Geldbeutel fest im Sortiment. USB-Kondensatormikrofone der unteren Preiskategorie, die man direkt mit dem Laptop verbinden kann, erzeugen mit ein wenig Feingefühl und Erfahrung bereits eine gute Soundqualität. Das erzeugt bei jeder*m neuen Hörer*in direkt einen professionellen Eindruck. Kurz gesagt gilt hierbei: Man hört dir nur dann gerne regelmäßig zu, wenn man dich auch problemlos versteht. An den Klang der eigenen Stimme gewöhnt man sich übrigens sehr schnell, selbst wenn du bisher nicht einmal die eigenen Sprachaufnahmen am Handy nochmal anhören wolltest. Bevor du eine Folge veröffentlichst, solltest du diese nicht nur auf dem Laptop mit geschlossenen Kopfhörern, sondern auch über das Handy oder im Auto anhören. Nicht jedes Setup bietet automatisch das beste Sprachverständnis für alle Geräte. Frag einfach Freund*innen, ob sie deine ersten Folgen Probehören können und lass dir ehrliches Feedback geben. Damit sammelst du am schnellsten Erfahrungen und die nötige Sicherheit. Auch wenn mir jetzt bei den folgenden beiden Sätzen ein klein wenig Kotze hochkommt, passen sie leider zu gut. Fragen kostet nix und Übung macht nun mal die*den Meister*in.

Spotify oder iTunes?

Die erfolgreichsten Podcasts sind meistens professionell produzierte, zum Teil geskriptete und mit langjähriger Erfahrung ausgestattete Formate. Eines haben diese und dein eigener immer gemeinsam. Es wird letztlich einfach nur geredet. Deutschlands erfolgreichster Comedy-Podcast „Gemischtes Hack“ startet bis heute mit einem Rap-Zitat an Stelle eines musikalischen Intros und orientiert sich nebenbei nur an sehr wenigen, festen Strukturen. Und dennoch hat das Konzept nach Jahren noch Erfolg. Das zeigt deutlich, dass es am Ende viel mehr auf den eigentlichen Inhalt und seinen Unterhaltungswert, als auf eine glitzernde Verpackung ankommt. Trotzdem macht ein kurzes, knackiges Intro zu Beginn natürlich etwas her und schenkt deinem Format einen persönlichen Charakter mit Wiedererkennungswert. Ich habe mein Intro damals als Freeware von einer Homepage für Beat-Produzent*innen heruntergeladen und um ein paar Sprach-Samples von Navigationsgerät-Stimmen erweitert. Frag bei Freund*innen, die sich mit Musik- und Beatproduktion auskennen oder spiel selbst etwas ein. Kurz, prägnant und charakteristisch sollte dein Intro direkt für Aufmerksamkeit bei den Hörer*innen sorgen. Denk hierbei jedoch unbedingt daran, grundsätzlich jede*n Künstler*in explizit um Erlaubnis zu bitten, bevor du deren Werke verwendest. Selbst wenn es sich um Freeware aus dem Internet handelt. Eine kurze Erwähnung in deiner Beschreibung auf Spotify oder iTunes ist den meisten Produzent*innen Gegenleistung genug und du bist gleichzeitig auf der sicheren Seite.

Für die Veröffentlichung benötigst du einen sogenannten Host. Dabei handelt es sich um eine Homepage, auf der du deine Audiodateien, Folgenbeschreibungen und Titelbilder hochlädst. Dein Host verarbeitet diese nach deinen Vorgaben und stellt sie für die Streaming-Dienste zur Verfügung, auf denen du dein Format veröffentlichen willst. Die meisten Anbieter*innen haben zusätzlich einen Service zur Auswertung und Analyse jeder Folge eingerichtet. Bei Spotify nennt sich dieser beispielsweise „Spotify for Podcasters“ und bietet einen übersichtlichen Einblick über deine Klick-Zahlen, Reichweite und Follower. Nutze direkt von Beginn an die Funktionen, die dir dein Host bietet, um jede Folge kurz zu beschreiben. Wechselnde Groß- und Kleinschreibung, ähnliche Struktur der Episodennamen und Folgennummer sind mittlerweile zum Standard geworden.

Egal für welches Konzept du dich letztlich entscheidest. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen Struktur und Spontanität hält deinen Podcast lebendig und spannend. Wichtig ist, dass du deiner eigenen Idee, deiner persönlichen Meinung und dem Charakter deines Projekts treu bleibst.

Teil II folgt.

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Live-Streaming für Bands in Zeiten von Corona

Streaming vs. Corona

In Zeiten ohne Live-Konzerte und fette Partys am Wochenende greifen Bands und Künstler*innen momentan auf ihre Sozialen Netzwerke zurück. Im Live-Stream lässt sich mit den Fans Kontakt halten und sogar ganze Konzerte übertragen. Ganz ohne Ansteckungsgefahr. Livestreaming kann man völlig unkompliziert aber auch sehr ausgeklügelt und hochqualitativ betreiben. Hier ein klitzekleiner Überblick mit Links zu sinnvollen Tutorials.

Live-Streaming für Bands in Zeiten von Corona
(c) Christian Dahlqvist https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en

Easy Streamen mit dem Handy

Numero Uno geht ziemlich einfach: Loggt Euch mit einem Handy bei Facebook, IGTV oder YouTube ein und klickt Euch zur Livestreaming-Funktion durch. Start drücken und los geht’s. Das ist technisch absolut machbar, dafür aber eben soundtechnisch nicht der Oberhammer.

Aufwändigere Live-Streams mit OBS Studio

Möglichkeit Nummer Zwei bis Unendlich besteht immer aus mehr Geräten, Software und Verschaltungen. Zentrum dabei ist ein PC oder Mac, der als Verarbeitungsmaschine für digitale Audiodaten fungiert und auf dem eine Streaming-Software läuft, die alle Daten bündelt, schickt macht und schließlich an die jeweilige Online-Plattform liefert.

OBS Studio ist eine kostenlose, einfache und weit verbreitete Software für genau solche Zwecke. Den Download auf deren Homepage gibt es in verschiedenen Ausführungen für die gängigsten Betriebssysteme: https://obsproject.com/de/download

Dazu brauchen wir eine Bildquelle. Das kann eine Web-Cam, Kamera oder ein Handy sein. Sie muss per USB mit den PC verbunden und von dem durch einen passenden PC-Treiber für die Kamera erkannt werden können. Aufwändigere Technik erlaubt auch, mehrere Bildsignale an den PC zu schicken.

Als Eingangssignal kann entweder nur ein USB-Mikrophon dienen oder ein USB-Interface, das mehrere Signale gleichzeitig an den PC überträgt. Viele Mischpulte haben mittlerweile einen USB-Ausgang, der für genau diese Zwecke benutzt werden kann. Vom Singer-Songwriter-Aufbau bis hin zur zehnköpfigen Brassband mit 32 Spuren ist also alles möglich.

Schaut Euch diese fünfteilige Einführung auf YouTube an. Das dauert gar nicht lange und erklärt einige technische Grundlagen.