Titelbild Dos und Donts

Wie werde ich öfter gebucht? Die Dos & Don'ts beim Anschreiben

Raus aus dem Proberaum, rauf auf die Bühne! Leichter gesagt als getan. Veranstalter*innen bekommen jeden Tag zig Anfragen für Ihre Clubs und Festivals. Dieser Guide führt Dich durch die Dos und Don’ts der Anschreiben für Booker*innen.

Wir haben einige Booker*innen und Veranstalter*innen aus der Region gefragt, was sie sich wünschen, wenn Bands und Künstler*innen sie anschreiben. Die witzigsten Zitate und Kernaussagen ihrer Antworten haben wir in kleine Bildchen gepackt.

Hier findet Ihr noch einen Link zu einer Vorlage für ein Anschreiben, an der Ihr Euch orientieren könnt. Mille Grazie an dieser Stelle an Chris von innerlichelvis.de, der sich auf Bandmarketing- und Booking-Beratung spezialisiert hat. Er bietet übrigens auch Online Booking Bootcamps an. Schaut Euch bei ihm um.

1. Bevor Du Dich an den PC, den Füllfederhalter oder die Spracheingabe setzt, solltest Du den ersten grundlegenden Tipp beherzigen: Erst Gitarre stimmen, dann Anschreiben verfassen.

Hinter dieser siebengescheiten Aussage steckt die Erkenntnis, dass manche Künstler*innen sich ein bisschen zu sehr auf das Live-Game freuen. Manchmal achten sie dabei nicht auf die Feinheiten des eigenen Auftritts. Zuerst solltest Du Dir also ganz sicher sein in dem, was Du präsentieren möchtest.

2. Die richtige Person adressieren

Zuerst einmal musst Du Mailadressen suchen und finden. Hast Du schon einen Verteiler, achte darauf, dass er aktuell ist. Einige Veranstalter*innen ändern aufgrund der vielen Anfragen immer wieder ihre Mailadressen. Google lieber ein bisschen mehr, am Ende sparst Du Dir die Frustration, ein Anschreiben umsonst verfasst zu haben.

Danke Hendrik Meier @Primaprima Booking

3. Welche Stadt

Wenn Du Dich nicht gerade auf Festivals oder als Support für eine bestimmte Band bewirbst, gibt es Sinn zu überlegen, in welcher Stadt Du spielen möchtest. Wichtig dabei: Überspiel Dich nicht. Auch nicht in Deiner Homebase. Da besteht die Gefahr, immer das gleiche Publikum zu bespielen. Bleib spannend und such Dir Venues an anderen Orten. Dann spielst Du auch viel lieber wieder zu Hause.

Danke Sarah Lohr @Luise und @Arsch und Friedrich

4. Welche Läden

Wenn Du einen Club anschreibst, sei Dir sicher, dass Deine Musik auch zum Genre passt. Manche Veranstalter*innen haben sich auf Metal spezialisiert, während andere eher Indie-Pop buchen. Man kann zwar auch zu Indie-Pop eine Wall of Death einreißen, aber es ist einfach nicht das Gleiche.

Danke Sabine Tipp @Kopf und Kragen

5. Für was bewirbst Du Dich? Sei spezifisch und informiert.

Klar. Du willst spielen. Diese Info allein ist aber oft nicht ausreichend. Mach’s deinem Gegenüber leicht und such Dir Konzertreihen raus, in die Du passen könntest. Oder frag gezielt nach Bands aus dem Programm, für die Du gerne Vorband sein würdest. Überlege Dir, wie Du in den jeweiligen Veranstaltungsort passen könntest. Booker*innen ersparst Du damit Zeit zu überlegen, was sie mit Dir anstellen könnten. Und jeder weiß, Zeit ist knapp im Booking-Business.

Kümmere Dich auch früh genug um Konzerte. Viele Veranstalter*innen buchen 6-9 Monate im Voraus. Und wenn die Slots voll sind, wird es meistens schwierig, noch eine Band unterzubringen. Der frühe Vogel… naja. Aber hier kann das teilweise stimmen.

Danke Lorena Seipp @Kulturzentrum E-Werk

6. Der Ton macht die Musik

Dieser Punkt scheint selbsterklärend. Trotzdem neigt man bei Anschreiben oft dazu, zu arschkriechend oder zu übertrieben zu sein. Üb Dich darin, ziemlich genau über Deine Musik sprechen zu können. Vergiss die Floskeln der Musikpresse, finde Deine eigenen Worte. Bleib freundlich, konzentriere Dich auf Deine Stärken und versuche sie so gut es geht in Worte zu fassen.

Danke Andreas Klenk @Musikzentrale MUZ

7. Seid Euch Eurer Position bewusst

Setze am besten Deine Ansprechpartner*innen nicht unter Druck. Selbst wenn Du glaubst, dass Du wie die Faust auf’s Auge in den Club passt. Am Ende müssen die Veranstalter*innen Dich gut und passend finden. Nicht andersrum. Das gibt auch Sinn, da sie ihre Locations und Gäste am besten kennen. Lass Deine Uniqueness und Deine Kunst für Dich sprechen. Das sollte Dein Aushängeschild sein. Wenn Du Dir nicht ganz sicher bist, was das ist, finde es heraus. Am Ende kann das zur fruchtbarsten Quelle in deinem Musiker*innendasein werden.

Danke @Kunstkeller o27

8. Die Metapher ist ein zweischneidiges Schwert

Du bist Künstler*in. Die Veranstalter*innen tun sich aber schwer in einer E-Mail den philosophischen Überbau Deiner Musik zu verstehen. Das können sie auch, nachdem sie Dich gebucht haben. Pack alle Deine Infos übersichtlich, knapp und leicht verständlich in eine ansprechende Nachricht.

Praktisch ist ein sogenanntes EPK – ein Electronic Press Kit. Das ist eine Landingpage, die übersichtlich Eure aktuelle Musik zeigt, eingebettete Videos und Bandinfo/Pressetext beinhaltet. Gerne auch die bisher gebuchten Konzerte. Packt diesen Link in Eure Mail und verzichtet auf Anhänge und tausend Weiterleitungen, die am Ende verlorengehen oder verwirrend sein können.

Danke Jan Bratenstein @Sing In uvm.

9. Präsentiert Euer Produkt bestmöglich

Bilder sind die Währung unserer Zeit. Je schneller der visuelle Eindruck Dein Gegenüber anspricht, desto besser. Natürlich kann es ein Stilmittel sein, viel Trashfaktor in seinen Videos zu verwenden. Meistens merkt man aber, ob dahinter fehlende Professionalität steckt oder ein genialer Gedanke. Habt also ein paar repräsentative Videos Eurer liebsten Songs auf YouTube parat. Gute Videos lassen sich auch hervorragend auf Facebook, Instagram oder in einem Newsletter teilen – wahrscheinlich die wichtigsten Marketingtools der Veranstalter*innen.

Danke Lorena Seipp @s. o. und Sebastian Vieth @Vorstadt Sound Festival und Obacht!

10. Bemüht Euch wie ein*e ehrenhafte*r Onna-bugeisha/Samurai

Disziplin ist selten als Schriftzug auf Armen von Musiker*innen tätowiert. Booking hat aber eher wenig mit Musik zu tun, sondern mit viel Fleiß, guter Vorbereitung und Durchführung. Erinnert Euch also grade in diesem Bereich an Einfachheit, Struktur und Ästhetik. Ein*e Booker*in möchte gerne in kurzer Zeit Eure beste Seite sehen. Das Aussehen Eures Texts kann also dazu verleiten, sich mit Eurer Musik zu beschäftigen, aber auch davon abhalten. Den Vergleich mit japanischen Idealen von Ganzheitlichkeit habe ich hier also nicht ganz zu Unrecht bemüht.

Danke Michael Beigel @Weinturm Open Air


Zwei Flaschen Wein Podcast Tutorial

Zwei Flaschen Wein – DEIN Podcast Pt. II

Podcasten hat einen frechen Vorteil, den viele Kunstformen leider nicht (mehr) haben. Es ist ein relativ neues Medium, das sich rasant an alle Geschmäcker angepasst und in allen Generationen etabliert hat. So rasant, dass sich glücklicherweise keinerlei Grenzen, Vorschriften oder wahnwitzige Erfolgsrezepte etablieren konnten. Diesen frechen Vorteil nutze ich für meinen Podcast „Zwei Flaschen Wein“ seit der ersten Folge schamlos aus, in dessen Entstehung ich dir, hoffentlich als Inspiration selbst einen Podcast zu starten, einen Einblick geben möchte.

Von Anfang an steht fest: Ich muss mir ernsthaft Hilfe holen.

Ich möchte eine Plattform für all diejenigen bieten, die ihre Geschichte erzählen wollen. Und ich will mit ihnen Wein trinken. Wenn ich dabei zeitgleich ihren Projekten und Ideen Gehör verschaffen kann, die interessant sind und mehr Aufmerksamkeit verdienen, dann habe ich mein Ziel mit diesem Projekt erreicht. In einer relativ frühen Ausgabe habe ich im Intro den Satz gebracht: „Jede Folge ein neuer Gast aus Kunst, Kultur, Musik und purer Sympathie“. Plötzlich hatte ich einen festen Opener der mein Konzept bisher ganz gut beschreibt. Gleich geblieben sind nur ein paar wenige Dinge, die sich glücklicherweise durch die Diversität der mitwirkenden Charaktere als feste Bestandteile entwickelt haben. Zum Beispiel die öffentliche Fragerunde über Instagram, die jeder*m Zuhörer*in die Möglichkeit bietet, aktiv am Inhalt der Folge mitzuwirken. Oder Rubriken und alberne Spiele, die ich mir im Vorfeld zusammen mit den Gästen ausdenke (bspw. „90s Sitcom Generator“ oder „Dinge, die mir scheißegal sind“). Der gesamte Inhalt, mit Ausnahme der Fragen natürlich, entsteht in Vorgesprächen absolut transparent, da aus meiner Sicht mit dem Gefühl der Ungewissheit, weder Interesse noch Vertrauen erzeugt werden kann. Vermutlich würde ich noch heute über meinem finalen Konzept brüten, wenn mir Kinan Sabbagh, Mitbegründer des Mahagoni Festivals und in unzähligen Kollektiven Nürnbergs aktiv, nicht schneller als mir vielleicht recht war für die Pilotfolge zugesagt hätte. Mein Mensch gewordener Arschtritt hat mir nicht nur mit seiner Kippe das erste Loch in den Popschutz meines nagelneuen Mikrofons gebrannt, sondern direkt die weitere Entwicklung des Podcasts geprägt.

Rote Weine und Fäden

Ein eingespieltes Podcast-Duo mit Running-Gags und Geschichten, die sich über mehrere Folgen aufbauen, muss möglicherweise weniger Zeit in die Vorbereitung stecken als ich. Das ist einerseits der Reiz, andererseits auch eine Herausforderung. Ich erstelle im Vorfeld der Aufzeichnung eine Art roten Faden, der jedoch keine strikte Reihenfolge oder ein festes Skript vorgibt, sondern lediglich mir und vor allem meinen Gesprächspartner*innen bei der Entwicklung eines authentischen Gesprächs helfen soll. Dafür recherchiere ich im Vorfeld über deren Kunst, Musik oder Arbeit, sowie für mich relevante Themen, meist aus dem Bereich der Subkultur. Bisher ist nur eine einzige Frage, die zugleich immer die erste ist, bei jeder Aufzeichnung gleich: „Wenn du ein Wein wärst, welcher wärst du?“ Ich versuche stets viel mehr ein Gespräch als ein Interview zu führen. Bei einem Podcast finde ich die Perspektive, die man als Zuhörer*in eingeht darüber entscheidend, ob man anderen beim Reden gerne zuhört oder nicht. Wenn eine Folge entsteht, die vollgepackt ist mit Statements und kontroversen Aussagen, auf die nicht weiter eingegangen wird, hätte ich das Gefühl, als Gesprächspartner versagt zu haben. Wenn ich selbst Podcasts höre, sind die unterhaltsamsten Momenten die, in denen ich den Drang verspüre, meinen Senf dazugeben zu müssen. Ob man die Aufmerksamkeit der Zuhörer*innen für eine Story erregt, kann oftmals schon davon abhängen, wie man einen Satz einleitet. „Gestern war ich in der Sauna“, bietet beispielsweise viel weniger Raum zur Identifikation mit der Situation als: „Kennst du das, wenn du in der Sauna bist?“ An der Stelle Grüße an meine alte Sozialkundelehrerin.

Kein Wein gleicht dem anderen

Zwei Flaschen Wein Podcast Tutorial interviewt The marching coronaband.
Spontanes Straßeninterview mit The marching coronaband.

In der aktuellen Folge ist Reinhard „Lampe“ Lamprecht, Gründer und Chefredakteur des CURT Magazins bei mir zu Gast, mit dem ich mich über die Entstehung seiner Zeitschrift, seine redaktionelle Arbeit sowie über Projekte und Förderinitiativen in Zeiten der Corona-Krise unterhalte. Wie Pop! Rot Weiss bietet auch das CURT Magazin volle Unterstützung sowie Mitarbeit an kreativen Projekten an. Zudem habe ich mich mit „The marching coronaband“ auf dem Bürgersteig vor meiner Wohnung für ein kurzes Interview getroffen.

Für diese Folge ist mir erneut sehr viel Support und Mithilfe entgegengebracht worden, was mir das beruhigende Gefühl der Gewissheit gibt, dass man gemeinsam ein unterhaltsames und informatives Endergebnis gestalten wollte. Ohne diese Sicherheit wäre mein Projekt in dieser Form nicht möglich. Vielen Dank an alle Hörer*innen, Unterstützer*innen und vor allem an alle bisherigen und zukünftigen Gäste, die mir ihr Vertrauen schenken und deren Geschichten ich erzählen darf.

Wer steckt hinter “Zwei Flaschen Wein”?

Matze redet gerne. Und er lernt gerne neue Leute kennen. Am allerliebsten auf Konzerten, Festivals und der bunten Kulturlandschaft Nürnbergs. Und da die Karriere als Pausenclown nach der Schule vorbei war und er zwar viele Musiker*innen kennt, aber selbst keine*r ist, musste er seinem kreativen Wahnsinn zwangsläufig ein neues Ventil geben: Podcasten. Im Zuge seines Projekts „Zwei Flaschen Wein“ durfte er in mittlerweile über 20 Folgen die unterschiedlichsten Charaktere aus Kunst, Kultur, Musik und purer Sympathie vor dem Mikrofon begrüßen und mit ihnen die Weingläser kreuzen. Ein konkretes Ziel und Konzept hat er dabei nicht. Letztlich ist ihm nur eines wichtig: Einen Einblick in Projekte und Persönlichkeiten geben, die Gehör verdient haben – egal aus welchem Hintergrund. Getreu seinem Motto: Jede*r hat eine Geschichte zu erzählen.

Für uns hat er zwei Artikel zum Podcasten geschrieben. Teil I zum Thema "eigenen Podcast starten" liest du hier.


Logo Podcast Zwei Flaschen Wein

„Ey, lass bidde einen Podcast starten!“ Pt. I

Hast du diesen Satz schon mal gehört? Dann zählst du vermutlich nicht nur zu dem einen Viertel der deutschen Bevölkerung, das regelmäßig Podcasts hört, sondern auch zu dem kleinen Teil, der selbst bereits mit dem Gedanken gespielt hat, ein eigenes Format zu produzieren. Ich möchte dir hier ein paar Tipps geben, die für den Start deines eigenen Podcasts hilfreich sein können. Weiter nach der Werbung.

Matze Gründl steht vor einem Mikrofon und grinst in die Kamera.
Matze Gründl spricht gerne vor einem Mikrofon mit Leuten.

Wer steckt hinter "Zwei Flaschen Wein"?

Matze redet gerne. Und er lernt gerne neue Leute kennen. Am allerliebsten auf Konzerten, Festivals und der bunten Kulturlandschaft Nürnbergs. Und da die Karriere als Pausenclown nach der Schule vorbei war und er zwar viele Musiker*innen kennt, aber selbst keine*r ist, musste er seinem kreativen Wahnsinn zwangsläufig ein neues Ventil geben: Podcasten. Im Zuge seines Projekts „Zwei Flaschen Wein“ durfte er in mittlerweile über 20 Folgen die unterschiedlichsten Charaktere aus Kunst, Kultur, Musik und purer Sympathie vor dem Mikrofon begrüßen und mit ihnen die Weingläser kreuzen. Ein konkretes Ziel und Konzept hat er dabei nicht. Letztlich ist ihm nur eines wichtig: Einen Einblick in Projekte und Persönlichkeiten geben, die Gehör verdient haben – egal aus welchem Hintergrund. Getreu seinem Motto: Jede*r hat eine Geschichte zu erzählen.

Seine aktuelle Folge mit Lampe vom Curt Magazin hört ihr hier.

Podcast ist wie Club-Mate

Die unzähligen Podcast-Kategorien sind mittlerweile vergleichbar mit der unendlich erscheinenden Menge an Musik-Genres. Angefangen bei Fernseh- und Rundfunksendern, über renommierte Fachzeitschriften und letztlich jeder*m aus der Unterhaltungsbranche: Jede*r hat einen verdammten Podcast. Also warum nicht auch du? Für jede*n gibt es das richtige und letztlich erfolgreiche Format. Die Aussicht, auf diesem Gebiet noch etwas Neues erfinden und veröffentlichen zu können war auch für mich der finale Anreiz „Zwei Flaschen Wein“ zu starten. Doch vor Veröffentlichung der ersten Folge kamen die Fragen und Zweifel. Wer zum Teufel soll sich das anhören? Was habe ich schon Interessantes zu erzählen? Wird das nicht peinlich, wenn sich das am Ende keine Sau anhört? Die gleichen Fragen stellt sich auch jede*r junge Musiker*in. Und am Ende stehen sie*er und ihre*seine erste Band trotzdem mit eigenen Songs im Gepäck auf den Kleinkunstbühnen dieser Welt. In beiden Fällen braucht es eine kleine Portion Selbstbewusstsein und Übung, kann jedoch von Beginn an ein unfassbar vielfältiges Ventil für die eigene Kreativität sein, sowie absolute, künstlerische Narrenfreiheit bieten. Podcast ist aber auch wie Club Mate. Es ist schwer jemanden davon zu überzeugen, wenn klar ist, dass es ein wenig dauert bis man sich daran gewöhnt.

Ob alleine, zusammen mit einer*m Partner*in oder als Gruppe mit wechselnden Gästen. Egal ob Comedy, Wissenschaft oder Sport – jedes Format hat seine Besonderheiten, für die es kein allgemeingültiges Erfolgsrezept gibt. Und woran misst man als Freizeit-Podcaster*in überhaupt Erfolg? Ich habe beispielsweise in jeder Folge neue Gäste, die meist in den Bereichen Musik und Subkultur tätig sind und mir Geschichten aus ihren Projekten und Kollektiven erzählen. Neue Kontakte, Freundschaften und Einblicke in diese Bereiche sind für mich daher deutlich größerer Erfolg als jegliche Klick-Zahlen oder Follower. Ein solches Projekt mit der Intention zu gründen, dadurch mal eben reich und berühmt zu werden, ist keine sonderlich aussichtsreiche Idee. Doch letztlich geht es doch darum, sich mit seinen kreativen Ideen auf eine besondere Art und Weise Gehör zu verschaffen und sich selbst zu verwirklichen. Wenn jemand lauthals lacht, lacht man mit. Und dieses Prinzip der Begeisterung ist auch beim Podcasten übertragbar.

Hörst du dir eigentlich manchmal selbst zu?

Entgegen all den Expert*innenmeinungen die man im Internet findet, benötigst du kein vollständig durchgeplantes Konzept. Setzte dich nicht gleich zu Beginn unter Druck, indem du dich mit festen Rubriken und Regeln begrenzt. Eine langanhaltende Leidenschaft für ein Projekt kann sich sonst nur schwer entwickeln. Ich habe mich zu Beginn dagegen entschieden, den Hörer*innen zu versprechen, dass die Folgen regelmäßig im gleichen Rhythmus erscheinen. Ich produziere nur dann, wenn ich auch wirklich kreativ und motiviert bin. Lass dir und deiner Idee die nötige Zeit sich zu entfalten, denn nur dann entsteht ein authentischer Inhalt, mit dem du dich dauerhaft identifizieren kannst.

Bei der Wahl des perfekten Namens und Logos gibt es letztlich nur ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Nimm dir die nötige Zeit und recherchiere, ob es schon Podcasts mit identischen oder ähnlichen Titeln gibt. Vor Allem bei der Erstellung deines Logos (idealerweise quadratisch) solltest du dich nicht mit Übergangslösungen zufriedengeben, auch wenn du am liebsten direkt recorden und veröffentlichen willst. Mit einem treffenden Namen im Rücken, der dir auch nach langer Zeit noch gefällt und einem Logo, das du ohne viel zusätzlichen Aufwand direkt für deine ersten Sticker verwenden kannst, lässt es sich entspannter in dein Projekt starten. Eine Instagram- oder Facebook-Seite bietet dir die Möglichkeit, mit deinen Hörer*innen zu interagieren und Feedback zu kriegen. Außerdem kannst du über solche Kanäle deine Releases ankündigen oder dich mit anderen Künstler*innen und Institutionen verknüpfen. Dadurch entstehen Möglichkeiten und du sammelst Erfahrungen im Austausch mit anderen. Unbedingt nötig ist eine Social-Media-Präsenz natürlich nicht, bietet aber viele Vorteile.

Für wen Recording, Mikrofonierung und Schnittprogramme komplettes Neuland sind, den kann ich beruhigen. An diesen Punkten muss dein Weg zum eigenen Podcast nicht scheitern. Zum Glück hat mittlerweile nahezu jedes große Musikgeschäft Starter-Bundles mit Mikrofon, Stativ, Kabel und Software für den kleinen Geldbeutel fest im Sortiment. USB-Kondensatormikrofone der unteren Preiskategorie, die man direkt mit dem Laptop verbinden kann, erzeugen mit ein wenig Feingefühl und Erfahrung bereits eine gute Soundqualität. Das erzeugt bei jeder*m neuen Hörer*in direkt einen professionellen Eindruck. Kurz gesagt gilt hierbei: Man hört dir nur dann gerne regelmäßig zu, wenn man dich auch problemlos versteht. An den Klang der eigenen Stimme gewöhnt man sich übrigens sehr schnell, selbst wenn du bisher nicht einmal die eigenen Sprachaufnahmen am Handy nochmal anhören wolltest. Bevor du eine Folge veröffentlichst, solltest du diese nicht nur auf dem Laptop mit geschlossenen Kopfhörern, sondern auch über das Handy oder im Auto anhören. Nicht jedes Setup bietet automatisch das beste Sprachverständnis für alle Geräte. Frag einfach Freund*innen, ob sie deine ersten Folgen Probehören können und lass dir ehrliches Feedback geben. Damit sammelst du am schnellsten Erfahrungen und die nötige Sicherheit. Auch wenn mir jetzt bei den folgenden beiden Sätzen ein klein wenig Kotze hochkommt, passen sie leider zu gut. Fragen kostet nix und Übung macht nun mal die*den Meister*in.

Spotify oder iTunes?

Die erfolgreichsten Podcasts sind meistens professionell produzierte, zum Teil geskriptete und mit langjähriger Erfahrung ausgestattete Formate. Eines haben diese und dein eigener immer gemeinsam. Es wird letztlich einfach nur geredet. Deutschlands erfolgreichster Comedy-Podcast „Gemischtes Hack“ startet bis heute mit einem Rap-Zitat an Stelle eines musikalischen Intros und orientiert sich nebenbei nur an sehr wenigen, festen Strukturen. Und dennoch hat das Konzept nach Jahren noch Erfolg. Das zeigt deutlich, dass es am Ende viel mehr auf den eigentlichen Inhalt und seinen Unterhaltungswert, als auf eine glitzernde Verpackung ankommt. Trotzdem macht ein kurzes, knackiges Intro zu Beginn natürlich etwas her und schenkt deinem Format einen persönlichen Charakter mit Wiedererkennungswert. Ich habe mein Intro damals als Freeware von einer Homepage für Beat-Produzent*innen heruntergeladen und um ein paar Sprach-Samples von Navigationsgerät-Stimmen erweitert. Frag bei Freund*innen, die sich mit Musik- und Beatproduktion auskennen oder spiel selbst etwas ein. Kurz, prägnant und charakteristisch sollte dein Intro direkt für Aufmerksamkeit bei den Hörer*innen sorgen. Denk hierbei jedoch unbedingt daran, grundsätzlich jede*n Künstler*in explizit um Erlaubnis zu bitten, bevor du deren Werke verwendest. Selbst wenn es sich um Freeware aus dem Internet handelt. Eine kurze Erwähnung in deiner Beschreibung auf Spotify oder iTunes ist den meisten Produzent*innen Gegenleistung genug und du bist gleichzeitig auf der sicheren Seite.

Für die Veröffentlichung benötigst du einen sogenannten Host. Dabei handelt es sich um eine Homepage, auf der du deine Audiodateien, Folgenbeschreibungen und Titelbilder hochlädst. Dein Host verarbeitet diese nach deinen Vorgaben und stellt sie für die Streaming-Dienste zur Verfügung, auf denen du dein Format veröffentlichen willst. Die meisten Anbieter*innen haben zusätzlich einen Service zur Auswertung und Analyse jeder Folge eingerichtet. Bei Spotify nennt sich dieser beispielsweise „Spotify for Podcasters“ und bietet einen übersichtlichen Einblick über deine Klick-Zahlen, Reichweite und Follower. Nutze direkt von Beginn an die Funktionen, die dir dein Host bietet, um jede Folge kurz zu beschreiben. Wechselnde Groß- und Kleinschreibung, ähnliche Struktur der Episodennamen und Folgennummer sind mittlerweile zum Standard geworden.

Egal für welches Konzept du dich letztlich entscheidest. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen Struktur und Spontanität hält deinen Podcast lebendig und spannend. Wichtig ist, dass du deiner eigenen Idee, deiner persönlichen Meinung und dem Charakter deines Projekts treu bleibst.

Teil II folgt.

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Wie kommt meine Musik zu Spotify, Apple Music, Deezer, Amazon etc. ?

anbieter bild

Streaming ist nach wie vor nicht unumstritten, birgt aber tatsächlich viele Chancen für den D.I.Y-Künstler bzw. die D.I.Y.-Band. So ist neben der globalen Verfügbarkeit, der Aussicht auf günstige Playlist-Platzierungen auch der finanzielle Aspekt entgegen der populären Meinung nicht zu vernachlässigen. Natürlich mag der einzelne Stream nicht viel abwerfen, aber in Summe und bei voller „Kontrolle“ des Vertriebs kann dennoch einiges dabei rausspringen. Vor allem dann, wenn der Sprung in eine kuratierte Playlist geglückt ist. Auf diese Weise haben bereits einige lokale Bands mehrere 100.000 Streams zusammentragen können. Und das freut dann auch letztlich die Bandkasse. Aber wie kommt denn nun die eigene Musik auf die hiesigen Streaming- und Download-Portale?

Content Aggregatoren! Diese sind mehr oder weniger Online-Vertriebe und dienen als Bindeglied zwischen den Streaming- bzw. Download-Plattformen und euch. Sie übernehmen den Verwaltungs- sowie Organisationsaufwand, überprüfen Copyrights und platzieren euch letztlich auf den verschiedenen Stores. Dafür verlangen die verschiedenen Anbieter allerdings Geld oder behalten einen Teil der Einnahmen ein. Die Modelle sind hier ganz unterschiedlich und können individuell Sinn ergeben oder auch nicht. Im Folgenden findet ihr eine kurze Übersicht über die Modelle der gängigen Anbieter.

Anbieter (Stand 20.07.2017):

  1. RecordJet

    RecordJet bietet zwei standardisierte Tarife und einen individuellen Deal an:
    Basic: Ihr bekommt 90% der Einnahmen (Wichtig: Die Streaming- bzw. Downloadportale ziehen auch noch ihren Anteil ab) und zahlt einmalig 19€ für eine Single, 29€ für eine EP und 39€ für ein Album.
    Premium: Hier bekommt ihr 100% der Einnahmen, zahlt allerdings jährlich eine Gebühr. 9€ für eine Single, 19€ für eine EP und 29€ für ein Album.
    First Class: Hier schreibt RecordJet „Individuelle Deals inklusive vieler Upgrades, Volumentarife, etc.“ und weiter „überlege dir dein Wunschpreismodell und lasse uns wissen, was der Deal deiner Träume ist.“. Außerdem werden weitere Möglichkeiten, wie Store-Promotion, Labelcode und Physischer Vertrieb angeboten. Weitere Informationen können entsprechend individuell erfragt werden.

  2. Tunecore

    Der US-Anbieter hält nur ein Preismodell bereit:
    Ihr bekommt 100% der Einnahmen, zahlt aber jährlich eine Gebühr.
    9,99€ für eine Single, 29,99€ für ein Album im ersten Jahr, 49,99€ pro Folgejahr.Zudem kann Tunecore auch als Musikverlag agieren und so Copyright-Tantiemen (bspw. von YouTube) eintreiben. Hier behält man 90% der Tantiemen. Sollte das „Kreativteam“ euren Song anderweitig unterbringen, z.B. in Werbung oder Film, dann behält Tunecore eine 20%ig Vermittlungsprovision ein. Scheinbar funktioniert der Service auch ohne GEMA-Mitgliedschaft. Hier liegen allerdings noch keine Erfahrungsberichte vor. Weitere Informationen werden dankbar angenommen (kontakt@meandreas.com).

  3. Spinnup

    Spinnup bietet ebenfalls nur ein Modell an:
    100% der Einnahmen, 9,99€ jährlich für eine Single, 19,99€ für eine EP (3-6 Tracks) und 39,99€ pro Jahr für ein Album (7-25 Tracks).Spinnup wurde von Universal Music gegründet und wirbt neben dem Musikvertrieb noch mit ihrem Scouting-System. „Jeden Monat kannst du deine Musik an bis zu 3 Talent Scouts "pushen", um deren Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Scouts hören sich so viel Musik an, wie nur irgendwie möglich und können den Künstlern Feedback geben.“. Auf diese Weise wurden laut Angaben von Spinnup bereits einige Bands und Künstler mit Plattenverträgen von Universal ausgestattet. Zudem versucht Spinnup mit eigenen Showcase-Veranstaltungen auf sich und ihre Künstler aufmerksam zu machen.

  4. CD Baby

    Das D.I.Y.-Urgestein (1998) aus den USA hält aktuell zwei Preismodelle bereit:
    Standard: 9,95$ für eine Single, 29$ für ein Album. Letzteres scheint Stand Juli 2017 ein Angebot zu sein. Normalpreis 49€ für ein Album. Zudem behält CD Baby 9% der Einnahmen ein.
    Pro: 34,95$ pro Single, 69$ pro Album, wobei auch hier der Normalpreis 89$ beträgt. Bei der Pro-Variante werden analog zum Musikverlag von Tunecore Copyright-Tantiemen erfasst und ausbezahlt. Allerdings ist dieser Dienst noch nicht in Deutschlang verfügbar.

  5. iMusician

    Der Schweizer Anbieter geht mit drei Modellen ins Rennen:
    Starter: 9€ Single, 19€ EP, 29€ Album bei 30% Kommission
    Regular: 19€ Single, 29€ EP, 39€ Album bei 15% Kommission
    Rockstar: 39€ Single, 79€ EP, 99€ Album bei 0% KommissionDarüber hinaus bietet iMusician noch weitere Premium-Vorteile an, wie z.B. Vorbestellung via iTunes und Google Play, YouTube-Content ID.

  6. Feiyr

    Die günstigsten Festpreise bietet eindeutig Feiyr an:
    2,36€ kostet eine Veröffentlichung. Dabei ist egal ob Single, EP oder Album. Allerdings müssen dafür 20% der Einnahmen abgegeben werden. Die Konto-Aktivierung kostet zuvor 9,90€, wird aber erst fällig, sobald etwas veröffentlicht wird.

  7. Distro Kid

    Distro Kid bietet ein einfaches aber attraktives Angebot: 19,99$ im Jahr für beliebig viele Releases, bei 0% Kommission.

Zusammenfassend die jeweils günstigsten Tarife in der Übersicht:

 

RecordJet TuneCore Spinnup CD Baby iMusician Feiyr Distro Kid

Single

19€ 9€ / Jahr 9,99€ / Jahr

9,95$

9€ 2,36€ Einmalig 19,99$ pro Jahr für unbegrenzt viele Releases
EP

29€

19,99 / Jahr

19€

2,36€
Album 39€ 29e / 1. Jahr

49e / Jahr

39,99 / Jahr

29$

29€

2,36€

Kommission 0% 0% 0% 9% 30% 20% + einmalig 9,90€

0%

Natürlich muss der Preis - auch wenn die Tabelle eine deutliche Sprache spricht - nicht der einzige Faktor bei der Entscheidung für einen Anbieter sein. Viele der Vertriebe bieten neben dem tatsächlichen Angebot der Musik noch weitere Services an. Von Vorbestellungs-Möglichkeiten und YouTube-Monatarisierung über besondere Platzierungen bei den Stores (bspw. bei iTunes) bis hin zu "Verlagstätigkeiten", sprich der Eintreibung von Copyright-Tantiemen. Zumeist wird dabei jedoch zusätzlich zur Kasse gebeten. Solche Zusatzleistungen können natürlich individuell Sinn machen, sind aber letztlich oft nicht ausschlaggebend für den Erfolg der Veröffentlichung. In hiesigen Foren liest man diesbezüglich vermehrt die Beschwerden einiger Nutzer, dass beispielsweise gebuchte Promo-Pakete wenig bis gar keine Auswirkungen auf Klick- bzw. Downloadzahlen hatten und haben. Zudem wird moniert, dass fristgerechte Zahlungen ausbleiben, selbst-getätigte (und damit sichere) Käufe nicht in der Abrechnung auf auftauchen und es Probleme mit dem Kundenservice gibt. Diese Anbieter wurden allerdings bei dieser Übersicht ausgespart.

Aber auch die größten Anbieter im Felde, TuneCore und CD Baby, sehen sich aktuell häufig Kritik wegen der vergleichsweise teuren Preis ausgesetzt. Demgegenüber können beide Anbieter aber den großen Vorteil für sich verbuchen, dass sie aufgrund ihrer (Markt-)Positionen auch langfristig keine existenziellen Probleme befürchten müssen. Das heißt eure Releases sind "sicher". Das können die "kleinen" Anbieter leider nicht von sich behaupten. Was im Falle einer Insolvenz passiert, ist hier oft unklar. Kürzlich wurde beispielsweise der Anbieter Zimbalam von TuneCore geschluckt, wodurch insbesondere UK-Kunden mit komplett anderen Preisen und Modellen konfrontiert wurden. Aus diesem Grund mussten viele Alben und Songs zwangsläufig entfernt und teilweise anderweitig neu hochgeladen werden. Nicht nur Klickzahlen gingen durch diese Prozedur verloren, sondern auch günstige Platzierungen in Playlists. Dieser Sicherheitsaspekt sollte daher auch nicht außer Acht gelassen werden.

Aus diesen Gründen kann keine klare und allgemein gültige Empfehlung ausgesprochen werden. Gerne können wir aber gemeinsam das für euch beste Angebot erarbeiten. Vielleicht habt ihr noch weitere oder andere Erfahrungen gemacht. Gerne nehme ich diese hier auf :).  Meldet euch :).

Links zu diesem Thema:

Wie ihr euer Spotify-Profil richtig pflegt
Hier noch ein interessanter Artikel samt Übersicht über weitere US-Anbieter
Der vollständige Bericht über die Zimbalam-Übernahme
Wie viel verdient man auf Spotify?


Live-Streaming für Bands in Zeiten von Corona

Streaming vs. Corona

In Zeiten ohne Live-Konzerte und fette Partys am Wochenende greifen Bands und Künstler*innen momentan auf ihre Sozialen Netzwerke zurück. Im Live-Stream lässt sich mit den Fans Kontakt halten und sogar ganze Konzerte übertragen. Ganz ohne Ansteckungsgefahr. Livestreaming kann man völlig unkompliziert aber auch sehr ausgeklügelt und hochqualitativ betreiben. Hier ein klitzekleiner Überblick mit Links zu sinnvollen Tutorials.

Live-Streaming für Bands in Zeiten von Corona
(c) Christian Dahlqvist https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en

Easy Streamen mit dem Handy

Numero Uno geht ziemlich einfach: Loggt Euch mit einem Handy bei Facebook, IGTV oder YouTube ein und klickt Euch zur Livestreaming-Funktion durch. Start drücken und los geht’s. Das ist technisch absolut machbar, dafür aber eben soundtechnisch nicht der Oberhammer.

Aufwändigere Live-Streams mit OBS Studio

Möglichkeit Nummer Zwei bis Unendlich besteht immer aus mehr Geräten, Software und Verschaltungen. Zentrum dabei ist ein PC oder Mac, der als Verarbeitungsmaschine für digitale Audiodaten fungiert und auf dem eine Streaming-Software läuft, die alle Daten bündelt, schickt macht und schließlich an die jeweilige Online-Plattform liefert.

OBS Studio ist eine kostenlose, einfache und weit verbreitete Software für genau solche Zwecke. Den Download auf deren Homepage gibt es in verschiedenen Ausführungen für die gängigsten Betriebssysteme: https://obsproject.com/de/download

Dazu brauchen wir eine Bildquelle. Das kann eine Web-Cam, Kamera oder ein Handy sein. Sie muss per USB mit den PC verbunden und von dem durch einen passenden PC-Treiber für die Kamera erkannt werden können. Aufwändigere Technik erlaubt auch, mehrere Bildsignale an den PC zu schicken.

Als Eingangssignal kann entweder nur ein USB-Mikrophon dienen oder ein USB-Interface, das mehrere Signale gleichzeitig an den PC überträgt. Viele Mischpulte haben mittlerweile einen USB-Ausgang, der für genau diese Zwecke benutzt werden kann. Vom Singer-Songwriter-Aufbau bis hin zur zehnköpfigen Brassband mit 32 Spuren ist also alles möglich.

Schaut Euch diese fünfteilige Einführung auf YouTube an. Das dauert gar nicht lange und erklärt einige technische Grundlagen.