Cindy Klink

Hören wird überbewertet

Wahrscheinlich komme ich Ihnen bekannt vor, vielleicht auch nicht.

Aufgrund meiner Reichweite über TikTok und YouTube hatte ich oftmals die Chance mit Musiker*innen zusammen auf der Bühne zu stehen und Lieder in Gebärdensprache zu performen.

Cindy Klink übersetzt Musik in Gebärdensprache
Cindy Klink übersetzt Musik in Gebärdensprache

Mein Name ist Cindy Klink und ich bin seit meinem dritten Lebensjahr taubheitsgrenzend schwerhörig - also fast taub. Meine Eltern sind beide gehörlos. Die Leidenschaft zur Musik fand ich durch meine Oma. Sie sang mir täglich irgendwelche Volkslieder vor. Auf YouTube veröffentliche ich öfter Videos, in denen ich Lieder in Gebärdensprache performe, um Hörbehinderten Gehör zu verschaffen, aber auch Hörende zu berühren. Mit meiner Arbeit über Social Media ist mir aufgefallen, dass über die Hörbehinderung viel Unwissenheit existiert und dass ich diese gerne mit meinen Videos über TikTok aus dem Weg räumen möchte. Es tauchen Fragen auf, über die man zunächst schmunzeln muss, bis zu Fragen, die man sich selbst noch nie gestellt hatte, aber wirklich schlau sind. Manche sind unangenehm, andere wiederum nicht und trotzdem beantworte ich sie. Warum?

Um Menschen zu sensibilisieren. Um zu zeigen, dass eine Hörbehinderung uns nur einschränkt im Hören. Im Endeffekt können wir alles, außer hören.

Folgt Cindy bei Instagram: @cindyklink
bei Facebook: @CindyKlink97
oder auf YouTube: @Cindy Klink

 

 

Wie Cindys Arbeit (oft) aussieht seht Ihr hier:

https://www.youtube.com/watch?v=ZTD7WV9L0fg


Petra Ondrusek leitet die Berufsfachschule für Musik

Musik kennt keine Grenzen

Schüler*innen der Berufsfachschule für Musik
Schüler*innen der Berufsfachschule für Musik.

Musik ist eine Sprache, die alle Menschen verbindet. Daher bietet die Berufsfachschule für Musik am bbs Nürnberg (Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte) blinden, sehbehinderten und sehenden Schüler*innen eine musikalische Ausbildung. Damit können sie in einem musikalischen Beruf arbeiten. Schulabgänger*innen können als Bandleader*in bei kulturellen Ereignissen spielen, Musiker*in werden und Auftritte gestalten. Sie können aber auch Unterrichten. Ich bin davon überzeugt, dass blinde und sehbehinderte Menschen einen uneingeschränkten Zugang zu Musik haben. Wir als Schule wollen sie auf ihrem beruflichen und persönlichen Weg unterstützen.

Petra Ondrusek leitet die Berufsfachschule für Musik
Petra Ondrusek leitet die Berufsfachschule für Musik.

Mein Name ist Petra Ondrusek. Ich leite die Berufsfachschule für Musik. Jedes Jahr haben wir freie Plätze an unserer Schule. Deshalb freuen wir uns auf Deine Bewerbung. Es können sich alle bewerben, die Interesse an einer musikalischen Ausbildung haben. Allerdings musst Du die Eignungsprüfung bestehen. Danach kannst Du Dich zur*zum staatlich geprüften Ensembleleiter*in ausbilden lassen. Grundlagen für eine musikalische Ausbildung in den Fachrichtungen Klassik und Rock/Pop/Jazz bekommst Du durch inklusives, gemeinsames Musizieren in Band und Ensemble. Für dieses inklusive Angebot solltest Du Offenheit und Toleranz, sowie viel Freude an Musik mitbringen.


David Günther ist Musiklehrer, blind und Rollstuhlfahrer

Musiklehrer Dave steht auf Ohrwürmer

Hallo, ich bin David.

Man nennt mich auch Dave oder Jamming Dave. Ich bin frische 29 Jahre alt, blind und Rollstuhlfahrer. Blind bin ich seit Geburt, Rollstuhlfahrer erst seit 5 Jahren durch einen Knochenbruch. Ich habe nämlich Marmorknochen, die Vor­stufe von Glasknochen. Tjaaaaa, ich hätte mal mehr Marmor­kuchen essen sollen, oder vielleicht auch nicht. Ich spiele Geige und Klavier. Geige begann ich mit fünf, Klavier dann mit sechs. Singen kann ich allerdings auch, hatte aber bisher wenig Gesangsunterricht, but l'm working on it. Ich schreibe auch meine eigenen Songs, aber cover auch gerne Sachen aus Rock, Pop oder Dance. Außerdem gebe ich selber Musik­unterricht.

David Günther ist Musiklehrer, blind und Rollstuhlfahrer
Musiklehrer David Günther nennt sich lieber Jamming Dave. (c) Initiative Barrierefrei Feiern

Ich höre sehr viel Radio. Radio ist mein Hobby, sowohl hören als auch machen. Ich höre meistens ausländische Sender. Wenn ich einen Track höre und er gefällt mir, kauf ich den. Einfach mal durch die Sender durchzappen und mal gucken, was so läuft, mache ich sehr gerne. Ich bin nicht so der Typ, der sich hinsetzt und ganze Alben anhört irgendwie. Bei mir ist es so, wenn ich einen Song nebenbei höre und er geht mir nicht mehr aus dem Kopf, dann ist er gut.

Für unsere Facebook-Seite hat er nochmal ein Video aufgenommen. Darin erzählt er seine Sicht zur kulturellen Teilhabe und barrierefreiem Feiern. Klickt hier.


Es geht nicht darum, die Mehrheitsgesellschaft darüber aufzuklären, dass behinderte Menschen auch Menschen sind. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Es geht um das Durchsetzen von Rechten

Raul Krauthausen über Mediennarrative:

„Die Sprache ist paternalistisch“

Medien stilisieren Menschen mit Behinderung oft als Held*innen oder Opfer. Raúl Krauthausen fordert, dass Journalist*innen sich mehr hinterfragen.

 

Wir möchten an dieser Stelle auf das sehr gute Interview zwischen Raul Krauthausen und der TAZ hinweisen.

https://taz.de/Raul-Krauthausen-ueber-Mediennarrative/!5692940/

Es geht nicht darum, die Mehrheitsgesellschaft darüber aufzuklären, dass behinderte Menschen auch Menschen sind. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Es geht um das Durchsetzen von Rechten
Icon Übersichttafel mit verschiedenen Symbolen zum Thema Barrierefreiheit. Beispielsweise ob Gebärdendolmetscher vorhanden sind, ob Assistenzhunde mit auf das Gelände dürfen oder ob Begleitpersonen kostenfrei die Veranstaltung besuchen können

Das neue Icon-System - Barrierefreiheit auf einen Blick

POP FÜR ALLE! – Sonderausgabe & das neue Icon-System

Klar, der Festivalsommer fällt heuer aus. Trotzdem bringen wir unsere Inklusionskampagne POP FÜR ALLE! auch in diesem Jahr an den Start.
Statt des Kalenders haben wir HIER interessante Personen aus der Community, Verbände und Institutionen gefragt, ob sie uns Einblick in das Thema kulturelle Teilhabe gewähren. Wir haben für Dich viele interessante Gastbeiträge zusammengetragen und als Kern der Kampagne die Icons aktualisiert und ergänzt. Du kannst die Icons gerne für Deine zukünftigen Veranstaltungen verwenden, um schnell klar zu machen, dass barrierefreies Feiern nicht schwer umzusetzen ist. Die Verwendung ist selbstverständlich kostenfrei. Genauso wie unser gedrucktes Magazin, das Du bei uns unkompliziert bestellen kannst.

Das POP FÜR ALLE - Magazin 2020
Zur "Pop Für Alle" - Kampagne

Hier findest Du die neuste, aktualisierte Version unserer Icons und kurze Erklärungen dazu. Die Icons sind dafür gedacht, interessierten Besucherinnen und Besuchern schnell und einfach Informationen zur Barrierefreiheit der jeweiligen Veranstaltung zu liefen. Wir freuen uns darüber, wenn Du sie auch verwendest.

Du kannst sie sehr gerne herunterladen und kostenfrei verwenden. Wir freuen uns über einen Quellvermerk.

Bereits seit zwei Jahren arbeiten wir nun mit diesen Symbolen, deren Anzahl sich mittlerweile verdoppelt hat. Vielen Dank an dieser Stelle für die vielen konstruktiven Rückmeldungen, die uns dabei geholfen haben, das Angebot stetig zu verbessern. Du hast Ideen oder Anregungen? Schreib uns gerne eine Mail oder nutze das unten stehende Kontaktformular.


Initiative Barrierefrei Feiern

Initiative Barrierefrei Feiern - "Wir kümmern uns!"

Unsere Unterschiede sind unsere Stärke, unsere Bedürfnisse, unsere Kompetenz. Leitsprüche: Weil wir leidenschaftlich gern auf Festivals feiern.Weil wir die kulturelle Teilhabe für ALLE fordern. Weil wir noch mehr Konzerte und Clubs besuchen wollen. Weil wir unser kulturelles Leben lieben.

Was 2018 als loser Zusammenschluss von Kulturschaffenden, Musikfreaks und Freund*innen mit und ohne Behinderung begann, ist seit 2020 Deutschlands erstes inklusives Stakeholder-Projekt für die Veranstaltungs- und Musikbranche.

Als Expert*innen in eigener Sache bündeln wir als „Initiative Barrierefrei Feiern“ unser Wissen und unsere Netzwerke, um uns mitten im Geschehen für barrierefreie Festivals und Veranstaltungen einzusetzen.

• Was uns vereint, ist unser Engagement für eine für alle zugängliche und inklusive Kulturszene.

• Mit unserem erfahrenen Team aus Branchenprofis, Musiker*innen, Projektmanager*­innen und Expert*innen in eigener Sache wollen wir Tatsachen schaffen, nicht erst vom Selbstver­ständlichen überzeugen.

• Wir wollen nicht appellieren, wir schaffen offene Wege und gehen diese mit!

• Wir beraten, schulen, entwickeln, begleiten.

• Wir wissen, was zu tun ist und helfen dabei die richtigen Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

Kurzum: Wir kümmern uns.

Besucht die Initiative Barrierefrei Feiern im Web:


Portrait von Angelika Feisthammel

Wir bleiben dran!

Wir bleiben dran! Angelika Feisthammel Vorsitzende des Mittelfränkischen Behindertenrates Foto: © Thomas Geiger

Als sehr offener Mensch, als welcher ich mich fühle, kann ich mich auch für ein breites Spektrum an Kulturveranstaltungen begeistern.
Ich besuche gerne Konzerte mit mehreren Akteuren. Genau so gerne lass ich mich auch von Zauberern und Comedians begeistern. Autorenlesungen finde ich ausgesprochen spannend. Ganz besonders reizvoll finde ich die Schauspiele in Freilichtbühnen, wie z.B. auf der Luisenburg.

Die Auswahl an barrierefreien Kulturveranstaltungen hat noch Luft nach oben.
Dass man mit einem Rollstuhl klar kommt und auch eine rollstuhlgerechte Toilette vorhanden ist, ist mittlerweile häufig schon Standard. Menschen, die gehörlos und auf Gebärdensprachdolmetschung angewiesen sind, haben es bei Veranstaltungen deutlich schwerer. Zum einen gibt es derzeit noch viel zu wenig Gebärdensprachdolmetscher und zum anderen kosten diese eine ganz schöne Stange Geld.

Wenn ich zu einer Veranstaltung möchte, gibt es einiges, was im Vorfeld zu klären
ist. Mal eben online buchen, geht gar nicht. Es fängt schon damit an, ob Rolliparkplätze vorhanden sind, ob es Toiletten für Rollstuhlfahrer gibt und ob eine Begleitperson frei ist. Nachdem ich auf Assistenz angewiesen bin, nutze ich schon die Möglichkeit, eine Begleitperson kostenlos mitzubringen.

Hinsichtlich Inklusion und Barrierefreiheit hat sich in den letzten 10 Jahren schon
einiges geändert. Menschen mit Handicap gehören mittlerweile viel selbstverständlicher zum gesellschaftlichen Leben dazu. Und das ist gut so. Gebäude sind zugänglicher geworden. Zumindest für Rollstuhlfahrer.

allerdings

… bleibt noch viel zu tun, bis eine vollständige Teilhabe für Menschen mit Behinderung möglich ist. Wir bleiben dran!

 

 


Das Icon-System - jetzt herunterladen!
Icon Übersichttafel mit verschiedenen Symbolen zum Thema Barrierefreiheit. Beispielsweise ob Gebärdendolmetscher vorhanden sind, ob Assistenzhunde mit auf das Gelände dürfen oder ob Begleitpersonen kostenfrei die Veranstaltung besuchen können


Das Deutsche Fingeralphabet

Kurz erklärt:

Das Deutsche Fingeralphabet

Das Fingeralphabet ist ein Alphabet mit den Fingern. Es dient dazu, Eigennamen, Fremdwörter oder unbekannte Begriffe aus der Lautsprache zu buchstabieren. Dabei stehen unterschiedliche Handformen für die einzelnen Buchstaben des Alphabets. International gibt es kein einheitliches Fingeralphabet, weil es sich am Schriftbild der jeweiligen Lautsprache orientiert. Beim Deutschen Einhand-Fingeralphabet werden die Buchstaben mit der rechten (bei Linkshändern mit der linken) Hand vor der Brust ausgeführt.

Das Fingeralphabet
I love you in Fingeralphabet-Sprache
In Kooperation mit der Aktion Mensch

Porträt Kluxen

Kultur ist für alle da!

Dr. Andrea Kluxen, Kulturreferentin Bezirk Mittelfranken

Kultur ist für alle da ...

…und alle brauchen Kultur. Gerade wenn sie nicht stattfindet, merken wir, wie wichtig Kunst für uns ist. Darum ist es traurig, dass wir in diesem Jahr auf viele Festivals und Konzerte verzichten müssen. Aktionen im Internet zeigen aber, dass die Kreativszene Wege findet, sich zu äußern und aktiv zu bleiben. Aber Kultur lebt auch von der direkten Begegnung. Denn Teilnahme am Kulturleben ist eine grundlegende Voraussetzung, um gesellschaftliches Zusammenleben mit zu gestalten.
Deshalb ist es so wichtig, dass die über Jahre aufgebaute Struktur in der Region bestehen bleibt. Der Bezirk Mittelfranken kennt die Nöte der Kulturschaffenden gerade in den jetzigen Zeiten und unterstützt die Szene durch finanzielle Förderung und Beratung. Dazu gehört auch die Unterstützung innovativer und inklusiver kultureller Projekte. Deshalb haben wir 2015 die Popularmusikberatung eingerichtet, die unsere Wertschätzung für die Popmusik beweist. Die sehr erfolgreiche inklusive Arbeit in diesem Bereich ist ein besonders großes Verdienst unseres Teams um
Andreas Jäger und Julian Menz.
Wir möchten, auch in Zeiten von Corona, Teilhabe an Kultur ermöglichen, inklusive Konzepte voranbringen und kreatives Potenzial fördern. Daher hat die Popularmusikberatung ihr Programm kurzfristig umgestellt, neue Formate initiiert und setzt mit der Sonderausgabe von „POP FÜR ALLE“ ein hoffnungsvolles Zeichen für die Zukunft.

 


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